So können auch Mathe-Muffel kinderleicht Zinsrechnungen aufstellen

Beim Wort Mathematik schrillen die Alarmglocken. Multiplikation, Division, Logarithmen, Wahrscheinlichkeiten: Viele von uns sind froh, wenn sie diese Begriffe mit dem Schulabschluss hinter sich lassen.

Doch dort, wo Mathe Mehrwert bietet, wandelt sich das Bild: Junge Menschen interessieren sich zum Beispiel zunehmend für Geldanlagen und deren Verwaltung. Die letzte Jugendstudie des Bankenverbandes zeigt, dass sich rund zwei Drittel der Befragten gerne selbst um ihre Geldanlagen kümmern und dabei viel Wert auf hohe Zinsen legen.

Spätestens wenn es ums Zinsen geht, kommt unweigerlich Mathematik ins Spiel: Irgendwie muss man ja berechnen, wie hoch die Kosten eines Kredits oder die Rendite einer Anlage sind. Und bevor Sie als Leser nun denken: „Ich bin raus“, lassen Sie sich gesagt sein, dass es für Zinsrechnungen eine Faustformel gibt – kinderleicht und unkompliziert.

So funktioniert die 72er-Regel

Wenn Sie prüfen wollen, wie rentabel eine Geldanlage ist, brauchen Sie in Zukunft keinen Taschenrechner mehr – nur einen einzigen Mathetrick: die “72er-Regel”. Wie die funktioniert: Man nehme die Zahl 72 und teile sie durch den jeweiligen Zinssatz; das Ergebnis ist die ungefähre Anzahl der Jahre, die es benötigt, um eine Verdoppelung des angelegten Betrags zu erreichen. Legen Sie also 10.000 Euro an und bekommen darauf zwei Prozent Zinsen, dauert es rund 36 Jahre, bis auf dem Konto 20.000 Euro liegen.

Die Faustformel lässt sich aber auch andersherum anwenden. Möchte ich etwa, dass sich innerhalb von 10 Jahren meine Anlage verdoppelt, teile ich 72 durch diese Zahl an Jahren. In diesem Fall lautet die Rechnung also: 72 geteilt durch 10 ist gleich 7,2. Ich benötige somit eine Verzinsung von 7,2 Prozent. Noch mehr Rechenbeispiele gibt es hier bei faz.net.

Wie man auf die 72er-Regel kam, ist eine lange Geschichte von Mathematik, mehr Mathematik und noch mehr Mathematik. Wichtig für Sie: Mit dieser Formel lassen sich näherungsweise Zinsrechnungen kinderleicht vornehmen – sogar ganz ohne Taschenrechner (er schadet aber natürlich auch nicht).

Finanzbildung: So engagiert sich der Bankenverband

Um das Finanz- und Wirtschaftswissen zu stärken, unterstützt der Bankenverband verschiedene Projekte und betreibt gemeinsam mit der FAZ den Schülerwettbewerb „Jugend und Wirtschaft“. Als Teil unseres Schul|Bank-Programms bietet er Jugendlichen die Möglichkeiten, erste journalistische Erfahrungen in der Welt der Wirtschaft zu sammeln. Das Interesse an Finanzbildung zeigt sich auch bei unserem Bankenplanspiel SCHUL/BANKER, das im Herbst in seine 20. Wettbewerbsrunde startet. Seit Beginn haben daran rund 80.000 Schülerinnen und Schüler teilgenommen.