Geht der Immobilienboom weiter?

Derzeit erscheint es kaum vorstellbar. Aber könnte es sein, dass die Preise von Immobilien hier in Deutschland plötzlich einbrechen? Dass Häuser und Wohnungen weniger wert sind? Dass wir eine Immobilienblase haben, die platzen könnte?

Die Diskussion läuft bereits eine Weile, zuletzt hat der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) vor Preisübertreibungen zumindest in Großstädten wie Berlin, Hamburg und München gewarnt. Bundesweit gäbe es im Schnitt eine „Preisübertreibung von 16 Prozent“, zitiert tagesspiegel.de den ZIA. In Berlin seien es 50 und in München sogar rund 75 Prozent.

Dazu kommt, dass die Hypothekenzinsen zuletzt wieder leicht gestiegen sind. Und je teurer Geld wird, desto geringer die Bereitschaft, große Investitionen auf Kredit zu tätigen. Eine geringere Nachfrage wiederum wirkt sich naturgemäß dämpfend auf die Preise aus.

Diese Woche hat sich die FAZ dem Thema gewidmet - und den mahnenden Stimmen widersprochen: “Deutschlands Immobilienboom geht weiter” schreibt die Zeitung in einer aktuellen Marktbetrachtung. Auch wenn die Hypothekenzinsen aktuell leicht stiegen, sei noch längst nicht das Niveau erreicht, bei dem die Deutschen nicht mehr investierten: Die Gefahr einer Immobilienblase bestehe nicht.

Ähnlich bewertet die Lage die Börsenzeitung - obwohl der Preisanstieg von Immobilien 2016 in Städten so hoch gewesen sei wie seit dem Jahr 2010 nicht mehr. Im Schnitt habe er laut Bundesbank bei acht Prozent gelegen. Zwar stiegen die Immo-Preise damit bereits seit drei Jahren schneller als die Haushaltseinkommen. Allerdings entspreche die Nachfrage weitgehend den Einkommensaussichten und der Arbeitsmarkt-Entwicklung. Damit sei die Finanzierung weiterhin "außerordentlich günstig", so die Zeitung. 

Dass die Immo-Preise weiter steigen dürften, führt die FAZ nicht zuletzt darauf zurück, dass es an Alternativen mangele. Das hat auch unsere Geldanlage-Umfrage im Januar gezeigt. “Auf den Finanzmärkten finden Investoren wegen der Niedrigzinsen kaum noch einträgliche Renditen”, schreibt passend dazu nun die Zeitung.

Was für Anleger reizvoll klingt, ist für Mieter hingegen eine eher schlechte Nachricht. Denn auch ein Ende des vielerorts seit Jahren anhaltenden Anstiegs der Wohnungsmieten sei nicht in Sicht, so die FAZ. Dies gelte für Städte genauso wie für ländliche Gebiete mit guter Infrastruktur.