Was kosten die Olympischen Spiele in Rio?

Es ist der Sommer des Sports. Erst die Fußball-EM und nun beginnen am 5. August die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro. Gut zwei Wochen lang treten in Brasilien die besten Sportler der Welt gegeneinander an. Doch wie viel kostet solch ein sportliches Megaprojekt eigentlich? Wir haben die finanziellen Fakten zusammengetragen.

Brasilien – Gewinner oder Verlierer der Spiele?

Das Gastgeberland muss für die Olympischen Spiele viel investieren – und leidet dabei unter seiner schwachen Währung. So liegt der Etat für die Durchführung der Veranstaltung bei 7,4 Milliarden Brasilianischen Real. Anfang 2014 entsprach die Summe noch fast 2,3 Milliarden Euro. Nach aktuellem Kurs sind es gerade noch 2,0 Milliarden. Grund dafür ist die Inflation von rund zehn Prozent, die den Import von Waren und Dienstleistungen aus dem Ausland verteuert. Aus dem Grund mussten die Organisatoren zum Beispiel bereits die Anzahl der Shuttle-Fahrzeuge um ein Fünftel reduzieren. Auch werden weniger Volunteers eingesetzt als geplant, um Personalkosten zu sparen.


Der Gastgeber hofft, das Geld an anderer Stelle wieder herein zu bekommen. Die wichtigsten Einnahmequellen sind Sponsorengelder, Medien- und Lizenzrechte sowie der Ticket-Verkauf.

Einen echten wirtschaftlichen Aufschwung dürften die Spiele Brasilien jedoch wohl nicht bescheren. Denn das Land wird von der stärksten Wirtschaftskrise seit den 1980er-Jahren geplagt. Laut aktuellen Prognosen dürfte die Wirtschaft in Brasilien 2016 um 3,8 Prozent schrumpfen – ähnlich stark, wie schon im vergangenen Jahr. Daran können auch die Sommerspiele nicht viel ändern. Bei deren Vergabe 2009 habe es noch geheißen, schreibt die Stuttgarter Zeitung, dass jeder in Olympia investierte Dollar zwei weitere Dollar Investitionen nach sich ziehen werde. Davon, so die Zeitung, rede in Brasilien allerdings schon lange niemand mehr.

Die volkswirtschaftlichen Effekte großer Sportveranstaltungen sind ohnehin gering: Olympia 2012 in London brachte Großbritannien im dritten Quartal 2012 ein leichtes Plus beim Bruttoinlandsprodukt von etwa 0,3 Prozent. Im vierten Quartal desselben Jahres sei dieses jedoch schon wieder verpufft gewesen, so die Neue Zürcher Zeitung und schreibt: „Die Investmentbank Goldman Sachs ist zum Schluss gekommen, dass der Nettoeffekt praktisch gleich null sein werde.“

Nicht in den oben genannten Durchführungs-Kosten enthalten sind Baumaßnahmen für Sportstätten und Infrastruktur. Diese mit eingerechnet, liegen die zu erwartenden Gesamtausgaben in Brasilien bei rund 10,7 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Die Spiele in London 2012 kosteten rund 13,5 Milliarden. In den vergangenen Jahrzehnten haben sich die Ausgaben damit vervielfacht: In München 1972 lag das Gesamtbudget bei weniger als einem Zehntel der aktuellen Summe – bei 985 Millionen.

So viel kostet die Übertragungsrechte

In Deutschland übertragen ARD und ZDF die Spiele. Zusätzliche Berichterstattung wird man auch auf den Online-Auftritten der öffentlich-rechtlichen Sender finden. Diese geben für die Medienrechte an sportlichen Großereignissen traditionell sehr viel Geld aus. Für die Winterspiele 2014 in Sotschi (Russland) und die Sommerspiele in Rio haben sie laut Frankfurter Allgemeinen Zeitung 110 Millionen Euro gezahlt. Das aber ist noch ein Schnäppchen im Vergleich zu Fußballturnieren. Für die vergangene WM und EM mussten die Sender in Summe 325 Millionen Euro zahlen.

Eine Reise nach Rio

Wem es nicht reicht, sich die Spiele im Fernsehen anzuschauen, der muss tief in die Tasche greifen. Kurzfristig gebucht, kostet ein Flug von Frankfurt nach Rio und zurück zu vielen Olympia-Terminen 1.300 Euro und mehr. Die Preise für ein Ticket vor Ort variieren sehr stark. Für umgerechnet 13 Euro kann man sich ein Tennis- oder Hockey-Vorrundenspiel anschauen, für die gefragtesten Plätze bei den wichtigsten Veranstaltungen werden laut idealo.de allerdings mehr als 1.250 Euro fällig.

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