Das InvStRefG kommt: Besteuerung von Investmentfonds wird vereinfacht

Zum Jahreswechsel steht eine weitreichende steuerliche Novelle für Anleger an. Einen “steuerlichen Neuanfang” nennt es gar die Wirtschaftswoche. Denn ab 2018 ändert sich die Besteuerung von Aktien-, Immobilien-, Misch- und Indexfonds (ETFs). Das im vergangenen Sommer verabschiedete “Investmentsteuer-Reformgesetz” (InvStRefG) legt fest, dass ab dann Gewinne aus allen Investmentfonds pauschal besteuert werden. So will der Gesetzgeber den Aufwand für Anleger, Banken und Behörden reduzieren. Zudem hat die Reform juristische Gründe: Sie soll EU-rechtliche Risiken ausräumen, Steuersparmodellen einen Riegel vorschieben und “juristische Systemfehler” korrigieren.

Einen umfassenden Überblick über die Auswirkungen der neuen Besteuerungsregeln für Sparer liefert finanztip.de: So seien ab 2018 bei Aktienfonds für Privatanleger pauschal 30 Prozent aller Erträge steuerfrei. Zu den Erträgen zählen vor allem Dividenden und Verkaufserlöse. Bei Mischfonds liege die Grenze bei 15 Prozent.

Der Freibetrag auf Kapitalerträge bleibt erhalten

Alle nicht befreiten Erträge seien fortan mit rund 26 Prozent zu versteuern. Dieser Satz entspricht Abgeltungssteuer plus Solidaritätszuschlag. Dazu kommt eventuell noch die Kirchensteuer. Die fälligen Abgaben leite die depotführende Bank direkt an den Fiskus weiter. Weiterhin gültig - einen entsprechenden Freistellungsauftrag vorausgesetzt - ist der Freibetrag auf Kapitalerträge von 801 Euro pro Jahr. Bei Verheirateten sind es 1.602 Euro.

Das Investmentsteuer-Reformgesetz umfasst auch vor 2009 gekaufte Fonds, erklärt finanztip.de. Der bisher geltende sogenannte Bestandsschutz entfällt, allerdings gibt es für Sparer einen Freibetrag von 100.000 Euro. Wer Altanteile verkauft, dessen Kursgewinne bleiben also so lange steuerfrei, bis dieser Freibetrag erschöpft ist. Die Summe klingt hoch, die Wirtschaftswoche allerdings schreibt dazu: „Bei einem 200.000-Euro-Depot mit realistischen 50 Prozent Wertzuwachs in zehn Jahren ist der Betrag schnell aufgebraucht.”