Darum wird der 500er abgeschafft

Kurzer Test: Welche Farbe hat die 500€-Note? 

  1. Braun 
  2. Lila 
  3. Blau 

Wenn Sie ins Stocken kommen, dürfte es Ihnen so gehen wie einem Gutteil der Deutschen. Den – übrigens lilafarbigen – größten Euro-Schein sieht man so selten (vor allem nicht im eigenen Portemonnaie...), dass ihn nur die wenigsten vor Augen haben.  

Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) hat am Mittwoch das Ende des 500ers beschlossen. Zwar wird die Note nicht aus dem Verkehr gezogen, aber sie soll fortan nicht mehr nachgedruckt werden. Gegen Ende 2018 werde sie dann gar nicht mehr ausgegeben, teilte die Zentralbank mit. Sie werde jedoch ihren Wert behalten, gesetzliches Zahlungsmittel bleiben und könne auch künftig unbegrenzt bei allen nationalen Notenbanken im Euroraum getauscht werden. 

Terrorfinanzierung, Geldwäsche und Schwarzarbeit  

Die Zentralbank begründete den Schritt damit, dass der 500er massiv für Terrorfinanzierung, Geldwäsche und Schwarzarbeit genutzt werde. "Er ist ein Instrument für illegale Aktivitäten", sagte EZB-Präsident Mario Draghi. Tatsächlich hinterlässt Bargeld bei – legalen wie illegalen – Transfers keine oder kaum Spuren, anders als etwa unbare Zahlungen per Überweisung oder Karte. Wer zum Beispiel Geld schmuggeln wolle, könne in einem handelsüblichen Aktenkoffer 3,5 Millionen Euro transportieren, wenn er ihn mit 500ern fülle. Mit 100€-Noten seien es "nur" 750.000 Euro, die in einen Aktenkoffer passen, rechnete die "Süddeutsche Zeitung" vor.  

Im legalen Alltag hat die größte Banknote hingegen kaum Bedeutung. Entsprechend unwichtig ist sie auch der Mehrheit der Deutschen: 45 Prozent sagten, sie fänden eine Abschaffung gut oder sogar sehr gut, so eine Umfrage des Bankenverbandes im Februar. Nur 13 Prozent sagten, sie fänden sie schlecht. 

Wenig Sympathie für den 500er – aber umso mehr fürs Bargeld im Allgemeinen 

Damit nimmt der 500er in der Wahrnehmung der Deutschen eine Sonderrolle ein. Denn an sich sind Münzen und Scheine – aller Innovationen rund um digitales oder Mobile Payment zum Trotz – immer noch das bevorzugte Zahlungsmittel der überwiegenden Zahl der Menschen. So ergab die oben erwähnte Umfrage auch, dass über 90 Prozent der Befragten nichts von der Abschaffung des Bargeldes halten.

Mehr als die Hälfte aller Waren und Dienstleistungen wird heute bar bezahlt, obwohl bereits seit Jahrzehnten bargeldlose Bezahlverfahren zur Verfügung stehen. Auch viele kleine Firmen bevorzugen für ihre Geschäfte Bares. Der Bankenverband ist daher überzeugt, dass Bargeld auf absehbare Zeit nicht wegzudenken ist, auch wenn es effizientere Zahlungsverfahren gibt.

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