Vorsorge

Besteuerung und Fördermöglichkeiten der Vorsorge

Die Altersvorsorge ist eine sehr individuelle Angelegenheit. Insbesondere auf die persönliche steuerliche Situation sollten die Vorsorgeangebote abgestimmt sein. Die rechtliche Grundlage hat der Gesetzgeber im Alterseinkünftegesetz geschaffen, mit dem Vorsorge- und Rentenbesteuerung auf eine neue Basis gestellt wurden. So müssen seit 2005 alle Rentenbezieher 50 Prozent ihrer gesetzlichen Renten versteuern. Der steuerpflichtige Anteil wächst dann bis zum Jahr 2040 in 2- bzw. 1-Prozent-Schritten auf 100 Prozent. Im Gegenzug werden ebenfalls seit 2005 die Rentenbeiträge zu 60 Prozent steuerlich freigestellt. Dieser Anteil wird jährlich um je zwei Prozentpunkte erhöht und erreicht im Jahr 2025 100 Prozent (maximal 20.000 Euro).

Eng verbunden mit der nachgelagerten Besteuerung sind auch die Fördermöglichkeiten. Denn der Staat will neben der gesetzlichen Rente immer mehr Menschen zur privaten und betrieblichen Vorsorge ermutigen und hat daher eine ganze Reihe von Regelungen eingeführt. Bei der privaten Vorsorge wurde beispielsweise die bereits bestehende Riester-Rente berücksichtigt. Sparer erhalten hierbei Zulagen oder Steuererleichterungen. Mit der Förderung im Rahmen der Rürup-Rente können Selbstständige aber auch Arbeitnehmer die freigestellten (s.o., maximal 20.000 Euro) Altersvorsorgebeiträge bei der Steuererklärung absetzen. Der Staat unterstützt zudem mit zahlreichen Fördermaßnahmen den Aufbau einer betrieblichen Altersversorgung.

Die gesetzliche Rente – die Ausgangsbasis

Grundlage der Altersvorsorge ist für alle sozialversicherungspflichtig Beschäftigten die gesetzliche Rentenversicherung. Monat für Monat zahlen Arbeitnehmer und Arbeitgeber in einen bundesweiten Rententopf ein. Aus diesem Topf erhalten die Rentner von heute ihre monatlichen Auszahlungen. Wer im Berufsleben steht, unterstützt also die Generation, die sich bereits im Ruhestand befindet. Dies versteht man unter dem viel zitierten Generationenvertrag.

Doch was jeder Einzelne tatsächlich herausbekommt, hängt von verschiedenen Faktoren ab: zum einen natürlich von seinen eigenen Einzahlungen. Und zum anderen von wirtschaftlichen Kennzahlen wie dem Wirtschaftswachstum oder der Entwicklung von Löhnen und Gehältern und von der Entwicklung der Bevölkerungsstruktur und der Zahl der Beschäftigten. Die seit 2001 vorgenommenen Reformen des deutschen Rentenversicherungssystems haben die gesetzliche Rente sicherer gemacht. Alle Neuerungen – wie etwa die Einführung der nachgelagerten Besteuerung – bieten aber bei weitem keine Gewähr, dass mit ihr der Lebensstandard im Alter gehalten werden kann.
Anspruch auf die Rentenleistungen vom Staat haben alle gesetzlich Versicherten, die mindestens fünf Jahre lang Beiträge eingezahlt haben. Dabei beschränken sich die Leistungen der gesetzlichen Kasse nicht nur auf die Zahlungen im Ruhestand. Sie sichern darüber hinaus den Ehepartner oder die Kinder beim Tod des Versicherungsnehmers ab oder springen ein, wenn der Arbeitnehmer nach einer Krankheit oder nach einem Unfall nicht mehr arbeiten kann. Wer älter als 27 Jahre ist, erhält jedes Jahr eine aktualisierte Auskunft über seine Rentenanwartschaft und die daraus resultierende Rente.
 
 

Altersabsicherung aus eigenem Antrieb

Nicht nur mit Unterstützung des Staats oder des Arbeitgebers, auch aus eigenem Antrieb sollten die Bürger für das Alter vorsorgen. Dabei können sie aus zahlreichen Anlagevarianten das Passende für sich auswählen.

Für welche sie sich entscheiden, hängt immer von der jeweiligen Situation, den individuellen Bedürfnissen und ihren künftigen Wünschen ab. So sind junge Berufstätige eher bereit, risikoreichere Anlageformen zu wählen, während Familien vor allem auf eine hohe Absicherung für den Notfall Wert legen. Während die Generation 50+ eher auf Nummer sicher gehen wird, haben die 20- und 30-Jährigen noch genügend Zeit, um eventuelle Kursschwankungen am Aktienmarkt aussitzen zu können.
Neben den vom Staat geförderten Vorsorgealternativen der Riester-Vorsorge oder der Rürup-Rente bieten Banken zahlreiche weitere Modelle zur privaten Altersvorsorge. Hierzu gehören die klassischen Formen der Kapitalanlage wie etwa festverzinsliche Wertpapiere und Aktien ebenso wie Kapitallebens- beziehungsweise Rentenversicherungen oder die fondsgebundene Lebensversicherung.
Jeder Bürger soll einen Teil seines Einkommens für den Ruhestand sparen. Der Gesetzgeber peilt an, dass der Einzelne im Durchschnitt zumindest 4 Prozent des Bruttoeinkommens aus der eigenen Tasche für die spätere Rente zurücklegen soll. Um dieses Ziel zu erreichen, fördert der Staat im Rahmen der Riester-Rente die private Vorsorge mit Zuschüssen und der Möglichkeit zum Steuerabzug.

