Kleine Sprachgeschichte unserer Währungen

Eigentlich müsste die US-Notenbank im Erzgebirge sitzen. Genauer gesagt im tschechischen 3.481-Einwohner-Örtchen Jáchymov. Denn dort wurde einst der Dollar geboren. Als Jáchymov noch Joachimstal hieß und im 16. Jahrhundert im Zentrum eines florierenden Silberbergbaus lag, begannen die damaligen Grafen, Münzen zu prägen: „Joachimstaler“. Bald bürgerte sich die Kurzform „Taler“ ein, daraus wurde im nieder- und norddeutschen „Daler“ und schon war der etymologische Weg zum „Dollar“ nicht mehr weit. 

Der Dollar kommt aus Böhmen, die Mark aus dem Mittelalter

Die Episode ist nur eine von vielen spannenden aus der Sprachgeschichte des Geldes. Die „Wirtschaftswoche“ hat nun eine Reihe weiterer zusammengetragen und ist Namen von Währungen auf den Grund gegangen. Hier unsere Top 5: 

  1. Die Mark: Ihr Name geht (übrigens genauso wie die finnische Markka) auf eine frühmittelalterliche Gewichtseinheit zurück. Sie wurde ab dem 11. Jahrhundert genutzt und betrug etwa ein halbes Pfund. Besonders bedeutsam vor knapp 900 Jahren war übrigens die „Cölnische Mark“ – als Gewicht, nicht als Währung, versteht sich.​
     
  2. Das Pfund: Sprachgeschichtlich ist die Währung, mit der Briten, aber auch Syrer oder Ägypter zahlen, ein ganz alter Bekannter. Der Begriff stammt vom lateinischen „pondus“ ab, dem „Gewicht“. Auf das Wort gehen übrigens mehrere Währungen zurück – auch „Peso“ zum Beispiel bedeutet im Spanischen Gewicht. 
     
  3. Der Forint: Der Name der ungarischen Währung kommt vom Italienischen Wort für Blume, „fiore“. 
     
  4. Der Zloty: Schlicht, kurz und edel: Der Name der polnischen Währung geht zurück auf das Wort für „golden“. Edelmetalle sind übrigens häufige Namensgeber: „Silber“ etwa für den russischen Rubel.
     
  5. Der Ringgit: Der Name der Währung in Malaysia weist auf eine uralte Problematik beim Geld hin – das Fälschen. „Ringgit“ kommt vom malaysischen Wort für „gezackt“. Früher schliffen Fälscher von Edelmetallmünzen gerne an den Rändern ein wenig Material ab, um aus dem Metallstaub neue Münzen herzustellen. Indem man sie mit gezackten Rändern versah, konnte man dem vorbeugen: So ließen sich Abschleifungen leichter erkennen.