Drei weit verbreitete Meinungen über Geld: wahr oder falsch?

Geld ist in unserem Alltag allgegenwärtig. Kein Wunder also, dass sich darum zahlreiche Geschichten ranken, die oft unhinterfragt “für bare Münze” genommen werden. Deshalb haben wir sechs der geläufigsten Geschichten rund ums Geld auf ihren Wahrheitsgehalt geprüft. Hier Teil 1 – die zweite Folge erscheint kommende Woche.

1. „Geld macht glücklich“

Es ist wohl der bekannteste Spruch über die Bedeutung von Geld. Doch lässt er sich wissenschaftlich belegen? Eine Studie der London School of Economics von Dezember 2016 zeigt, dass Geld nicht zwangsläufig glücklich macht. Zentrale Faktoren für unser Wohlbefinden sind Gesundheit, insbesondere die psychische, sowie die Menschen, mit denen wir uns umgeben. Der Studie zufolge sind Ängste und Depressionen bedrohlicher für unser Glück als Armut oder Arbeitslosigkeit.

In dem jährlich erscheinenden World Happiness Report steht immerhin einer der reichsten Staaten auf Platz eins: Norwegen. Der Wohlstand trage dazu bei, sei aber nicht die Hauptursache. Entscheidend sind laut der Studie vor allem das Gefühl der Fürsorge und der Großzügigkeit, Freiheit, Ehrlichkeit, Gesundheit und eine gut funktionierende Regierung.

Eine gewisse Rolle spielt das Einkommen aber offenbar schon: Die Wirtschaftsnobelpreisträger Daniel Kahnemann und Angus Deaton haben rund 450.000 Interviews ausgewertet und festgestellt: Parallel zum Einkommen steigt auch die Lebenszufriedenheit – am deutlichsten, wenn das Jahreseinkommen mehr als 75.000 Dollar beträgt.

Eine Studie der norisbank aus dem Jahr 2015 zeigt zudem, dass in Deutschland rund 79 Prozent der Menschen glauben, dass sie ohne ein angemessenes Einkommen nicht glücklich werden können. 72 Prozent der Befragten stimmten der Aussage zu, dass Geld einem die Freiheit gebe, Dinge zu tun, die Spaß machen. Deutschland befindet sich übrigens auf Platz 16 des World Happiness Reports.

Fazit: Geld mag also nicht automatisch dazu führen, dass wir glücklich sind, dennoch kann es vieles für uns vereinfachen und somit zu unserem Glück beitragen. Diese Geldgeschichte ist somit zumindest bedingt wahr.

2. „Mit Falschgeld zu bezahlen ist strafbar“

Wichtig ist hierbei die Frage, ob man dies bewusst getan hat: Wer unwissentlich mit Falschgeld bezahlt, wird strafrechtlich nicht weiter verfolgt. “Wenn er die Fälschung selbst nicht erkannt hat, handelt er nicht mit dem Vorsatz der Falschgeldverausgabung. Der Verausgaber macht sich in diesem Fall nicht strafbar”, schreibt das Bundeskriminalamt hierzu. Allerdings müssen Sie die Unwissenheit glaubhaft versichern. Sollten Sie jemals in den Besitz von Falschgeld gelangen, geben Sie dieses am besten sofort bei der nächsten Polizeidienststelle ab. Bringen Sie das Falschgeld jedoch mit Absicht in den Verkehr, erwartet Sie eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren gemäß § 147 des Strafgesetzbuches.

Fazit: Diese Geldgeschichte ist also bedingt richtig.

3. „Wenn die Bank Insolvenz anmeldet, ist mein Geld weg“

Nein, das stimmt so nicht: Laut Einlagensicherungsgesetz erhalten Sie als Bankkunde in Deutschland auch dann noch Geld von Ihren Konten, wenn Ihr Institut Insolvenz anmelden muss. Dabei greift bis zu einem Betrag von 100.000 Euro die gesetzliche Einlagensicherung. In Ausnahmefällen kann diese Summe auf bis zu 500.000 Euro steigen – beispielsweise wenn es sich um Beträge handelt, die soziale, gesetzlich vorgesehene Zwecke erfüllen und an bestimmte Lebensereignisse geknüpft sind. Das können Heirat, Scheidung, Ruhestand, Kündigung oder auch Krankheit sein oder auch „Beträge, die aus Immobilientransaktionen im Zusammenhang mit privat genutzten Wohnimmobilien resultieren“.

Die meisten Privatbanken bieten ihren Kunden zudem einen zusätzlichen Schutz durch den Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken. Hier liegt die Sicherungsgrenze bei 20 Prozent des haftenden Eigenkapitals des jeweiligen Institutes pro Kunde.

Der Schutzumfang des Einlagensicherungsfonds ist damit deutlich umfangreicher als die gesetzliche Sicherung: Bei einem Mitgliedsinstitut mit beispielsweise fünf Millionen Euro Eigenkapital liegt die Sicherungsgrenze bei einer Million Euro. In den meisten Fällen ist sie deutlich höher. So beträgt die durchschnittliche Sicherungsgrenze deutscher Privatbanken bei 190 Millionen Euro pro Kunde.

Fazit: Diese Geldgeschichte ist also falsch.

Nächste Woche geht es weiter mit drei weiteren gängigen Geld-Geschichten – unter anderem: „Überweisungen kann man zurückziehen“.