Der schöne Schein – Meilensteine der Banknoten-Entwicklung

Am 4. April kommt der neue 50-Euro-Schein in Umlauf. Auf den ersten Blick unterscheidet er sich gar nicht so sehr von seinem Vorgänger, allerdings sind seine Sicherheitsmerkmale viel ausgefeilter. Dieses Video der EZB erklärt sie im Detail:

Doch wie kamen wir Menschen überhaupt auf die Idee, mit bunten Papierscheinen zu bezahlen? Geld ist eine besonders abstrakte Tauschware; in frühen Zeiten gab es noch den Handel mit Naturalwährungen: Ich gebe Getreide und erhalte dafür Wolle, Fleisch oder Eier. Allerdings besteht bei solchen Gütern die Gefahr, dass sie verderben oder im Übermaß nichts nutzen. Mit der Zeit schuf man darum länger haltbare, stellvertretende (Gegen-)Werte – etwa Schmuck.

Bereits im Altertum existierten zudem sogenannte Kurantmünzen: Ihr Wert entsprach dem des Metalls, aus dem sie gefertigt wurden, meist Silber oder Gold. Durch immer ausgedehnteren Handel stiegen die Werte der Transaktionen, und man benötigte immer größere Mengen der schweren (und teuren) Münzen. Also war eine neue Lösung gefordert – Papiergeld. Unsere Zeitreise der Banknoten-Entwicklungen nennt die Meilensteine:

10. Jahrhundert: China bringt als erstes Land Geldscheine in Umlauf. Da im Krieg das Münzgeld knapp wird, schreibt man kurzerhand den Geldwert auf Papier. Jedoch werden zusehends Scheine erstellt, ohne dass deren Wert gedeckt ist. Dadurch kommt es mehrmals zu starker Inflation.

1483: Die erste europäische Ausgabe von Papiergeld gibt es in Spanien als vorübergehenden Ersatz für knappe Münzen.

1609: Die Bank von Amsterdam erzeugt Buchgeld, also ein Zahlungsmittel zur Übertragung von Buchungen, achtet dabei aber auf die ausreichende Wertdeckung durch Münzen.

1661: Die ersten Banknoten mit verschiedenen Geldwerten werden von einer Stockholmer Bank verteilt, die jedoch nach wenigen Jahren bankrott ist.

1705: Die ersten deutschen „Bancozettel“ bringt die Kölner Banco di gyro d’Affrancatione heraus: eine Art verzinsliche Anleihe, die zu einem bestimmten Verfallsdatum eingelöst werden sollte.

1716: Nach dem Tod des verschwenderischen Sonnenkönigs Louis XIV. ist Frankreich pleite und bittet den Ökonom John Law um Hilfe. Der Schotte gründet in Frankreich die private Notenbank „Banque Générale“ und darf dort Banknoten ausgeben, deren Wert durch Edelmetall gedeckt ist. Bis 1720 wird Papiergeld erstmals in großem Stil verwendet, der Begriff „Millionär“ entsteht. Die vermeintliche Erfolgsgeschichte endet jedoch in einem finanziellen Fiasko aufgrund einer Hyperinflation.

19. Jahrhundert: Banknoten entwickeln sich in Europa zum anerkannten Zahlungsmittel, es entstehen diverse Privatnotenbanken. 1871 wird die als goldgedeckte Währung eingeführt.

20. Jahrhundert: Nach dem Zweiten Weltkrieg gibt es in den drei Westzonen der späteren Bundesrepublik ab 1948 die „Deutsche Mark“. Die D-Mark-Noten wurden zuvor in der USA gedruckt und streng geheim in der Operation nach Deutschland transportiert.

Ab 2002: Die erste Serie der Euro-Scheine ersetzt die Landeswährungen von 12 EU-Mitgliedstaaten. Diese Eurozone umfasst inzwischen 19 Länder, sechs weitere Staaten (Andorra, Kosovo, Monaco, Montenegro, San Marino, Vatikan) nutzen die Währung ebenfalls.

Meilensteine der Banknoten-Entwicklung

650 Jahre Geldgeschichte auf einem Bild. Vom chinesischen Papiergeld der Hongwu-Ära (um 1380) über Wiener Stadt-Banco-Zettel (um 1800, Foto: oenb.at) bis zur neuen Version des 50-Euro-Scheins. 

2013: In Frankfurt werden neue Ausgaben der Euro-Scheine angekündigt, die besonders fälschungssicher sind. Die sogenannte Europa-Serie startet am 2. Mai 2013 mit dem überarbeiteten 5-Euro-Schein. In den beiden Folgejahren erscheinen der neue 10- und 20-Euro-Schein und ab April 2017 der 50er. Die zwei  noch ausstehenden Stückelungen (100 und 200 Euro) werden laut Bundesbank voraussichtlich Ende 2018 eingeführt.