Bitte prüfen: Brauchen Sie dieses Dokument für Ihre Steuererklärung?

Wieder einmal läuft der Countdown: Bis 31. Mai muss die Einkommensteuererklärung für 2015 beim Finanzamt sein. Nur wer einen Steuerberater beschäftigt, hat noch ein paar Monate mehr Zeit. Ansonsten gilt hinsetzen, Block und Taschenrechner zücken und durch die Unterlagen und Akten arbeiten. Die gute Nachricht: Die meisten Arbeitnehmer erhalten von der Steuer Geld zurück – die Mühe lohnt sich also. 

Mit unserem Tipp gilt dies sogar noch ein wenig mehr: Es geht um die Jahressteuerbescheinigung 2015. Einige Sparer haben das Dokument von ihrer Bank schon zugeschickt bekommen. Dies ist in der Regel dann der Fall, wenn sie eine Verlustbescheinigung angefordert, Erträge aus ausländisch thesaurierenden Fonds erhalten oder veräußert haben. Alternativ kann man es – oft zusammen mit der Erträgnisaufstellung – bei seiner Bank anfordern. Je nach Institut kann dies kostenpflichtig sein. 

Wann man Kapitalerträge angeben kann - und wann man es muss

Die Jahressteuerbescheinigung listet alle Erträge aus Wertpapieren und Einlagen auf, die Sie im jeweiligen Jahr erzielt haben. Sie enthält zudem Angaben zum Freistellungsauftrag, zur einbehaltenen Kapitalertragsteuer plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Auch saldierte Veräußerungsverluste und -gewinne sind hier aufgeführt.

Oft genügt es, die Steuer-Dokumente einfach zu archivieren. Denn zumeist hat die Bank die Steuer bereits mit Gutschrift der Kapitalerträge abgezogen. Aber, und das sollten Verbraucher wissen: Es gibt es einige Ausnahmen, in denen es sinnvoll ist oder sogar notwendig, in der Steuererklärung seine Kapitalerträge anzugeben. Hier vier gängige Fälle:

  • Für Kapitalerträge wurde noch keine Abgeltungsteuer gezahlt. Bei Erträgen aus Konten oder Depots, die im Ausland geführt werden, greift die Abgeltungsteuer zum Beispiel nicht.
  • Sie sind kirchensteuerpflichtig, haben aber Ihre Bank nicht beauftragt, die Kirchensteuer direkt abzuführen. Somit kann das Finanzamt den Betrag nacherheben.
  • Verluste und Gewinne bei unterschiedlichen Banken sollen miteinander verrechnet werden. 
  • Ihr persönlicher Steuersatz liegt unter 25 Prozent, etwa im Ruhestand. In diesem Fall kann es sich lohnen, beim Finanzamt eine sogenannte Günstigerprüfung zu beantragen. Stellt sich dabei heraus, dass die Besteuerung nach dem persönlichen Steuersatz für den Anleger günstiger ist (daher der Name), wird das Finanzamt ihm die zu viel gezahlte Abgeltungsteuer zurückzahlen.

Wichtig zu wissen: Rentner und nicht berufstätige Kinder können Zinsen und Dividenden oft über den Sparer-Pauschbetrag von 801 Euro hinaus steuerfrei einnehmen. Die Voraussetzung dafür ist, dass die jährlichen Einkünfte nicht den steuerlichen Grundfreibetrag überschreiten. Dieser liegt aktuell bei 8.652 Euro. Dazu kommt noch der Sonderausgaben-Pauschbetrag von 36 Euro.