Anlegen in Immo-Fonds: Das sollten Sie wissen

Das geflügelte Wort vom Betongold trifft es genau: Die Deutschen schätzen Immobilien als wertstabile Anlage. Für jeden dritten Anleger wären der Kauf einer Wohnung oder eines Hauses als Geldanlage erste Wahl, wenn er oder sie entsprechende Beträge zur Verfügung hätte. Keine andere Anlageform ist begehrter, so eine aktuelle BdB-Umfrage. In Immobilien investieren lässt sich allerdings auch mit kleineren Beträgen - und zwar in Immobilienfonds. Etwa 88 Milliarden Euro haben die Deutschen derzeit in offenen Immo-Fonds angelegt. Allein fünf Milliarden kamen im vergangenen Jahr neu hinzu. 

Was man wissen muss: Offene Immobilienfonds unterliegen in gewissen Punkten anderen Regeln als Aktien, Renten- und Mischfonds. Letztere können Sie jederzeit zum aktuellen Anteilswert zurückgeben. Immo-Fonds hingegen unterliegen Halte- und Kündigungsfristen. So gilt für Neuanleger eine zweijährige Mindesthaltefrist. Zudem ist eine Kündigungsfrist von zwölf Monaten einzuhalten – wobei Sie bereits innerhalb der zweijährigen Mindesthaltefrist kündigen können.

Was viele nicht wissen: Es gibt ein Schlupfloch. An den Börse können Sie Anteile offener Immobilienfonds auch kurzfristig verkaufen, ohne Fristen zu beachten. Denn diese gelten nur für Rückgaben an die Fondsgesellschaft. Allerdings richtet sich der Börsenpreis, zu dem Fondsanteile gehandelt werden, nach Angebot und Nachfrage. Er stimmt in der Regel nicht mit dem Anteilswert überein, zu dem die Fondsgesellschaft Anteile zurücknimmt. 

Warum einige Fonds derzeit keine neuen Gelder annehmen

Mit offenen Immo-Fonds haben Sie also die Möglichkeit, bereits mit kleinen Beträgen in eine Vielzahl von Immobilien zu investieren – teilweise bereits ab 50 Euro. Allerdings nehmen einige Fondsgesellschaften derzeit keine neuen Anlagegelder an. Der Grund: Sie finden nicht genügend attraktive Immobilien zu angemessenen Preisen. Sorgen um den Wert ihrer Fondsanteile müssen sich Anleger deshalb nicht machen. Im Gegenteil: Die Einstellung der Anteilsausgabe schützt bisherige Anteilsbesitzer. Schließlich würde es ihre Rendite mindern, könnte neues Geld nicht gewinnbringend genug in neue Immobilien investiert werden.