Geldgeschichte(n) – Teil 21: Die Lehman-Pleite

In unserer Reihe blicken wir auf die Geschichte der Finanz- und Wirtschaftswelt zurück. Welche Ereignisse haben in dieser Kalenderwoche einst Märkte und Menschen bewegt? Heute: der 15. September 2008. Am sogenannten „Schwarzen Montag“ beantragte die US-Investmentbank Lehman Brothers Insolvenz – mit gravierenden Folgen für die gesamte Finanzwelt.

Sie war zunächst sehr klein, vergrößerte sich nahezu unbemerkt, um schließlich eine weltweite Finanzkrise auszulösen: die Immobilienblase in den USA. Sie war ein wesentlicher Grund für weltweit geschnürte Rettungspakete für das Bankwesen. Eine US-amerikanische Investmentbank steht heute stellvertretend für den Beginn der jahrelangen Misere an den Geldmärkten: Lehman Brothers aus New York. Die Bank meldete am 15. September 2008 Insolvenz an.

Doch wie konnte ein aus dem Fundament geratener Immobilienmarkt dazu führen, dass eine Investmentbank pleite geht? Um das Wachstum in den USA anzukurbeln, hatten US-Hypothekenbanken über Jahre hinweg (zu) günstige Häuserkredite vergeben; nicht selten auch an Schuldner, die sich in ihrer finanziellen Situation eigentlich gar kein Haus leisten konnten. Das schraubte die Nachfrage nach Immobilien erst mal deutlich nach oben, für viele schien der Traum vom Eigenheim keine Utopie mehr. Doch als die Kreditzinsen plötzlich wieder stiegen, brach die Zahl der Käufe ein und die vermeintlich sicheren Anlagen verloren schlagartig einen Großteil ihres (Buch-)Werts.

„Too big to fail?“

Die ausfallenden Kreditrückzahlungen belasteten nicht nur Hypothekenbanken, sondern auch andere Banken, Fonds und Versicherungen in der ganzen Welt. Wieso? In den Jahren zuvor wurde eine Vielzahl von Krediten zu Paketen gebündelt und die darauf beruhenden Anleihen weltweit verkauft. Allerdings wurde es immer unkalkulierbarer, mit welchen Ausfallrisiken diese Papiere tatsächlich behaftet waren. Als die Immobilienblase schließlich platzte, weil die Schuldner ihre Kredite nicht mehr bedienen konnten, kam es zu einem Dominoeffekt:  Banken auf der ganzen Welt waren betroffen, weil viele die plötzlich wertlosen Pakete abschreiben mussten. Das brachte zahlreiche Finanzhäuser in Bedrängnis.

Im September 2008 strauchelte schließlich auch Lehman Brothers – und die US-Regierung entschied nach tagelangen Verhandlungen, nicht erneut den Rettungsschirm zu spannen. Damit war das Ende der einst so erfolgreichen Investmentbank besiegelt. Eine knappe Woche nach der Insolvenzanmeldung übernahm die britische Bank Barclays die Abteilungen Wertpapierhandel und Investmentbanking, dennoch verlor ein Großteil der rund 25.000 Mitarbeiter seinen Job.