50 Jahre Geldautomat – eine Würdigung in zehn Fakten

Wie viele Geldautomaten gibt es in Deutschland? Welches Betriebssystem nutzen Bankautomaten mehrheitlich? Und warum besteht die Geheimzahl aus vier Ziffern? Zum 50. Geburtstag des Geldautomaten präsentieren wir spannende wie auch kuriose Fakten

  1. Ob Geldautomat, Bankautomat, Bankomat oder das englische ATM – all diese Bezeichnungen stehen für technische Geräte, die die Bargeldauszahlung und teilweise auch die Einzahlung bei Geld- und Kreditinstituten ermöglichen. ATM heißt übrigens “Automatic Teller Machine”.

  2. Den ersten Geldautomaten stellte die Barclays Bank am 27. Juni 1967 auf, in der Kleinstadt Enfield im Norden von London. Die erste Abhebung durfte der damals populäre Schauspieler Reg Varney machen – allerdings gab es nicht mehr als 10 Pfund. „Aber das reichte damals für ein wildes Wochenende“, sagte später der Erfinder des Automaten, der Schotte John Shepherd-Barron.

  3. Übrigens ist Shepherd-Barron auch die vierstellige Geheimnummer (PIN) zu verdanken. Ursprünglich sollte diese sechs Ziffern haben. Doch dann meinte Shepherd-Barrons Frau, dass sie sich nur vier Ziffern merken könne. Daraus wurde ein weltweiter Standard.

  4. Der erste Automat in Deutschland wurde am 27. Mai 1968 in Tübingen in Baden-Württemberg in Benutzung genommen. Damals durften nur 1000 ausgewählte Kunden jeweils bis zu 400 D-Mark abheben.

  5. Während man heute zum Geldabheben lediglich eine Giro- oder Kreditkarte benötigt, waren die Anforderungen an die Ausrüstung in Deutschland vor knapp 50 Jahren deutlich höher: Für eine Transaktionen am Automaten brauchte man einen Spezialschlüssel für den Tresor, eine Identifikationskarte aus Plastik und Auszahlungsbelege in Form von Lochkarten.

  6. Zehn Jahre später, 1978, entwickelte die Firma Nixdorf ein neues Modell, das zuerst am Kölner Neumarkt aufgestellt wurde. Der Nixdorf-Automat war mit dem Bankennetz verbunden, konnte auch Kontoauszüge drucken und erforderte zur Nutzung nur noch eine Karte.

  7. Überall und jederzeit Geld abzuheben war in den 70ern allerdings noch undenkbar: Kunden konnten den Automatenservice meist nur in der Filiale und zu den Banköffnungszeiten nutzen.

  8. Heute dagegen gibt es sogar Drive-in-Geldautomaten, an denen Autofahrer Bares erhalten, ohne ihr Gefährt zu verlassen.

  9. Der Geldautomat war ein Vorbote der Digitalisierung – und noch vor dem PC breiten Bevölkerungsschichten weltweit zugänglich. Dabei verwenden die heutigen Automaten zum Großteil dieselbe Technik wie Heimcomputer: Die Kommunikation mit dem Bankennetz geschieht über eine gesicherte TCP/IP- Verbindung (Internet-Standardprotokoll), das Betriebssystem ist in den meisten Fällen Windows.

  10. Weltweit wird die Zahl der Bankautomaten auf 1,65 Millionen geschätzt. Allein in Deutschland stehen rund 60.000. Den nächsten Geldautomaten in Ihrer Nähe finden Sie übrigens mithilfe der Website girocard.eu.