So schützen Sie sich vor Anlagebetrügern!

Jede Menge Geld auf der Bank, doch die Zinsen sind mau – da klingen Angebote mit hohen Renditeversprechen verlockend. Leichtes Spiel für Anlagebetrüger: Zwar sind die Fälle nach der polizeilichen Kriminalstatistik leicht rückläufig – 7.815 Delikte waren es 2016 gegenüber 8.022 im Vorjahr –, doch der dabei entstandene Schaden ist um gut acht Prozent auf 356 Millionen Euro angestiegen.

Wir geben Ihnen einen Leitfaden an die Hand, mit dessen Hilfe Sie unseriöse Angebote erkennen können:

  • Zeitdruck: „Wir garantieren Ihnen Spitzengewinne, wenn Sie noch heute investieren.“ Vorsicht bei solchen Formulierungen, die Sie zu einer Anlage drängen wollen! Die Erfahrung zeigt: Übereilte Entscheidungen bereut man später oft. Vor einer Investition sollten Sie sich immer die Zeit nehmen, um Anbieter und Produkt genau zu prüfen.
     
  • Beratungsprotokoll: Banken und andere Finanzdienstleister sind gesetzlich verpflichtet, Sie über die Risiken der empfohlenen Produkte aufzuklären. Vor Vertragsabschluss müssen sie Ihnen ein Protokoll über den Inhalt der Anlageberatung aushändigen. So können Sie noch einmal in Ruhe abwägen, ob die Geldanlage wirklich zu Ihrem Anlageziel passt und welche Chancen und Risiken damit verbunden sind. Gibt es kein solches Protokoll: Finger weg!
     
  • Seriosität des Anbieters: Lassen Sie sich die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) des Anbieters zeigen und achten Sie auf Haftungsbeschränkungen durch die Gesellschaftsform (zum Beispiel erkennbar an der Bezeichnung „Limited“). Haben Vertragspartner oder Vermittler ihren Firmensitz in exotischen Ländern, sollten Sie hellhörig werden: Im Schadensfall sind rechtliche Ansprüche nur schwer durchzusetzen.
     
  • Verbotener Telefonkontakt: Unseriöse Anbieter versuchen es häufig telefonisch bei potentiellen Kunden – doch das ist gesetzlich verboten. Die Zahl unerlaubter Werbeanrufer ist im vergangenen Jahr sogar weiter gestiegen. Am besten sollten Sie sich erst gar nicht auf ein Gespräch einlassen.
     
  • Unrealistische Gewinnversprechen: Lassen Sie sich nicht von astronomischen Renditeversprechen blenden! Orientierungshilfe: Sichere Anlagen bringen derzeit zwischen null und einem Prozent Zinsen. Zehnjährige Bundesanleihen rentieren aktuell mit etwa 0,3 Prozent. Höhere Renditen bedeuten auch mehr Risiko. Langfristig ein gutes Chance-Risiko-Verhältnis bilden erfahrungsgemäß Aktien(fonds).
     
  • Überzogene Provisionsregelungen: Ungewöhnlich hohe Provisionsforderungen sprechen dafür, dass der „Anlagespezialist“ eher den eigenen Gewinn als den des Kunden im Sinn hat. Falls Sie das Gefühl haben, dass er Provisionen sogar verschleiert oder falsch ausweist, sollten Sie unbedingt von der Offerte Abstand nehmen.
     
  • Verdächtige Folgegeschäfte: Um Sie als potenziellen Anleger zu ködern, sorgen die vermeintlichen Geldprofis für ein rasches Erfolgserlebnis: Ein erster, geringer Einsatz Ihres Kapitals bringt gleich stattliche Gewinne. Meist unterbreiten die Betrüger Ihnen gleichzeitig ein neues Angebot, allerdings unter Einsatz einer erheblich größeren Anlagesumme. Auch hier gilt: Nicht auf solche Lockangebote einlassen!
     

Wer dennoch auf einen Anlagebetrüger hereingefallen ist, sollte sich unbedingt wehren – scheuen Sie sich auch nicht, umgehend Anzeige bei der Polizei zu erstatten.