Wohnimmobilien als Geldanlage: Darauf kommt es an

Weniger als 1,5 Prozent Zinsen für Wohnbaudarlehen mit fünf- bis zehnjähriger Zinsbindung – im August haben die Bauzinsen in Deutschland ein neues Allzeittief erreicht. Und ein weiterer Zinsrückgang sei durchaus noch möglich, prognostiziert etwa die Deutsche Bank in ihrem aktuellen Marktausblick. Wohnimmobilien bleiben daher eine interessante Anlage, zumal eine Immobilienblase nicht in Sicht ist. Das Gleiche gilt für ein Ende der aktuell sehr expansiven Geldpolitik im Euroraum. Der wichtigste Treiber für steigende Immobilienpreise scheint zudem weiterhin intakt: die Nachfrage. Nach Schätzungen von Deutsche Bank Research fehlen in Deutschland aktuell über eine halbe Million Wohnungen.

Dennoch sollte man jedes Objekt sehr genau prüfen. Dies gilt umso mehr, wenn Sie ein Haus oder eine Wohnung zur Kapitalanlage kaufen. Ob eine Immobilien langfristig das Potenzial hat, stabile Erträge abzuwerfen, und ob der Wiederverkaufswert steigen kann, hängt von vielen Faktoren ab. In dieser Checklist finden Sie die wichtigsten:

  • Kaufpreis: Auch wenn von einer Immobilienblase noch nicht die Rede sein könne, wie BdB-Chef Michael Kemmer es unlängst erst wieder betont hat, erlebt der Markt einige Auswüchse. 9.000 Euro je Quadratmeter für eine 1960er-Jahre-Erdgeschosswohnung sind selbst im teuren München vermessen – wurden aber schon verlangt. Fragen Sie sich daher immer: Ist der genannte Preis wirklich marktüblich? Lassen Sie im Zweifelsfall ein Wertgutachten von Ihrer Bank oder einem neutralen Experten erstellen.
  • Lage: Sie können bei einer Immobilie zumeist viel verändern: die Ausstattung, den Zuschnitt, die Einrichtung. Aber an der Lage können Sie nichts tun. Achten Sie daher darauf, wie es um wichtige Lagefaktoren bestellt ist: Erreicht man schnell öffentliche Verkehrsmittel, Kita, Schule und Geschäfte? Wie steht es um Grünanlagen und Restaurants? Und wie laut ist es abends oder am Wochenende? Ein guter Qualitätscheck ist auch die Frage, ob Sie sich selbst vorstellen könnten, in dem Objekt zu wohnen.
  •  Zustand: Wenn Sie eine Wohnung kaufen, sollten Sie nicht nur auf die Wohnräume selbst achten. Natürlich ist es wertsteigernd, wenn sie hell und praktisch geschnitten sind. Genauso wichtig ist aber der allgemeine Zustand des Hauses: Ist der Keller trocken? Wie sieht das Dach aus? Sind Heizung und Elektrik in den vergangenen Jahren erneuert worden? Und wie steht es um einen Energieausweis?
  • Vermietung: Auch hier lohnt es, nicht nur das Objekt zu betrachten, das Sie kaufen wollen. Wie sieht es im Rest des Hauses beziehungsweise der Straße aus? Stehen Wohnungen oder Nachbarhäuser leer? Falls ja, woran liegt das? Und wie hoch ist die Fluktuation der Mieter? Eventuell lohnt es, den ein oder anderen anzusprechen.
  • Senioreneignung: Die Menschen in Deutschland werden im Schnitt immer älter und bleiben immer länger fit – entsprechend steigt auch die Zahl von Senioren, die als Mieter in Frage kommen. Achten Sie daher darauf, ob das Objekt für sie geeignet ist. Existieren barrierefreie Zugänge? Ist ein Aufzug eingebaut? Gibt es Ärzte in der Nähe?

Diese Kriterien sind nur einige, die beim Für und Wider eines Immobilienkaufs eine Rolle spielen können – hier bei der Deutschen Bank finden Sie weitere.