Alles neu macht der Mai – grad für frisch Vermählte

Rückschlag für den „Wonnemonat”: Die Nummer 1 der Hochzeitsmonate ist der Mai nicht mehr. Laut Statistischem Bundesamt hat ihn der August in punkto Eheschließungen überholt.

Warum also jetzt hier schon über Hochzeiten schreiben? Weil es aus finanzieller Sicht sinnvoll ist, sich frühzeitig darüber Gedanken zu machen, was nach dem Ja-Wort kommt. Außerdem: Wer will schon in den Flitterwochen über Steuern und Versicherungen brüten. Ganz generell lohnt dies jedoch, da Verheiratete die Chance haben, in vielerlei Hinsicht zu sparen. Diese sechs Themen sollten Sie kennen, wenn Sie heiraten:

  1. Einkommensteuer: Das Finanzamt veranlagt Ehepaare gemeinsam, behandelt sie also als eine steuerliche Einheit – zumindest, solange sie nicht ausdrücklich eine „Einzelveranlagung” beantragen. Die gemeinsame Veranlagung lohnt sich besonders dann, wenn ein Partner wesentlich mehr verdient als der andere. Dann spart dieser deutlich mehr an Steuern, als der Wenigverdiener mehr entrichten muss. Mehr zum Thema hier bei Finanztip.de. Laut einer Allensbach-Umfrage (von 2012) sagen übrigens immerhin zwölf Prozent der befragten Ehepaare, dass steuerliche Aspekte ein Grund für ihre Heirat gewesen seien.

  2. Sparer-Pauschbetrag: Für Ledige sind Einkünfte aus Kapitalvermögen (etwa Dividenden oder Zinsen) bis 801 Euro im Jahr steuerfrei. Für Verheiratete gilt ein Freibetrag von 1.602 Euro, den sie gemeinschaftlich nutzen und auf mehrere Banken aufteilen können.

  3. Steuervorteile: Ehepartner können sich gegenseitig bis zu 500.000 Euro steuerfrei schenken oder vererben. Sind Mann und Frau noch nicht verwandt, sind es nur 20.000 Euro. Weiterer Vorteile: Übertragen Ehepartner Immobilien oder Grundstücke untereinander, fällt keine Grunderwerbsteuer an.

  4. Versicherungen: Viele Policen lassen sich zusammenlegen, etwa die Kfz- und Privathaftpflicht-, die Hausrats- und die Auslandskrankenversicherung. Teilweise ist für Ehepaare ein erweiterter Tarif notwendig, der in der Regel aber günstiger ist als zwei getrennte Policen. Für den Fall der Fälle empfiehlt es sich, dass sich Eheleute bei bestehenden privaten Renten-, Unfall- und Lebensversicherungen gegenseitig als Begünstigte eintragen lassen. Spätestens wenn sich Nachwuchs ankündigt, ist zudem eine Risikolebensversicherung angeraten – zumindest für den Hauptverdiener.

  5. Krankenversicherung: Hört ein Ehepartner auf zu arbeiten, etwa um Kinder zu betreuen, kann ihn der andere beitragsfrei in seiner gesetzlichen Krankenversicherung mitversichern. Das gleiche gilt für gemeinsame Kinder.  

  6. Gemeinschaftskonto: Für laufende Ausgaben richten viele Paare ein gemeinsames Konto ein. Dieses gibt es zwei Varianten: als sogenanntes Und- oder als Oder-Konto. Hier lesen Sie mehr zu den wichtigen Unterschieden.