Wohneigentum: Staatliche Förderung für Großstädter?

Mietpreisbremsen in immer mehr Großstädten, fünfstellige Quadratmeterpreise in München und Hamburg, warnende Stimmen, dass Familien und Rentner an die Stadtränder verdrängt würden: Die Schattenseiten des anhaltenden Immobilienbooms hierzulande treten mehr und mehr hervor.

Nun soll die Politik helfen: Rund sechs von zehn Deutschen wünschen sich, dass Immobilienkäufer in Großstädten eine spezielle Förderung erhalten. Sogar in ländlichen Regionen hält dies eine Mehrheit von 58 Prozent für richtig, so eine aktuelle Studie der BHW Bausparkasse.

Die hohe Zustimmungsrate geht sicher auch darauf zurück, dass das Interesse an Immobilien trotz der hohen Preise ungebrochen bleibt: 18 Prozent der Menschen in Städten mit mehr als 500.000 Bewohnern wollen in den nächsten fünf Jahren bauen oder eine Wohnung/ein Haus kaufen – und das, obwohl in diesen Städten die Kaufpreise für Wohnungen allein im Jahr 2016 im Schnitt um 9,4 Prozent gestiegen sind. Die Zahlen stammen vom Immobilienverband Deutschland (IVD).

Kein Wunder, dass sich 62 Prozent der Innenstadt-Bewohner den Umfrageergebnissen zufolge ein Förder-Plus wünschen”, so die Schlussfolgerung der Studie. Wie genau dies aussehen könnte, darauf geht die Studie nicht ein – wohl aber nennt sie mögliche Vorteile: etwa, dass die Anzahl der Pendler dann weniger stark steige, weil mehr Familien in den Städten bleiben könnten.

Ob mit oder ohne Förderung – vier Punkte sollten Häuslebauer und Immobilienkäufer bei der Finanzierung unbedingt beachten:

  1. Auch im Niedrigzinszeiten gibt es „Risikoaufschläge“, je nachdem, wie es um Ihre finanzielle Situation steht: Je höher Ihre Sicherheiten und je solider Sie insgesamt dastehen (zum Beispiel als unbefristet Festangestellter), desto besser Ihre Konditionen.

  2. Zuletzt sind die Immobilienzinsen auch hierzulande leicht gestiegen, nachdem die US-Notenbank Fed die Leitzinsen leicht erhöht hatte. Dennoch liegen sie, langfristig betrachtet, noch weit unter Durchschnitt. Eine längere Zinsbindung, für 15 oder sogar 20 Jahre, kostet zwar in der Regel ein paar Zehntel-Prozentpunkte mehr, dafür haben Sie Planungssicherheit – idealerweise solange, bis Ihre Immobilie abbezahlt ist.

  3. Achten Sie nicht nur auf niedrige Zinsen. Die Flexibilität bei der Tilgung eines Darlehens ist mindestens genauso wichtig.

  4. Nicht die zu erwartenden Nebenkosten vergessen – wer nur auf den reinen Kaufpreis guckt, kalkuliert oft zu knapp.