Zehn Jahre Elterngeld: holen Sie das Optimum heraus

Es ist ein alter Bekannter – allerdings immer noch mit vielen Unbekannten: das Elterngeld, Anfang 2007 eingeführt, feiert dieses Jahr „Zehnjähriges”. Der staatliche Zuschuss soll verlorenes Einkommen auffangen, wenn Eltern nach der Geburt mit ihrem Kind zuhause bleiben und deshalb ihre berufliche Tätigkeit unterbrechen oder reduzieren. Das Elterngeld ersetzt seit seiner Einführung das Erziehungsgeld. Seitdem werden Eltern nicht mehr mit einem pauschalen Betrag unterstützt, sondern erhalten eine Förderung, die ihren bisherigen Lebensverhältnissen angepasst ist. Zum Zehnjährigen hat die Targobank viel Wissenswertes zum Elterngeld zusammengefasst. Hier in Kürze die zentralen Stichworte:

Für wen es Elterngeld gilt: generell für jeden, der ein Kind bekommt – egal, ob er Arbeitnehmer ist, Beamter, selbständig oder erwerbslos, ob er studiert oder sich in der Ausbildung befindet, ob er mit seinem Partner zusammen oder als Alleinerziehender von ihm getrennt lebt. In Ausnahmefällen erhalten sogar Verwandte bis zum dritten Grad Elterngeld, erklärt die Targobank. Neben den leiblichen Eltern und den Adoptiveltern sind das zum Beispiel Großeltern oder Geschwister. 
Eine wichtige Einschränkung gibt es, schließlich ist das Elterngeld dafür gedacht, Verdienstausfälle zu kompensieren: Der Anspruch besteht daher nur, wenn Eltern ihr Kind nach der Geburt selbst betreuen und erziehen und nicht mehr als 30 Stunden in der Woche erwerbstätig sind.

Wie lange es gezahlt wird: Wenn sich beide Elternteile an der Betreuung beteiligen und bei beiden dadurch Einkommen wegfällt, stehen ihnen gemeinsam 14 Monate zu. Dabei können Eltern die Zeit flexibel teilen. Ein Elternteil muss jedoch mindestens zwei und darf höchstens zwölf Monate in Anspruch nehmen. Alleinerziehende können die vollen 14 Monate nehmen. 
Darüber hinaus gibt es seit 2015 das „ElterngeldPlus”. Es soll diejenigen unterstützen, die auch mit Baby in Teilzeit arbeiten möchten. Wenn Vater oder Mutter ihre Arbeitsstunden zumindest anteilig reduzieren, um beim Kind zu bleiben, bekommen sie dann doppelt so lange Elterngeld, allerdings halbiert sich der monatlich Betrag. Wenn beide Elternteile ihre Teilzeit auf 25 bis 30 Wochenstunden reduzieren, erhalten sie weitere vier Monate ElterngeldPlus. Alleinerziehende bekommen diesen Partnerschaftsbonus auf jeden Fall. 

Wieviel Geld fließt: Das Elterngeld beträgt mindestens 300 Euro (150 Euro bei ElterngeldPlus) und ist mit 1.800 Euro (900 Euro bei ElterngeldPlus) pro Monat gedeckelt. Die Höhe orientiert sich am monatlichen Nettoeinkommen, das der betreuende Elternteil in den zwölf Monaten vor der Geburt des Kindes im Schnitt erwirtschaftet hatte. Das Elterngeld ersetzt dieses Einkommen zwischen 65 und 100 Prozent. Dabei gilt: Je niedriger der Verdienst war, desto höher der anteilige Ausgleich. Ihren individuelle Anspruch können Sie mit diesem Elterngeldrechner errechnen. 
Familien mit mehreren Kindern profitieren vom sogenannten Geschwisterbonus: Sie erhalten einen Zuschlag von zehn Prozent auf das Elterngeld. Einen Bonus gibt es auch bei Mehrlingsgeburten. Mehr Zahlen hierzu finden Sie bei der Targobank.