Dax-Konzerne: so viel Dividende wie nie zuvor

Kursgewinne – das ist die Währung, nach der Aktienanleger bevorzugt gucken. Welches Papier liegt um wieviel Prozent im Plus? Was viele ignorieren, ist, dass man an den Börsen auch noch auf andere Art stetig Geld verdienen kann: durch die Dividende, die die meisten Unternehmen Jahr für Jahr an ihre Anteilseigner auszahlen. Im Schnitt machten Dividenden sogar etwa 40 Prozent des Ertrages von Aktien aus, schreibt die Comdirect in einem aktuellen Beitrag. Als Aktienbesitzer bekommen Sie den fälligen Betrag automatisch auf Ihr Konto überwiesen.

Ausgeschüttet werden Dividenden in der Regel am Tag nach der Hauptversammlung, also dem Jahrestreffen der Aktionäre, das auch die Höhe der Zahlung beschließt. Und da Hauptversammlungen – hierzulande zumindest – meist im Spätwinter und Frühling stattfinden, ist für viele Aktionäre bald wieder Zahltag. Experten erwarten sogar, dass die 30 Dax-Unternehmen in den kommenden Monaten mit rund 31 Milliarden Euro so viel Dividende ausschütten wie nie zuvor.

"So viel wie nie zuvor" – das kommt Ihnen bekannt vor? Stimmt: "Deutschlands Top-Unternehmen zahlen in diesem Jahr so hohe Dividenden wie nie zuvor", schrieb das Manager-Magazin 2015. Und 2016 titelte das Handelsblatt von den Dax-Konzernen, die so viel Geld an ihre Aktionäre auszahlten wie – ganz genau – "nie zuvor". Insofern wird 2017 wohl das dritte Rekordjahr in Serie.

23 von 30 Dax-Unternehmen wollen die Dividende erhöhen

Mit E.on und der Commerzbank planen nur zwei der 30 Dax-Konzerne, die Dividende für das vergangene Geschäftsjahr zu reduzieren. Bei fünf Firmen bleibt sie konstant, die anderen 23 schütten mehr Geld pro Aktie aus, wie eine Übersicht von boerse-online.de zeigt. Traditionell als dividendenstark gelten im Dax die Versicherungs- und Autokonzerne – und das deutet sich auch aktuell wieder an: Munich Re, Allianz, Daimler und BMW zählen bei der erwarteten Dividendenrendite allesamt zu den Top-Fünf im wichtigsten deutschen Aktienindex.

P.S.: Die Zahlen beziehen sich allein auf die monetäre Dividende, nicht auf die sogenannte Naturaldividende. Unter dem Begriff laufen die bei Hauptversammlungen kostenlos servierte Verpflegung und kleine Give-aways. Mathematisch betrachtet profitieren von der Naturaldividende übrigens vor allem Kleinaktionäre: Denn satt essen kann sich jeder Anteilseigner schließlich nur einmal – unabhängig davon, wie viele Aktien er oder sie besitzt.