Immobilienpreise hängen Einkommen ab

Immobilien stehen dieses Jahr auf der Wunschliste von Anlegern ganz oben. Nur: Leisten können sie sich immer weniger Menschen. Denn zumindest in den Großstädten hierzulande haben die Wohnungspreise überall stärker zugelegt als die Einkommen. In München, Deutschlands teuerster Stadt, entspricht der Kaufpreis einer 100-Quadratmeter-Wohnung im Schnitt 21 Pro-Kopf-Jahreseinkommen, so Zahlen aus dem neuen “Wohnatlas” der Postbank. Wie teuer Wohnraum in München ist, sieht man daran, dass die Einkommensberechnung den durchschnittlichen Löhnen in der bayerischen Metropole entspricht  – und die liegen ohnehin deutlich über Bundesschnitt.

Warum Nordfriesland für Immobilienkäufer am teuersten ist

Im Vergleich der einzelnen Regionen in Deutschland sind die Unterschiede enorm. Überraschendes Ergebnis: Am teuersten sind Wohnimmobilien, bezogen auf die lokale Kaufkraft, im Landkreis Nordfriesland. Dort kosten 100 Quadratmeter im Schnitt mehr als 23 Jahreseinkommen, so die Postbank-Zahlen. Preistreiber sind hier vor allem exklusive Ferienwohnungen, etwa auf der Insel Sylt.

Am günstigsten sind – bezogen auf die lokale Kaufkraft – Immobilien im Harz, im Vogtland und im Fichtelgebirge. In den drei strukturschwachen Regionen zahlen Interessenten teilweise weniger als 3,0 Jahreseinkommen für 100 Quadratmeter. Die günstigsten Städte deutschlandweit sind Zwickau und Goslar. Allerdings sind, darauf haben wir hier bereits hingewiesen, auch Billig-Immobilien nicht ohne Risiko.

Deutschlandweit betrachtet, haben die innerstädtischen Immobilienpreise die Einkommensentwicklung vielerorts abgehängt. “Spitzenreiter” hierbei ist laut der neuen Studie Stuttgart: Die Pro-Kopf-Einkommen in der Landeshauptstadt von Baden-Württemberg sind zwischen 2012 und 2016 inflationsbereinigt um 2,5 Prozent gestiegen – die Immo-Preise um rund 53 Prozent. Auch in der Region Hannover und in Köln hat sich in den vergangenen fünf Jahren die Schere besonders stark geöffnet. Die Zahlen im Detail lesen Sie bei der Postbank (Link siehe unten).

Wichtig für Verbraucher ist immer die Frage: Suche ich ein Haus oder eine Wohnung, die ich selbst bewohnen möchte, oder sehe ich die Immobilie als reine Geldanlage? Je nachdem gelten unterschiedliche Parameter, was die Entscheidung für oder gegen einen Kauf angeht. Wichtig in beiden Fällen: Achten Sie nicht nur auf den Preis, sondern denken Sie auch an die Nebenkosten. Und auch wenn die Mietpreise ebenfalls gestiegen sind: Manchmal ist es finanziell klüger, zu mieten statt zu kaufen.