Italien macht es vor – wird das kleinste Kleingeld abgeschafft?

Schätzen Sie mal: Wie viel Prozent unserer Euro-Münzen besteht aus Ein- und Zwei-Cent-Münzen?

  1. 10%

  2. 25%

  3. 50%

Richtig ist tatsächlich Antwort C: Von 122 Milliarden Münzen in der Eurozone ist beinahe jede zweite (58 Mrd.) ein Ein- oder Zwei-Cent-Stück. Bezogen auf den Geldwert machen die beiden Sortierungen hingegen nur 3% des Münzgeldes aus, wie aktuelle EZB-Zahlen zeigen:

Ein Grund für die Vielzahl an Mini-Münzen ist, dass die Kleinstmünzen oft schnell wieder aus dem Geldverkehr verschwinden: „Sie werden zum Beispiel in Gläsern oder anderen Behältnissen gelagert oder gehen anderweitig verloren“, sagte Stefan Hardt, Leiter des Zentralbereichs Bargeld der Deutschen Bundesbank, der dpa. Daher, so der Geldexperte, müssten Ein- und Zwei-Cent-Stücke laufend nachgeprägt werden – wodurch Ihr Anteil stetig steige.

Dies ist eines der Argumente der Kleingeld-Gegner – die beiden wichtigsten lauten jedoch: hohe Herstellungskosten und ein umständlicher Alltagsgebrauch. Länder wie Belgien, Irland und die Niederlande haben daher im nationalen Bargeldverkehr längst Rundungsregeln. In Holland dürfen Einzelhändler zum Beispiel schon seit 2004 an der Kasse auf fünf Cent auf- oder abrunden, um weniger Münzen tauschen zu müssen und das Bezahlen zu beschleunigen. Auch in Deutschland gab es in Kleve (NRW) ein ähnliches Pilotprojekt – laut handelsblatt.de allerdings ohne großen Erfolg.  

Nun bekommt die Debatte ums Kupfergeld neuen Schwung: Italien will ab 2018 keine neuen Ein- oder Zwei-Cent-Münzen mehr prägen. Die Preise sollen dann auch dort auf fünf Cent gerundet werden. Die Entscheidung findet auch hierzulande Zustimmung: Denn der Euro werde mit den Kupfermünzen unnötig kleingemacht, kommentierte beispielsweise die Süddeutsche Zeitung. „Und praktisch ist das auch nicht: Was kann man sich für einen oder zwei Cent wirklich kaufen?”

Eine Umfrage vom Bankenverband in 2016 hat ebenfalls gezeigt: Auch wenn die Deutschen das Bezahlen mit Bargeld an sich nicht missen wollen, befürwortet doch eine Mehrheit die Abschaffung der beiden kleinsten Münzen. 62% wären dafür, sie abzuschaffen. Konkrete Pläne dazu gibt es hierzulande allerdings nicht.