Tag der Aktie – die besten Tipps

Die Zinsen sind extrem niedrig, Immobilien vielerorts schon sehr (oder zu?) teuer, die Goldpreise sehr schwankend: Es gibt viele gute Argumente dafür, sein Geld in Aktien oder Aktienfonds zu investieren. Und doch tun sich die Deutschen weiterhin schwer mit Aktien. Die Angst vor starken Verlusten bei der Geldanlage sitzt hierzulande traditionell tief – bedingt durch Erinnerungen oder Erzählungen von Inflationen und Börsencrashs. Dabei lässt sich das Risiko bei Aktienanlagen minimieren, wenn man ein paar Grundsätze beachtet. Anlässlich des „Tags der Aktie” in dieser Woche haben wir die besten Tipps für private Anleger zusammengestellt:

Legen Sie nur den Teil Ihres Vermögens in Aktien an, den Sie langfristig – also für mindestens 10 bis 15 Jahre – entbehren können. Dann sind, trotz schwankender Kurse, im Schnitt Renditen von etwa fünf bis zehn Prozent im Jahr möglich. „Daytrading” hingegen ist nur etwas für Experten, die sich tagein, tagaus mit den Märkten beschäftigen.

Investieren Sie immer nur einen Teil Ihres Vermögens in Aktien. Eine finanzielle Reserve (rund drei Monatsnettogehälter) auf einem Tagesgeldkonto schützt vor unerwarteten Engpässen. Auch sollten Sie Ihr Aktienportfolio generell breit streuen. Sich auf ein oder zwei Unternehmen zu beschränken, führt zu einem „Klumpenrisiko”. Verteilen Sie Ihr Geld stattdessen auf verschiedene Wirtschaftszweige und Märkte – und zwar solche, die Sie verstehen und auch verfolgen können.

Achten Sie auf anfallende Kosten! Aktiv gemanagte Fonds berechnen oft Ausgabeaufschläge von bis zu fünf Prozent und jährliche Gebühren. Günstiger sind ETFs (Exchange Traded Funds), die einen Index abbilden, etwa den Dow Jones oder den EuroStoxx. Außerdem sollten Sie immer die Depotkosten vergleichen. Eventuell lohnt es sich für Sie, mit Ihrem Depot die Bank zu wechseln.

Für Kleinanleger sind Aktienfonds oft geeigneter als Einzelaktien. Risikoärmer als mit einzelnen Werten können Sie hier schon mit kleinen Beiträgen von monatlich 50 € breit gestreut investieren. 

Denken Sie an die Abgeltungsteuer: Kursgewinne bei Aktien, die Sie vor 2009 erworben haben, sind steuerfrei. Auf Gewinne aus später gekauften Aktien fällt grundsätzlich Abgeltungsteuer an. Umgekehrt können Sie Veräußerungsverluste aus solchen Papieren steuermindernd verrechnen.

Der Aktien-Anteil sollte sich am Vermögen, Ihren Lebensumständen und der persönlichen Risikomentalität richten. Die Faustregel „Aktienanteil gleich 100 minus Lebensalter“ hat ihre Berechtigung – ist aber nicht allgemeingültig.

„Hin und her macht Taschen leer”. Die Börsenweisheit ist alt, allerdings heute in Zeiten von Internet und Social Media aktueller denn je: Wer hektisch auf jede (Pseudo-)Nachricht reagiert, nimmt oft nicht den gewünschten Gewinn, sondern hohe Kosten mit heim. 

„Nur realisierte Gewinne sind echte Gewinne.” Der Satz klingt ebenfalls abgegriffen, ist aber gerade für Einsteiger wichtig: Bei einem guten Kursverlauf sollten Sie Aktien auch mal verkaufen, um Gewinne zu sichern. Es schadet nichts, die Hälfte des Bestandes abzustoßen, wenn sich der Kurs verdoppelt hat. Wer regelmäßig Erträge erzielen will, wählt ertragsstarke Aktien aus, die jedes Jahr attraktive Dividenden ausschütten. Dazu zählen zum Beispiele viele DAX-Papiere.