Steuer-Tipp: Schenkungsteuer-Freibetrag richtig nutzen

Geschenke zu bekommen, das kann teuer werden. Und zwar dann, wenn sich das Finanzamt meldet: Bei Schenkungen verlangt der Staat ab gewissen Beträgen Steuern. Die Regeln für die Schenkungsteuer hängen davon ab, wer wem Vermögen überträgt und sind streng, wie ein Beispiel zeigt: So muss nicht einmal wirklich Geld fließen oder überwiesen werden: Die Steuer wird auch fällig, wenn sich Eheleute gegenseitig Konten oder Depots oder dort liegende Werte übertragen. Diese sieht der Fiskus in der Regel als steuerpflichtige Schenkung an, sofern das Geld nicht zum laufenden Unterhalt beiträgt. Allerdings sorgt ein Freibetrag von 500.000 Euro für Eheleute und eingetragene Lebenspartnerschaften dafür, dass die Schenkungsteuer erst bei großen Beträgen greift. Anders sieht es bei Paaren ohne Trauschein aus. Für sie beträgt der Freibetrag nur 20.000 Euro, so dass sie bei Geld- und Wertpapierübertragungen besonders aufpassen sollten.

Wichtig zu wissen ist zweierlei:

  1. Sie können den Freibetrag bei der Schenkungsteuer alle zehn Jahre erneut in Anspruch nehmen. Innerhalb dieses Zeitraums jedoch werden alle Schenkungsbeträge addiert. Überschreiten Sie so den Freibetrag, wird auf jeden darüber hinausgehenden Euro Schenkungsteuer fällig.
  2. Steuerpflichtig ist stets der Beschenkte, er muss also die Steuer abführen. Der Schenkende haftet aber für die Steuerschuld, sollte der Beschenkte nicht zahlen (können).

Hier die Freibeträge für Schenkungen nach § 16 Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz im Überblick:

  • für Eheleute oder eingetragene Lebenspartner 500.000 Euro
  • für jedes Kind 400.000 Euro
  • für jedes Enkelkind 200.000 Euro
  • für Geschwister, Nichten und Neffen je 20.000 Euro
  • für Nichtverwandte ebenfalls 20.000 Euro.

Übrigens: Die Schenkung eines selbstgenutzten Eigenheims (Haus oder Wohnung) ist unter Eheleuten genauso wie unter eingetragenen Lebenspartnern stets steuerfrei. Dies gilt unabhängig vom Wert der Immobilie.