Sparschwein: Lieblingstier deutscher Sparer

Risikovermeidung statt Renditechancen – eine neue Umfrage bestätigt diese Grundhaltung der Deutschen bei der Geldanlage: 57 Prozent stecken Geld daheim immer noch in Sparschwein oder Spardose. Und das, obwohl es dort garantiert gar keine Zinsen abwirft und im Gegenteil durch die Inflation sogar langfristig an Wert verliert. Es ist auch nicht nur der Nachwuchs, der zuhause Schwein oder Dose füttert: Auch von den Menschen ohne Kindern im Haushalt nutzten 49 Prozent diese Art des Sparens, so eine Umfrage der Marktforscher von GfK im Auftrag der Bank of Scotland.

Die Zahlen passen zu weiteren Studien von Bankenverband und anderen Finanz-Akteuren. So ergab eine Umfrage der Postbank in diesem Sommer, dass für 91 Prozent der Deutschen Sicherheit das wichtigste Kriterium bei der Geldanlage sei. In noch stärkerem Maße gelte dies sogar für jüngere Menschen. Das eigene Geld gewinnbringend anzulegen, sprich eine attraktive Rendite zu erzählen, war laut Postbank nur Priorität Nummer drei.

Beide Umfragen passen zu einer Allensbach-Umfrage im im Auftrag des Bankenverbandes zur Risikobereitschaft der Deutschen. 57 Prozent der Befragten hielten es demnach zwar für wichtig, „auch einmal etwas zu riskieren“. Unter 22 Schlagworten zu Haltungen, die „im Leben wichtig sind“, landet die „Risikobereitschaft“ auf dem letzten Rang: mit gerade einmal 9 Prozent Zustimmung.

Mit Blick auf Vermögensaufbau und Altersvorsorge ist eine solche Risikoaversion bei der Geldanlage jedoch hinderlich bis gefährlich. Die Erfahrung zeigt, dass Wertpapiere auf lange Sicht die vielversprechendsten Anlagen sind: Trotz Schwankungen der Börsenkurse sind mit Aktien langfristig durchschnittliche Renditen von etwa fünf bis zehn Prozent im Jahr möglich. Ein Blick auf das vergangene Jahr bestätigt dies: Wer am ersten Handelstag 2015 sein Depot mit einem Querschnitt aus DAX-Aktien befüllte, konnte zum Jahresende mehr als fünf Prozent Rendite verbuchen. Im Sparbuch hätten Scheine und Münzen hingegen durch die Inflation 0,3 Prozent an Wert verloren.