Freibeträge der Kinder nutzen – Steuerlast legal senken

Viele Familien wissen es nicht und verschenken so Jahr für Jahr Geld: Wer Kinder hat, kann Kapitalerträge auf mehrere Schultern verteilen und Kapitalvermögen an den Nachwuchs verschenken. Da Kindern genauso jährliche Freibeträge bei der Einkommensbesteuerung zustehen wie Erwachsenen, lässt sich die Steuerlast völlig legal vermindern.

Besonders interessant ist die Möglichkeit bei Fonds oder Aktien, die – anders als Sparkonten – auch 2016 wieder vielfach attraktivere Renditen gebracht haben. Bei Erträgen von 2,5 Prozent etwa reicht bereits ein Kapitalvermögen von etwas mehr als 32.000 Euro, um den Sparer-Pauschbetrag von 801 Euro zu überschreiten. Mit folgenden – erhöhten – Steuerbefreiungen können 2017 auch Kinder rechnen, die ausschließlich Einnahmen aus Kapitalvermögen haben:

 Grundfreibetrag            8.820 Euro
 Sparer-Pauschbetrag               801 Euro
 Sonderausgaben-Pauschbetrag                 36 Euro
 Insg. steuerfrei pro Kind

           9.657 Euro

Diese 9.657 Euro gelten für Zinsen, Dividenden und andere Einnahmen aus Kapitalvermögen. Zu letzteren gehören auch Gewinne aus der Veräußerung von nach 2008 erworbenen Wertpapieren wie Aktien, Anleihen und Fonds.

Bis 400.000 Euro keine Schenkungssteuer

Verschenken Eltern Kapitalvermögen an ihren Nachwuchs, fällt bis zu einem Betrag von 400.000 Euro keine Schenkungssteuer an. Wichtig zu wissen: Dieser Betrag gilt für jedes Kind, und Sie können ihn nach Ablauf von zehn Jahren erneut in Anspruch nehmen. Eine Vermögensübertragung innerhalb der Familie erkennt das Finanzamt jedoch nur an, wenn man sie nicht offenkundig nur zur Steuervermeidung vornimmt. Das heißt: Die Schenkung muss den zivilrechtlichen Vorschriften entsprechen und glaubhaft sein.

Als Mindestvoraussetzung dafür gilt ein Konto oder Depot auf den Namen des Kindes. Zudem dürfen die Eltern nicht mehr ohne weiteres auf das verschenkte Kapital und dessen Erträge für eigene Zwecke zurückgreifen. Zudem sollte man berücksichtigen, dass Kinder mit hohen Einkünften eigene Beiträge in die gesetzliche Krankenversicherung zahlen müssen. Auch staatliche Förderungen wie das BAföG können von bestimmten Einkommens- und Vermögensgrenzen betroffen sein. Bevor Sie also komplexere Vermögensübertragungen angehen, sollten Sie sich zu rechtlichen und steuerlichen Aspekten beraten lassen.