FAZ: Investmentfonds schlagen Lebensversicherungen

Mehr als 800.000 fondsgebundene Lebensversicherungen haben deutsche Versicherer im vergangenen Jahr 2015 verkauft. So viele Sparer sollten bei ihrer Investitionsentscheidung nicht danebenliegen, mag man glauben. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ jedoch sieht es anders: „Fondsgebundene Lebens- und Rentenversicherungen lohnen für die Altersvorsorge einfach nicht“, schreibt sie in einem ausführlichen Beitrag über Pro und Contra der hierzulande so beliebten Form der Altersvorsorge.

Der Rat der Zeitung: statt in Lebensversicherungen lieber in Sparpläne mit indexgebundenen Investmentfonds zu investieren. Diese sogenannten ETFs („Exchange Traded Funds“) tun nichts anderes, als einen Wertpapier-Index nachzubilden. Daher braucht es keine aktiven Fondsmanager, und ETFs sind entsprechend preiswert.

Lebensversicherungen hingegen seien aufgrund der laufenden Verwaltungskosten viel zu teuer, so die Zeitung und zitiert das Anlagemagazin „FONDSprofessionell“. Laut diesem kann ein Sparer, der 30 Jahre lang Jahr für Jahr regelmäßig 2.400 Euro spart, bei sechs Prozent Rendite der Aktienfonds nach Steuern 156.800 Euro Ertrag erwarten. Bei der üblichen fondsgebundenen Lebensversicherung sei es rund ein Drittel weniger, nämlich 111.800 Euro.

„Die Kosten von Lebensversicherungen sind einfach zu hoch“

Die FAZ analysiert auch die von Lebensversicherern oft beworbenen Steuervorteile ihrer fondsgebundenen Policen. Der steuerlich wichtigste Punkt hier ist: Wer eine solche Lebensversicherung neu abschließt, den Vertrag mindestens 12 Jahre laufen lässt und ihn erst nach Vollendung des 62. Lebensjahres ausgezahlt bekommt, der muss nur die Hälfte der Erträge versteuern. Bei regulären Sparplänen, etwa mit ETFs, wird hingegen auf die gesamten Erträge die Abgeltungsteuer fällig. Doch auch dieser Vorteil rette Lebensversicherungen nicht, schreibt die Zeitung. „Ihre Kosten sind einfach zu hoch.“