Baufinanzierung: Schneller tilgen spart Kosten

Der Traum vom Eigenheim erfasst immer mehr Deutsche. Und immer mehr erfüllen ihn sich angesichts der weiterhin sehr niedrigen Zinsen auch: Das Volumen der an private Haushalte vergebenen Wohnungsbaukredite erreichte im März 2017 ein Gesamtvolumen von 922 Milliarden Euro, so Zahlen der Bundesbank.

Allein die Zinskonditionen im Blick zu haben, wenn Sie einen Kredit aufnehmen, reicht jedoch nicht. Ganz zentral ist die Frage, wie hoch die Tilgungsrate sein soll. Denn die Zinsersparnis, die Ihnen das aktuelle Niedrigzinsniveau verschafft, stecken Sie am besten direkt in eine höhere Tilgung: Je höher der anfängliche Tilgungssatz, desto schneller sind Sie schuldenfrei beziehungsweise desto schneller sinken Ihre Zinskosten.

Nach 17 statt nach 35 Jahren schuldenfrei

Ein Rechenbeispiel zeigt, wie hoch die Ersparnis sein kann. Angenommen, Ihr Darlehen beträgt 200.000 Euro und Sie zahlen 2% Zinsen. Dann bräuchte es bei einer jährlichen Tilgung von ebenfalls 2% knapp 35 Jahre, bis das Darlehen getilgt ist. In Summe zahlen Sie in der Zeit gut 77.000 Euro Zinskosten. Tilgen Sie statt dessen von Beginn an 3%, sind Sie schon nach gut 24 Jahren schuldenfrei. Der eine Prozentpunkt bringt Ihnen zudem in Summe 12.000 Euro Ersparnis bei den Zinskosten. Falls Sie es sich sogar leisten können, 5% zu tilgen, dann hätten Sie das Darlehen bereits nach 17 Jahren getilgt (also der Hälfte der Zeit aus Modell 1). Mit 36.000 Euro würden Sie sogar weniger als die Hälfte an Zinsen zahlen.

Aber: Kalkulieren Sie die Tilgung auch nicht zu großzügig: Ein finanzieller Puffer für Notfälle ist wichtig, sei es, weil Ihr Auto den Geist aufgibt, oder weil Sie eine neue Waschmaschine brauchen. Die finanzielle Reserve sollten Sie schon im Blick haben, wenn Sie das Darlehen aufnehmen. Auch hier lohnt es, immer noch einen ausreichenden Puffer als finanzielle Reserve zurückzuhalten.