Darauf müssen Sie bei der Baufinanzierung achten

Die Zahl der vergebenen Baukredite an Privathaushalte hat ein Rekordniveau erreicht. Laut Bundesbank wurden bis Ende 2015 1,23 Billionen Euro für kreditfinanzierte Bauvorhaben vergeben – das ist ein Plus von 3,5 Prozent gegenüber Vorjahr. Dies liegt sicherlich auch an den derzeit ausgesprochen günstigen Kreditzinsen. Für Verbraucher birgt diese attraktive Konstellation jedoch auch Gefahren. Obwohl die niedrigen Kreditzinsen das Herz eines Haus- oder Wohnungsinteressenten höherschlagen lassen, rät der Bankenverband zur Vorsicht. 

Denn die Immobilienpreise sind in den vergangenen Jahren vielerorts stark gestiegen – diese Entwicklung ist jedoch vielerorts endlich. Denn Bis 2030 werden nur noch zwei von fünf Städten wachsen – Flüchtlingszustrom mit einberechnet – in den vergangenen zehn Jahren waren es zwei Drittel. Und Bevölkerungswachstum ist nun mal einer der sichersten Preistreiber. 

„Man muss sich ganz genau anschauen, ob sich das, was man als Baufinanzierungsprojekt im Auge hat, überhaupt lohnt, oder ob es nicht überteuert ist“, sagt Kerstin Altendorf vom Bankenverband. In jedem Fall solle man aufpassen, dass man sich nicht übernimmt. Denn: Auch günstige Kredite sind immer noch zurückzuzahlen. 40 Prozent Eigenkapital ist für eine Hausfinanzierung eine sehr gute Basis. Auch 20 Prozent sind denkbar, vorausgesetzt, der Kredit lässt einem zum Leben noch genug übrig. 

Niedrige Zinsen langfristig sichern 

Ein weiterer zu beachtender Aspekt ist die Tilgung. „Wer bei diesen niedrigen Zinsen jetzt nicht mindestens zwei bis drei Prozent tilgt, macht einen großen Fehler“, meint die BdB-Expertin. Denn zumindest auf lange Sicht werden die Zinsen wieder steigen. Bis dahin sollte man versuchen, so weit wie möglich von seinem Kreditberg herunterzukommen. Außerdem spricht vieles dafür, sich die günstigen Zinsen langfristig zu sichern. Dabei sollte man im Blick haben, dass der Kreditvertrag nach zehn Jahren ohnehin gebührenfrei gekündigt werden kann. Gegenüber einer Kurzfrist-Finanzierung von fünf oder zehn Jahren Laufzeit gibt es zwar einen kleinen Zinsaufschlag. Dennoch sollte man vergleichen, welche Angebote man für 15, 20 oder sogar für 25 Jahre bekommt. 

Übrigens: Auch das Recht auf Sondertilgung ist mit dem Bankberater zu besprechen und zu klären, wie hoch der Finanzierungsbedarf tatsächlich ist. Schließlich kommen zu den Kosten für den Hauskauf auch noch Nebenkosten wie Notar, Steuern und eventuell Makler. Zudem möchte man sich nach dem Einzug oft ja noch ein paar Renovierungen oder Umbauten leisten können. „Viele Bauherren überschätzen, was sie an Eigenleistungen erbringen können“, sagt Kerstin Altendorf und warnt. „Nicht, dass Sie sich komplett übernehmen und mit einem Berg von Schulden dastehen.“