Gefährliche Schnäppchen? Welche Risiken Billig-Immobilien bergen

Ein Wohn- und Geschäftshaus für 9.500 Euro, ein Mehrfamilienhaus für 69.000 oder ein freistehender Bungalow für 18.000?

Alles drei sind Preise für tatsächlich angebotene Objekte in Deutschland – kaum zu glauben angesichts der regelmäßigen Schlagzeilen um immer teurere oder schon überteuerte Immobilien hierzulande.

Doch der „Betongold-Boom“ erfasst eben nicht alle Regionen. Strukturschwache Teile des Landes werden abgehängt – so wie der Landkreis Vorpommern-Greifswald. Dort in der Peripherie hat „Der Spiegel“ den in einer Zwangsversteigerung angebotenen 18.000-Euro-Bungalow entdeckt und nimmt ihn als Aufhänger für eine kritische Betrachtung solcher angeblicher Schnäppchen-Immobilien.

Immobilienfinanzierung per Ratenkredit?

Denn den günstigen Preis bezahlt man in aller Regel mit gravierenden „Standortschwächen“, wie es unter Stadtgeografen heißt. Etwa, dass der öffentliche Nahverkehr am Wochenende nicht fährt, dass öffentliche Einrichtungen wie Schule oder Kindergarten viele Kilometer entfernt sind oder dass man selbst für den Einkauf im nächsten Supermarkt ins Auto steigen muss. Entsprechend gering ist dort auch die Nachfrage nach Immobilien – zumal die beruflichen Perspektiven für die meisten Gewerke in derart strukturschwachen Regionen eher mau bis nicht vorhanden sind.

Falls man sich davon nicht schrecken lässt, stellt sich als nächstes die Frage der Finanzierung. Denn Immobiliendarlehen in so geringer Höhe seien schwer zu bekommen, schreibt das Magazin. Der Verwaltungsaufwand sei vielen Kreditanbietern zu hoch. Alternativ bietet sich ein zuteilungsfähiger Bausparvertrag an oder ein Ratenkredit, bei dem die Zinsen jedoch deutlich höher sind.

Auch wenn die Finanzierung also gelänge, warnt „Der Spiegel“, eine Immobilie dieser Art voreilig zu kaufen, nur, weil sie günstig erscheine. Viele entsprechende Regionen leiden darunter, dass die Bevölkerung schrumpft. Gerade junge, mobile Menschen ziehen weg, weil sie daheim keine Perspektiven sehen. Was das für die Immobilienpreise in Zukunft bedeutet, ist leicht auszurechnen.