Kleines Geld mit großer Bedeutung – Teil 3

Fotos: Münzhandelshaus Historia Hamburg

Im August sind viele Deutsche im Sommerurlaub. Dank der Währungsunion muss man dabei in den Ländern des Euroraumes keinen Gedanken mehr an Geldwechsel verschwenden. Unterschiedlich sind nur noch die Rückseiten der Münzen – doch welchen Ursprung haben die einzelnen Abbildungen darauf? Unsere Serie erklärt es.

Folge 3: Frankreich – Münzen werben für Europa

Als eines von zunächst zwölf Ländern führte Frankreich am 1. Januar 2002 den Euro als offizielles Zahlungsmittel ein. Er löste den französischen Franc ab. Aus mehr als 1.200 Entwürfen hatte zuvor eine nationale Jury drei Motive für die Euro-Münzen ausgewählt. Das Kürzel „RF auf allen Münzen steht für „République française“.

Bäume mit symbolischen Wurzeln

Die 2- und 1-Euro-Münzen zeigen auf ihrer Rückseite einen Baum. Anders als in Deutschland, wo traditionell die Eiche – beziehungsweise ihr Laub – seit Jahrhunderten erste Wahl für Münzpräger ist, stellt die französische Variante keine spezielle Baumart da.

Der Baum soll vielmehr allgemein Ausdruck von Leben, Beständigkeit und Wachstum sein. Ihn umrandet ein Sechseck, das auf die geografische Form des Landes anspielt. In Erinnerung an die Französische Revolution ist zudem der damalige Wahlspruch „Liberté, Egalité, Fraternité“ (deutsch: „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“) eingeprägt.

Stolz auf starke Frauen

Die 50-, 20- und 10-Cent-Münzen sind mit dem Abbild einer Säerin versehen. Dieses Motiv folgt einer langen französischen Tradition: Die Säerin war erstmals 1897 auf dem Franc zu finden und verkörpert Fortschritt und Fruchtbarkeit des Landes. Auf den Euro-Münzen soll das Motiv – so die Intention der Jury – die Integration Frankreichs im vereinten Europa darstellen.

Das Gleiche gilt für die 5-, 2- und 1-Cent-Münzen – sie ziert die Nationalfigur Marianne. Seit der Französischen Revolution ist sie ein Symbol für die Freiheit und für die Republik. Eine der berühmtesten Darstellungen der Marianne ist das Gemälde des Malers Eugène Delacroix, „Die Freiheit führt das Volk an“, von 1830.

Typischerweise trägt Marianne eine rote Jakobinermütze, welche in der Antike eine verbreitete Kopfbedeckung befreiter Sklaven war. Die Abbildung der Nationalheldin auf den Münzen soll ein beständiges und starkes Europa verkörpern.