Immobilien in der Stadt: Kaufen oder mieten?

Es scheint keinerlei Risiken zu geben: Die Zinsen sind gering wie nie. Die Nachfrage steigt und damit die Preise. Und ein Ende des Trends ist nicht absehbar, weil es ja ohnehin kaum mehr renditeträchtige Anlagealternativen gibt. Die Rede ist vom Immobilienkauf. Angesichts der sehr günstigen Hypothekendarlehen interessieren sich immer mehr Anleger fürs „Betongold“.

Tatsächlich ist derzeit weder abzusehen, dass die Europäische Zentralbank kurzfristig die Leitzinsen erhöht (was Kredite verteuern würde), noch scheint das Immobilien-Interesse aus anderen Gründen nachzulassen (was die Preise drücken könnte). Und dennoch existieren Risiken, selbst in gefragten Großstadtlagen. "Finanztip"-Chefredakteur Hermann-Josef Tenhagen hat diese in einer Kolumne bei Spiegel Online aufgeschlüsselt:

  • Die Kreditbelastung: Wir gehen beim Immobilienkauf in der Regel davon aus, dass sich unsere finanziellen Verhältnisse nicht verschlechtern. Daher erscheinen manchen Gutverdienern auch Kreditraten und Nebenkosten von 2.000 Euro und mehr im Monat wenig furchteinflößend. Was aber, wenn man seinen scheinbar sicheren Job verliert?
  • Das „Klumpenrisiko“: Eine generelle Lektion für Anleger lautet, Risiken zu streuen – etwa in Aktien(fonds) aus verschiedenen Branchen, unterschiedlichen Anleihen und einen kleinen Anteil Gold. Beim Immobilienkauf entsteht hingegen ein massives „Klumpenrisiko“, weil ein großer Teil des Vermögens plötzlich in einem Block gebunden ist. Was also, fragt Tenhagen, „wenn im Nachbarhaus plötzlich ein lautes Restaurant eröffnet und der Besitzer des anderen Nachbarhauses zur Renditesteigerung das Flachdach für eine Sammlung von Mobilfunkantennen nutzt“.
  • Das Wiederverkaufsrisiko: Kurzfristig ist eine Änderung der Zinspolitik nicht in Sicht, aber wie die Leit- und damit Kreditzinsen in fünf bis zehn Jahren stehen, weiß niemand. Steigen sie deutlich, dürften die Immobilienpreise sinken. Der einfache Grund: Höhere Zinskosten reduzieren den Kreis der potenziellen Interessenten, also die Nachfrage.

Wer eine Immobilie kauft, setze „ziemlich viel auf eine Karte“, so Tenhagens Fazit. Hier gibt es die ganze Kolumne zum Nachlesen.