Im Notfall Gold wert: Eine Vollmacht sichert Sie und Ihre Angehörigen ab

Man mag gar nicht darüber nachdenken… aber wie schnell kann einem etwas zustoßen, eine schlimme Krankheit auftreten, ein Unfall passieren. Allein im Straßenverkehr haben sich hierzulande im vergangenen Jahr 2,6 Millionen Unfälle ereignet – fast 400.000 Personen wurden verletzt.  

Solche Gefahren des Alltags drohen jedem von uns – auch jungen Menschen. Gerade weil im Notfall andere Fragen wichtiger sind, sollten scheinbare Nebensachen im Fall der Fälle keine Extra-Sorgen bereiten. Zum Beispiel das Thema Bankgeschäfte. Kinder und Ehepartner haben beispielsweise nicht „automatisch“ Zugriff auf ein Konto, wenn sie nicht Mitinhaber sind und der eigentliche Kontoinhaber nicht ansprechbar ist. Deshalb sollte man möglichst früh vorsorgen und eine Depot-/Kontovollmacht beziehungsweise Vorsorgevollmacht bei seiner Bank hinterlegen. Das verhindert, dass gegebenenfalls erst ein gerichtlich bestellter Betreuer Zugriff auf das eigene Vermögen erhält, nicht aber die Angehörigen. Julia Topar vom Bankenverband erklärt, worauf es ankommt:

Mit einer Person des Vertrauens können Sie dieses Dokument direkt bei Ihrer Hausbank unterschreiben. Dabei handelt es sich ausdrücklich nicht um eine generelle, sondern um eine begrenzte Vollmacht. Sie berechtigt den- oder diejenige ausschließlich dazu, die Bankgeschäfte zu erledigen, die im Wortlaut der Vollmacht genannt sind. Die Bankvollmacht ermächtigt die nahestehende Person in der Regel unter anderem, Überweisungen zu tätigen (etwa für die Miete oder laufende Kosten), Geld abzuheben und dem Kontoinhaber eingeräumte Kredite in Anspruch zu nehmen.

Wann Sie die Vollmacht widerrufen sollten

Die Vollmacht gilt nicht erst, wenn der Vorsorgefall eingetreten sein sollte, sondern ab der Unterschrift. Daher sollte es sich bei dem oder der Bevollmächtigten um eine absolute Vertrauensperson handeln. Falls Sie das Vertrauen verlieren oder es sich anders überlegen, können Sie die Vollmacht jederzeit widerrufen. Informieren Sie die Bank darüber am besten schriftlich. Wichtig zu wissen ist auch: Sollte der Kontoinhaber sterben, erlischt die Vollmacht nicht, sondern bleibt auch über den Tod hinaus für die Erben in Kraft, die diese widerrufen können.