Geld-Geschichte(n) – Teil 14: Euro 2.0 – Auftakt der Europa-Serie

2. Mai 2013: Der „Fünfer“ erhält ein neues Gewand

In unserer Reihe blicken wir auf die Geschichte der Finanz- und Wirtschaftswelt zurück. Welche Ereignisse haben in dieser Kalenderwoche einst Märkte und Menschen bewegt? Heute: der Start der Europa-Serie mit dem Upgrade des 5-Euro-Scheins am 2. Mai 2013.

Seit einigen Tagen schaut mancher Kunde beim Barzahlen vermutlich etwas verdutzt: Ob ihm da jemand einen „falschen Fuffziger“ untergejubelt hat? Seit Anfang April dieses Jahres sind neue 50-Euro-Scheine im Umlauf – in stärker leuchtendem Orange und verändertem Design. Vermutlich werden sich die meisten aber rasch daran gewöhnen, schließlich ist es schon das vierte Mal, dass eine Euro-Note in der Version 2.0 erscheint.
Den Anfang machte, ziemlich genau vor vier Jahren, der kleinste Schein, der „Fünfer“. Ab 2. Mai 2013 spuckten die Geldautomaten die neue Version aus, im Gegenzug zogen die Banken die alte Variante sukzessive ein. Wie auch bei den anderen Modellen der sogenannten Europa-Serie (2014 folgte der „Zehner“, ein Jahr später der „Zwanziger“) blieb ein wichtiges Merkmal konstant: die Größe – im Falles des Fünfers exakt 12 mal 6,2 Zentimeter.

Allerdings wurde der neue Schein etwas schwerer, was aber vermutlich nur sehr feinsinnige Menschen spüren: Mit 0,71 Gramm wiegt er ganze 0,08 Gramm mehr als sein Vorgänger. Das liegt vor allem an einer speziellen Lackierung, die das Geld haltbarer machen soll. Insbesondere kleine Scheine gehen durch sehr viele Hände und müssen oft ausgetauscht werden. Beim alten 5-Euro-Schein war das im Schnitt schon nach einem Jahr der Fall. Der neuen Version wird eine längere Haltbarkeit zugetraut, was letztlich auch ein finanzieller Faktor ist; immerhin kostet jeder neue Schein rund acht Cent.

Am Automaten streikten die neuen Scheine

Die grundsätzliche Optik blieb bei der neuen Noten erhalten: Neben stilisierten Bauten einer bestimmten Epoche (beim 5-Euro-Schein: Klassik) sieht man eine Europakarte sowie die Sterne der EU-Flagge. Allerdings gab es auch markante Änderungen, etwa in der Farbe. So hat der neue Fünfer deutlich geringere Blauanteile als die erste Generation. Das sollte die Verwechslungsgefahr mit dem Zwanziger reduzieren – auch zwischen Zehner und Fünfziger wurde bei der Version 2.0 auf stärkere farbliche Unterschiede geachtet.

Ob tatsächlich weniger Kunden aus Versehen mit dem größeren Schein zahlen, lässt sich schwer feststellen. Eindeutig groß war allerdings der Verdruss, als 2013 viele Fahrschein-, Zigaretten- und Parkhaus-Automaten den neuen 5-Euro-Schein verweigerten: Offenbar hatte die Zeit nicht gereicht, so manche Software auf die veränderten Noten umzustellen. Die neuen Zehner und Zwanziger wurden daher mit deutlich mehr Vorlauf präsentiert.

Die Gründe für die Umstellung: Politik, Gesundheit, Sicherheit

Doch warum ersetzt die Europäische Zentralbank (EZB) die Scheine überhaupt? Schließlich waren sie erst 2002 mit dem Start der Gemeinschaftswährung eingeführt worden. Neben der längeren Haltbarkeit spielen wohl auch politische, gesundheitliche und Sicherheits-Gründe eine Rolle.

  • Zu Beginn hatte die Eurozone 12 Mitgliedstaaten, inzwischen sind es bereits 19; die gesamte EU wuchs gar auf 28 Staaten. Das schlägt sich auch im neuen Schein-Design nieder. So sind zusätzlich Malta und Zypern abgebildet. Zudem erscheint der Name der EZB statt wie zuvor in fünf Sprachen nun in neun bzw. zehn (seit der Aufnahme Kroatiens).

  • In der ersten Euro-Generation wurden noch Konservierungsstoffe wie TBT eingesetzt. Sie stehen im Verdacht, unseren Hormonhaushalt zu schädigen. Zwar müsste man für ein echtes Risiko wohl größere Mengen Geld verspeisen (!), dennoch wird in den neuen Scheinen lauf EZB darauf verzichtet.

  • Am bedeutsamsten dürfte die Fälschungssicherheit sein: Die Euro-Noten 2.0 verfügen über verbesserte Sicherheitsmerkmale, etwa ein Relief, Hologramme und eine „Smaragd-Zahl“, die beim Kippen erscheint.

Zwar ist weiterhin einiges an Falschgeld im Umlauf; mehr als 82.000 Euro-Noten zog die Bundesbank 2016 aus dem Verkehr. Doch zum einen sind Gesamtzahl wie auch Schadensumme rückläufig, zum anderen scheinen die neuen Scheine es Betrügern tatsächlich schwerer zu machen: Ein Großteil des gefälschten Geldes kam zuletzt in Fünfzigern daher – und hier gab es nun ja auch ein Upgrade. Zudem wirkt das Problem in Relation zur Bevölkerung marginal: Auf 1.000 Einwohner entfällt gerade mal eine falsche Note.

Wann genau die neuen Versionen der 100- und 200-Euro-Noten erscheinen, ist noch offen; die EZB peilt „Ende 2018“ an. Ursprünglich sollte übrigens 2020 auch ein neuer 500-Euro-Schein eingeführt werden. Doch der Plan ist hinfällig: Zwar werden die bisherigen Fünfhunderter tatsächlich abgeschafft – allerdings ersatzlos, um Geldwäsche und andere kriminelle Aktivitäten zu erschweren.