Steuererklärung für 2016: So gibt es mehr Geld zurück

Es ist eben alles eine Frage der Sichtweite: Für die einen ist es die lästigste Nebensache der Welt – für die anderen die Chance, „den eigenen Stundenlohn in die Höhe zu treiben”. So zumindest verkauft Spiegel-Autor Hermann-Josef Tenhagen die Mühe, sich den alljährlichen Mühen um die eigene Steuererklärung zu widmen. Für die meisten Steuerzahler ist dies zwar nicht Pflicht, der Aufwand jedoch kann sich lohnen. Denn im Schnitt erhalten die Deutschen durch die Abgabe ihrer Steuererklärung rund 900 Euro vom Finanzamt zurück.

Für alle, die für 2016 eine Erklärung abgeben müssen, endet die Frist dafür jetzt Ende Mai – zumindest in den meisten Bundesländern. Insofern lohnt es, sich nochmals die wichtigsten Stichworte ins Gedächtnis zu rufen. Dazu zählen:

  • Werbungskosten: Der Begriff ist verwirrend, denn er bezeichnet alle Ausgaben, die für die Arbeit anfallen. Das Spektrum reicht von der An- und Heimfahrt bis zur Fortbildung. Je nach Beruf sind auch Arbeitsmittel/-kleidung „abzugsfähig”, wie es auf Steuerdeutsch heißt

  • Handwerkerkosten und Kosten für „haushaltsnahe Dienstleistungen”. Dazu gehören beispielsweise die (korrekt angemeldete!) Putzfrau oder der Gärtner, der den Rasen mäht.

  • Vorsorgeaufwendungen wie Beiträge zur Sozialversicherung oder Altersvorsorge

  • Spenden und Kirchensteuer

  • Besondere Regelungen gelten für Freiberufler und Unternehmen, die sich beispielsweise Gewerbesteuerzahlungen anrechnen lassen können. Verschiedene Sparmöglichkeiten gibt es auch für Kapitalanleger. In allen diesen Fällen hilft am besten der Steuerberater weiter.  

Zwei steuerliche Aspekte sind 2016 neu hinzugekommen: Als Leiharbeiter kann man, so erklärt es Tenhagen, deutlich mehr Kosten für die Arbeitswege geltend machen denn als normaler Beschäftigter. Zudem haben sich die Regelungen für „außergewöhnliche Belastungen” geändert – worunter Hochwasserschäden genauso fallen können wie studierende Lebens-/Ehepartner. Details dazu stehen in der Spiegel-Kolumne. Noch ausführlicher ist der aktuelle Steuerratgeber von Stiftung Warentest.

Übrigens: Sollten Sie beim Thema Steuererklärung (oder „Stundenlohn”) auf den Geschmack gekommen sein – wer seine Steuererklärung freiwillig abgibt, kann dies bis zu vier Jahre rückwirkend tun. Und das beste daran – zumindest in den gegenwärtigen Niedrigzinszeiten: Sie bekommen auf Rückzahlungen sechs Prozent Zinsen pro Jahr.