Zertifizierte Anlageformen

Voraussetzung ist, dass die Beiträge in bestimmte, zertifizierte Anlageformen investiert werden. So fördert der Staat nur solche Anlageformen, die im Ruhestand für den Rest des Lebens Zahlungen garantieren und folglich die gesetzliche Rente ergänzen – das klassische Sparbuch scheidet hierbei zum Beispiel aus. Modelle, die die Kriterien erfüllen, erhalten eine Zertifizierung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Ob eine Anlageform zertifiziert ist, lässt sich direkt beim Anbieter erfahren, der zu einer schriftlichen Auskunft (z.B. zur Zertifizierungsnummer) verpflichtet ist.

Aus dem breiten Spektrum der Anlageformen sind förderfähig:
 
  • private Rentenversicherungen (u.a. auch fondsgebundene Rentenversicherungen),
  • Fondssparpläne (sofern sie unter anderem mindestens die eingezahlten Beiträge garantieren),
  • Banksparpläne (sofern sie mindestens die eingezahlten Beiträge garantieren),
  • Bausparverträge oder Bauspardarlehen im Rahmen des Wohn-Riesters,
  • Beiträge des Arbeitnehmers für eine betriebliche Altersversorgung (Pensionskasse, Pensionsfonds oder Direktversicherung, soweit sie lebenslange Leistungen garantieren).
Zudem müssen die Anlagen vor Pfändung sowie Anrechnung in der Arbeitslosen- und Sozialhilfe geschützt sein und dem Anleger das Recht einräumen, den Vertrag ruhen zu lassen oder mit einer Frist von drei Monaten zu kündigen, um das angesparte Kapital auf einen anderen Vertrag zu übertragen.

Förderberechtigte

Anspruch auf staatliche Förderung zur Riester-Rente haben alle Personen, die Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung zahlen. Inzwischen gilt die Riester-Rente aber auch für Beamte und Angehörige des öffentlichen Dienstes.

Zu den förderberechtigten Gruppen gehören außerdem:
 
  • Ehegatten von förderberechtigten Versicherten, sofern sie einen förderfähigen Altersvorsorgevertrag auf den eigenen Namen abschließen und die Ehepartner nicht dauernd getrennt leben,
  • versicherungspflichtige Selbstständige,
  • Bezieher von Arbeitslosen- und Krankengeld bzw. Arbeitslosenhilfe, bei denen diese Leistungen wegen Anrechnung von Einkommen oder Vermögen ruhen,
  • Elternteile, für die eine Kindererziehungszeit von bis zu drei Jahren angerechnet werden kann,
  • nicht erwerbsmäßig tätige Pflegepersonen,
  • Wehr- und Zivildienstleistende,
  • geringfügig Beschäftigte, wenn sie die Rentenversicherungsbeiträge des Arbeitgebers durch eigene Zahlungen auf Pflichtbeiträge aufstocken, und
  • Behinderte in Werkstätten.
Keine staatliche Förderung zur Riester-Rente bekommen jedoch:
Selbstständige mit privater Absicherung, freiwillig Versicherte, geringfügig Beschäftigte, die keine Aufstockungsbeiträge zur Rentenversicherung zahlen, und Pflichtversicherte in berufsständischen Versorgungseinrichtungen.

Fördersummen

Bei der Riester-Rente gibt es für jeden berechtigten Erwachsenen eine Grundzulage und für jedes kindergeldberechtigte Kind eine Kinderzulage. Ein Anspruch auf die Zulagen entsteht immer erst mit Ablauf des Kalenderjahres, in dem die Beiträge für den Altersvorsorgevertrag geleistet wurden. Die volle Zulagenförderung erhält, so die Regelung seit 2008, wer vier Prozent – oder maximal 2.100 Euro – seines sozialversicherungspflichtigen Vorjahresbruttoeinkommens in eine private Altersvorsorge einzahlt.
Es gilt umgekehrt aber auch: Wer seit 2008 weniger als vier Prozent seines Einkommens in eine Riester-Rente einzahlt, bekommt auch entsprechend weniger staatliche Förderung. Jeder Versicherte kann bis zu zwei förderfähige Altersvorsorgeverträge abschließen und darauf die Förderung verteilen. Und bei Ehepaaren erhalten beide je eine Grundzulage, wenn sie jeweils einen eigenen Vertrag zur zusätzlichen Altersvorsorge abschließen. Dies gilt auch dann, wenn nur ein Ehepartner zum geförderten Personenkreis gehört.

