Bezahlen wir bald per Selfie?

Blinzeln, bitte. Das Bezahlen an den Kassen könnte sich bald grundlegend ändern. Der Kreditkarten-Anbieter MasterCard hat bei der weltgrößten Mobilfunkmesse „Mobile World Congress“ in Barcelona jetzt eine entsprechende technische Neuerung vorgestellt.

Passend zum Selfie-Trend, der bereits auch Weltpolitiker wie Angela Merkel und Barack Obama eingeholt hat, will das Unternehmen eine neue Zahlungsmethode mit Selbstportraits einführen, wie die „ZEIT“ berichtete: Kunden von MasterCard installieren eine spezielle App auf ihrem Smartphone, Tablet oder PC. Damit machen sie ein Musterbild von sich, das an das Unternehmen übermittelt wird. Um Datenschutz-Bedenken auszuräumen, soll nicht das Foto, sondern nur ein so genannter Hash, also ein errechneter Code aus den Bilddaten, gespeichert werden. Dieser Code ist einmalig und das Muster für folgende Verschlüsselungen.

Werden wir bei einem Bezahlvorgang aufgefordert uns zu authentifizieren, war das bislang nur mit Unterschrift oder PIN möglich. In Zukunft öffnet sich nach Eingabe der Kartennummer und -daten die installierte App und fordert uns auf, ein Selfie zu machen. Der Code des neuen Fotos wird an MasterCard übertragen und mit dem hinterlegten abgeglichen. Wichtig hierbei ist, dass wir ab und zu blinzeln, denn nur so wird der App verdeutlicht, dass wir kein Bild vor die Kamera halten sondern „live“ davorstehen. Das soll die Gesichtserkennung vor Betrügern schützen. Allerdings ist bis jetzt noch unklar, wie sicher dieser Biometrie-Code ist und ob sich das Blinzeln nicht durch das kurze Ausblenden der Augen von einem Foto mithilfe eines Objektes überlistet ließe.

Da bisher die Zahlung mit Kreditkarten meist lediglich Zahlencodes erfordert, kommt es vermehrt zu Phishing, also dem Versuch des Identitätsdiebstahls und der Kontoplünderung durch Hacker. Eine Ende 2015 verabschiedete EU-Richtlinie verpflichtet Mobile-Payment-Anbieter zur besseren Kundenauthentifizierung – zum Beispiel auf Biometrie-Basis. In anderen Branchen – man denke an Apples Fingerabdruck-Erkennung – findet man schon vergleichbare Lösungen.

Und auch MasterCard arbeitet an weiteren Ideen: Laut „Spiegel“ und „SZ“ soll es Pläne geben, Kunden anhand ihrer Stimme, eines Iris-Scans und sogar ihres Herzschlages zu erkennen.