„Rente vom Chef“ – clever für später sparen

Der Garantiezins von Lebensversicherungen geht immer weiter runter, fürs Ersparte auf dem Konto gibt es ohnehin keine Zinsen mehr, und selbst Bundesanleihen rentieren sich kaum mehr. Die andauernde Niedrigzinsphase lässt zahlreiche einst bewährte Formen der Geldanlage unrentabel werden.  

Kurzfristig ist dies ärgerlich, langfristig betrachtet kann es sogar existentiell werden: Zum Beispiel bei der Frage, wie man noch Kapital fürs Alter aufbauen kann. 

Darum ist die „Rente vom Chef“ so lukrativ

Ein oft unterschätzter Baustein der notwendigen privaten Vorsorge für Arbeitnehmer können vermögenswirksame Leistungen (VL) sein. Diese sind zwar nicht zwingend dafür vorgesehen, man kann sie jedoch unkompliziert zur finanziellen Vorsorge für später nutzen. Je nach Tarif- oder Arbeitsvertrag übernimmt der Chef einen Teil oder sogar die gesamte VL-Sparrate von monatlich bis zu 40 Euro. Daher wird das VL-Sparen oft auch als „Rente vom Chef“ bezeichnet.

40 Euro Monat für Monat – das sind auf den ersten Blick kleine Beträge. Auf sie verzichten sollten Sie jedoch nicht. Denn auch 40-Euro-Raten können über die Jahre hinweg zu einem beachtlichen Vermögen führen, wenn man sie in renditestarke Fonds investiert. Dies gilt umso mehr, als dass  der Staat das sogenannte Beteiligungssparen, wozu Sparpläne mit Aktienfonds gehören, mit Zulagen fördert – zumindest, solange der Arbeitnehmer bestimmte Einkommensgrenzen nicht überschreitet.

7,5 Prozent Rendite im Jahr mit Aktienfonds Deutschland 

Ein Beispiel: Wer vor 35 Jahren angefangen hätte, konsequent und bis heute 40 Euro im Monat in Aktienfonds mit Schwerpunkt Deutschland anzulegen (gesamte Einzahlung: 16.800 Euro), der hätte nun etwa 80.000 Euro zur Verfügung. Alle Kosten einschließlich Aufschläge beim Fondskauf sind berücksichtigt und nur steuerliche Aspekte außen vor. 

Beim Vergleich beider Zahlen sollte man zwar die laufende Inflation im Blick haben (40 Euro hatten 1982 eine andere Kaufkraft als heute), trotzdem ist dies ein ganz beachtlicher Zuwachs. Er erklärt sich damit, dass die Rendite von Aktienfonds Deutschland seit 1982 im Schnitt etwa 7,5 Prozent im Jahr betrug. 

Auch wenn sich künftige Entwicklungen nicht vorhersehen lassen, so bieten Aktienfonds weiterhin hohe Renditechancen. Die 2016er-Zahlen haben es wieder einmal gezeigt: Wer am ersten Handelstag des vergangenen Jahres in DAX-Aktien investiert hatte, konnte sein Geld bis Anfang 2017 im Schnitt sogar um etwa zwölf Prozent vermehren.

Insofern: Informieren Sie sich, ob Sie einen Anspruch aufs VL-Zahlungen haben. Gucken Sie in Ihren Arbeits- oder Tarifvertrag oder fragen Sie Ihren Chef oder die Personalabteilung. Kümmern lohnt sich – in diesem Fall ganz besonders!