Rentenexperte Rürup rät zu Aktien als Altersvorsorge

Er ist einer der bekanntesten Köpfe beim Thema Rente in Deutschland. Professor Bert Rürup, emeritierter Ökonomieprofessor und früherer Wirtschaftsweise, ist der Vater der nach ihm benannten “Rürup-Rente”. Dem Online-Magazin der comdirect Bank hat er nun ein Interview gegeben über:

Die Zukunft der Rente: “Die gesetzliche Rente bringt im Schnitt 3 % Rendite auf das eingezahlte Kapital und ist damit aktuell kaum zu schlagen”, so Rürup. Allerdings sei es riskant, sich allein auf das Umlageverfahren der gesetzlichen Rente zu verlassen: In der aktuellen Situation mit Rekordbeschäftigung und einer gegenwärtig stagnierenden Alterung der Gesellschaft habe man “ideale Bedingungen für ein Umlagesystem. Aber die Zeiten können und werden sich wieder ändern.” Daher sei eine kapitalgedeckte, private Altersvorsorge als Zusatz, wie sie Riester- und Rürup-Rente böten, unerlässlich.

"Aktien schwanken, aber bringen langfristig die beste Rendite."

Demografischen Wandel und das Renteneintrittsalter: “Derzeit befindet sich Deutschland in einer demografischen Pause. Zum einen, weil mehr und mehr Frauen arbeiten und die Freizügigkeit in Europa es vielen Arbeitskräften aus anderen EU-Staaten ermöglicht, in Deutschland zu arbeiten. Zum anderen stehen die Babyboomer, also die zwischen 1955 und 1969 Geborenen, noch im Erwerbsleben. Denn wichtiger als die Demografie ist die Erwerbsquote, das heißt der Anteil der Beschäftigten an der Gesamtbevölkerung”, so Rürup. Allerdings stünden der gesetzlichen Rente von 2020 bis 2040 schwierige Zeiten bevor, wenn die Babyboomer aus dem Arbeitsleben ausscheiden. Dann werde es einen massiven Alterungsschub geben – ein weiterer Grund für eine gut durchdachte Vorsorge.

Aktien für die Altersvorsorge: “Je jünger, desto mehr Aktien, aber bitte breit gestreut”, so Rürups Votum. Deutschland sei ein reiches Land, doch das Vermögen der einzelnen Bürger im Vergleich zu dem der Einwohner anderer westeuropäischer Staaten recht gering. Das liege am geringen Immobilienbesitz, aber auch an der Vorliebe für Versicherungen und Festgeld. “Bei Niedrigzinsen kommt die Deutschen diese Vorliebe teuer zu stehen. Seit des Platzens der Internetblase halten viele die Börse für ein Kasino. Aber so ist es nicht. Aktien schwanken, aber bringen langfristig die beste Rendite.”