Echter oder falscher Fünfziger?

In den USA nutzen sie schon viele Verbraucher: „Mobile Wallets“, digitale Geldbeutel. Wo man bisher zum Bezahlen das Portemonnaie zückte, reicht es nun, sein Smartphone herauszuholen. Mit ein paar Klicks ist eine Rechnung beglichen. In Deutschland verwenden bislang nur Wenige digitale Bezahlmöglichkeiten; vor allem für Alltagsgeschäfte bevorzugt die Mehrheit Bargeld.

Doch Augen auf beim Zahlen mit Scheinen: Allein im ersten Halbjahr 2017 registrierte die Bundesbank in Deutschland rund 39.700 falsche Banknoten im Wert von 2,2 Millionen Euro. Das sind 8,7 Prozent mehr als im zweiten Halbjahr 2016. Die Zahlen klingen hoch – bezogen auf die insgesamt im Umlauf befindliche Menge an Bargeld sind sie jedoch überschaubar: Rein rechnerisch kommen rund zehn falsche Banknoten auf 10.000 Einwohner und Jahr, so die Bundesbank.

Interessant zu wissen: Rund zwei Drittel der Fälschungen hierzulande waren 50-Euro-Scheine. „Die aktuellen Falschgeld-Zahlen sind zwar im ersten Halbjahr gestiegen, allerdings gehe ich von einem Rückgang bei den 50-Euro-Fälschungen im zweiten Halbjahr aus“, so Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele.

Der neue 50er, der seit April 2017 im Umlauf ist

Der Grund: Die registrierten Fünfziger-Fälschungen waren mehrheitlich Kopien der alten Serie. Im April 2017 gaben die Europäische Zentralbank sowie die nationalen Notenbanken neue Fünfziger aus, welche durch veränderte Sicherheitseigenschaften deutlich schwerer zu fälschen sind. Auch nachdem ab 2013 die neuen 5-, 10- und 20-Euro-Scheine eingeführt wurden, gingen die Fälschungen jeweils deutlich zurück.

Nach wie vor sollten Sie bei der Verwendung von Bargeld jedoch aufmerksam sein. Um bei Euroscheinen Original von Fälschung zu unterscheiden, gibt es mehrere Möglichkeiten:

  1. Fühlen Sie genau: Die Scheine sind griffig und fest. Die Buchstabenfolgen „BCE ECB EZB EKT EKP“ (bei alten Versionen) beziehungsweise „BCE ECB EЦБ EZB EKP EKT EKB BĊE EBC“ (bei neuen Exemplaren) sind am Rand des Scheins leicht erhaben eingeprägt.

  2. Sehen Sie genau hin: Die neuen Scheine der „Europa-Serie“ sind mit einer Lackierung überzogen. Beim Kippen der Banknoten erkennen Sie das Hologramm, den Wert und bei den neuen Scheinen den Kopf der Göttin Europa als wechselndes Motiv. Alle Noten haben am rechten Rand ein Wasserzeichen und in der Mitte einen Sicherheitsfaden. Die neuen besitzen zudem eine glänzende Smaragdzahl als Merkmal, welche beim Kippen ihre Farbe leicht ändert.

  3. Prüfen Sie stets mehrere der genannten Merkmale, um auf Nummer sicher zu gehen.

  4. Vergleichen Sie einen verdächtigen Schein stets mit einer zweifelsfrei echten Banknote, beispielsweise einer aus dem Geldautomaten.

Auf Lupen, Prüfstifte und UV-Lampen allein sollten Sie nicht setzen, um gefälschte Scheine zu erkennen, rät die Bundesbank. Fühlen, sehen, kippen – vertrauen Sie besser Ihren Sinnen.