"Die Urlaubszeit ist Hochsaison für Einbrecher" – schützen Sie Ihr Hab und Gut!

Die Nachricht klingt erst einmal gut: Erstmals seit drei Jahren ist die Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland wieder rückläufig – für 2016 hat das Bundeskriminalamt genau 151.265 Taten erfasst – ein Minus von rund zehn Prozent (2015: 167.136 Einbrüche). Ein Grund zur Entwarnung ist das jedoch nicht – im Gegenteil: Es ist immer noch der dritthöchste Wert seit der Jahrtausendwende.

Gerade in dicht besiedelten Bundesländern ist das Risiko, Opfer eines Einbruchdiebstahls zu werden, hoch. Ganz vorn liegen die Stadtstaaten Bremen und Hamburg mit 459 beziehungsweise 420 Taten pro 100.000 Einwohnern. Hinter dem drittplatzierten Berlin (327) folgt Nordrhein-Westfalen mit 294 Einbrüchen pro 100.000 Einwohnern. Das ist mehr als das Fünffache des Werts von Schlusslicht Bayern (58). Und auch der Spitzenreiter aller Städte stammt aus NRW: Dortmund, wo auf 100.000 Einwohner 485 Einbrüche kommen.

Insbesondere in urbanen Zentren sollte Haus- und Wohnungsbesitzer also vorsorgen und vor allem jetzt im Sommer: "Die Urlaubszeit ist Hochsaison für Einbrecher", warnt beispielsweise der Berliner Mieterverein. Oft würden Ganoven verwaiste Wohnungen gezielt ausspähen – vermeiden Sie daher jeden Hinweis, der auf eine längere Abwesenheit hindeutet, raten die Experten.

Ob Sommer oder Winter: Der Bankenverband empfiehlt, Wertsachen generell an sicheren Orten aufzubewahren – erst recht natürlich, wenn man sich auf Reisen befindet. Aber auch eine unbeobachtete Viertelstunde, wenn man gerade beim Einkaufen ist, reicht Profis aus. Ideal ist daher ein Tresor, der zudem gut versteckt liegt.

Bankschließfächer gibt es schon für wenige Euro im Jahr

Alternativ können Sie sich bei Ihrer Hausbank nach einem eigenen Bankschließfach erkundigen. Die Miete ist in den meisten Fällen überschaubar; Minifächer für Schmuck oder wertvolle Papiere gibt es in einigen Banken schon für ein paar Euro pro Jahr. Bei einem koffergroßen Schließfach kann dagegen schon mal eine dreistellige Jahresgebühr fällig werden. Es lohnt sich daher, gut zu überlegen, wieviel Platz Sie tatsächlich brauchen und verschiedene Angebote zu vergleichen. Julia Topar vom Bankenverband erklärt, worauf es ankommt:

Die Schließfächer in Banken sind sehr gewissenhaft vor Einbrechern geschützt. Wer doppelt auf Nummer sicher gehen will, kann zudem eine Bankfachinhaltsversicherung abschließen. Allerdings sollten Sie sich zunächst erkundigen, ob diese nicht schon in Ihrer Hausratversicherung enthalten ist. Falls nicht, kann die Hausbank beim Vermitteln helfen. In jedem Fall empfiehlt es sich, alles schriftlich aufzulisten, was im Schließfach liegt – möglichst mit genauen Beschreibungen und Bildern. Diese Dokumente heben Sie daheim an einem versteckten Ort auf. Das Institut selbst darf übrigens nicht erfahren, was Sie im Schließfach lagern: Das fällt unter das Bankgeheimnis.