Tipps und Tricks für die Steuererklärung

Bis zum 31. Mai müssen viele Bundesbürger ihre Einkommenssteuererklärung für 2015 beim Finanzamt abgeben. Nachzügler haben also noch knapp eine Woche Zeit, die ungeliebten Formulare auszufüllen. Aber auch für diejenigen, die keine Steuererklärung abgeben müssen, kann sich der Aufwand durchaus lohnen. Denn statistisch betrachtet bekommen Steuerzahler in Deutschland pro Jahr fast 900 Euro an zu viel bezahlter Steuer vom Finanzamt erstattet, so finanztip.de

Viele wissen jedoch gar nicht, welche Kosten sie in der Steuerklärung geltend machen können. Mit folgenden Tipps können Sie eine Menge Geld sparen.

Handwerkerrechnungen, etwa vom Klempner oder Installateur, sowie haushaltsnahe Dienstleistungen, etwa durch eine Putzkraft oder einen Gärtner, können Sie zu einem Anteil von 20 Prozent von der Steuer absetzen. Übrigens gilt dies nicht nur für Eigenheimbesitzer, sondern auch für Mieter. Sie können ihren Kostenanteil aus der Nebenkostenabrechnung ihres Vermieters direkt in die Steuererklärung übertragen. Seit neuestem können auch die professionelle Pflege und Betreuung von Haustieren als haushaltsnahe Dienstleistungen geltend gemacht werden. Wichtig: Um den Steuerabzug zu erhalten, müssen Sie die Rechnungen per Überweisung bezahlt haben, nicht in bar.

Viele Steuerzahler können auch außergewöhnliche Belastungen wie beispielsweise Krankheitskosten, Zahnersatz, Brille oder orthopädische Hilfsmittel geltend machen. Dies gilt allerdings nur, wenn sie die „zumutbare Belastung“ des Steuerpflichtigen übersteigen. Wie hoch diese ist, hängt individuell vom Einkommen und der Zahl der Kinder ab. Bei Steuerzahlern ohne Kinder und einem Einkommen bis 15.340 Euro liegt die Grenze zum Beispiel bei fünf Prozent der Gesamteinkünfte. Bei größeren Ausgaben für Gesundheit oder Pflege lohnt es sich auf jeden Fall, die Belege zu sammeln und die Gesamtkosten in der Steuererklärung anzugeben.

Kapitalerträge sind nach wie vor bis zu einem persönlichen Freibetrag von 801 Euro steuerfrei. Was allerdings neu ist: Seit Anfang dieses Jahres sind Freistellungsaufträge nur noch gültig, wenn der Bank die Steueridentifikationsnummer des Kunden vorliegt. Haben Sie diese Ihrer Bank noch nicht mitgeteilt, sollen Sie das schleunigst nachholen.

Arbeitnehmer können Aufwendungen rund um ihren Beruf als Werbungskosten in ihrer Steuererklärung angeben. Allgemein gilt dabei eine Pauschale von 1.000 Euro. Wenn die tatsächlichen Kosten die Pauschale übersteigen, müssen sie gesondert angegeben werden. Neben Büromaterialien oder Ausgaben für Bewerbungen kann man zum Beispiel auch Gebühren fürs Gehaltskonto geltend machen. Angestellte, die von zuhause arbeiten, können auch einen neuen PC von der Steuer absetzen, wenn sie ihn zu über 90 Prozent beruflich nutzen. Kosten für das häusliche Arbeitszimmer können bis zu einer Summe von 1.250 Euro pro Jahr abgerechnet werden, wenn es der Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit ist oder der Arbeitgeber keinen Schreibtisch zur Verfügung stellt.

Jetzt abgeben – oder doch noch warten? 

Auch Arbeitnehmer ohne steuerpflichtigen Nebeneinkünfte, deren Lohnsteuer automatisch an das Finanzamt abgeführt wird, könne sich mit einer freiwilligen Steuererklärung also eine Menge Geld vom Staat zurückholen. In manchen Fällen lohnt es sich jedoch, mit der freiwilligen Steuererklärung noch zu warten, rät spiegel.de. Denn ab dem 15. Monat nach dem Veranlagungsjahr muss das Finanzamt pro Monat 0,5 Prozent auf den zu erstattenden Steuerbetrag zahlen. Das sind 6 Prozent im Jahr – wo gibt es die zurzeit sonst? 

Die freiwillige Steuererklärung muss man spätestens vier Jahre nach dem Jahr der Veranlagung abgeben. Bis dahin kann man von diesen Zinsen profitieren. Dies gilt jedoch – das nur nochmals als Hinweis – nur, wenn Sie die Steuererklärung freiwillig abgeben. Wann Sie sie hingegen abgeben müssen, lesen Sie hier bei finanztip.de.