Zulagenhöhe

Die Zulagen der Riester-Rente setzt sich zusammen aus der Grundzulage sowie ggf. der Kinderzulage.

Der Staat gewährt maximal folgende Zulagen:
 
  • 154 Euro pro volljährigen Vertragspartner (seit 2008)
  • 185 Euro für Kinder, die bis 2007 geboren wurden
  • 300 Euro für Kinder, die ab 2008 geboren wurden
Ein Beispiel zeigt, wie sich die Zulagen auswirken:
Die maximale staatliche Förderung der privaten Altersvorsorge bei zwei Riester-Verträgen für eine Familie mit zwei Kindern beträgt:
308 Euro (154 Euro je Erwachsenen) + 370 Euro (185 Euro je Kind) = 678 Euro
308 Euro (154 Euro je Erwachsenen) + 600 Euro (300 Euro je Kind) = 908 Euro, sofern die Kinder in 2008 oder später geboren wurden.

Steuerlicher Sonderausgabenabzug

Zudem besteht die Möglichkeit eines steuerlichen Sonderausgabenabzugs, und zwar in den Fällen, in denen die Zulagen nicht ausreichen, um die selbst geleisteten Beiträge rechnerisch steuerfrei zu stellen. Schließlich sind die Rentenzahlungen später voll zu versteuern. Den Sonderausgabenabzug – ein steuerlicher Freibetrag, der seit 2008 bis zu 2.100 Euro einschließlich der gewährten Zulagen beträgt – wird im Rahmen der Einkommensteuererklärung geltend gemacht. Hierfür gibt es die Anlage Altersvorsorge, kurz AV. Das Finanzamt prüft automatisch, ob dem Betreffenden über die Zulagen hinaus eine weitere Steuererstattung zusteht.
Eine Übertragung eines nicht ausgeschöpften Sonderausgabenabzugsbetrags auf den anderen Ehepartner ist nicht möglich. Die Steuerersparnis ist umso höher, je höher die Eigenleistung und je höher der individuelle Steuersatz ist.

Vorteile auch für Geringverdiener

Der Aufbau einer Riester-Rente erfordert zwar Eigenleistung, ist aber auch für Personen mit geringem Einkommen interessant. Denn schon bei Einhaltung des so genannten Sockelbetrags in Höhe von 60 Euro profitieren Sparer von den Zulagen des Staats oder dem Sonderausgabenabzug.

Sonderform „Wohn-Riester“

Unter „Wohn-Riester" – auch Eigenheimrente genannt – versteht man die staatlich geförderte Altersvorsorge zum Erwerb einer selbstgenutzten Wohnimmobilie. Anders als bei einer normalen Rente fließen dem Sparer aber nach Erreichen der vertraglich festgelegten Altersgrenze keine Geldbeträge zu, sondern seine Vorsorge zahlt sich als Mietersparnis aus. Denn der Sparer hat ja in der Ansparphase seines Vertrages Wohneigentum erworben, wodurch er als Rentner mietfrei wohnen kann.
Angeboten werden unterschiedliche Arten von Wohn-Riester-Produkten. Berechtigte Personen können einen Bausparvertrag oder einen klassischen Baudarlehensvertrag abschließen. Daneben gibt es die Möglichkeit, bereits angespartes Riester-Vermögen jederzeit für den nachfolgenden Kauf oder erst zu Rentenbeginn für die Entschuldung einer bereits erworbenen Immobilie zu verwenden.

Die Förderung von Wohn-Riester entspricht dabei derjenigen von klassischen Riester-Produkten. Die Sparbeträge sowie die staatliche Zulage fließen beim Wohn-Riester aber in die Tilgung. In welcher Form dies geschieht – zum Beispiel als Sondertilgung – muss jeweils mit der Bank vereinbart werden.
Obwohl keine Rente ausgezahlt wird, erfolgt wie bei klassischen Riester-Produkten im Rentenalter eine nachgelagerte Besteuerung des geförderten Vermögens inklusive einer jährlichen rechnerischen Verzinsung von zwei Prozent.

Übrigens zum Thema Steuern...

Auf die Erträge und die Auszahlungen aus einer Riester-Rente muss keine Kapitalertragsteuer gezahlt werden. Zudem werden die Leistungen aus einem Riester-Vertrag nachgelagert besteuert. Das heißt: Während die Beiträge in der Ansparphase steuerfrei sind, unterliegen die Auszahlungen im Alter der vollen Steuerpflicht.
 

Weiterführende Informationen
» Web: Deutsche Rentenversicherung
» Web: Bundesfinanzministerium zur Besteuerung von Alterseinkünften

Mit der Rürup-Rente haben erstmals nicht nur Arbeitnehmer, sondern auch Selbstständige die Möglichkeit, ihre Beitragszahlungen für ihre private Altersvorsorge steuerlich abzusetzen. Praktisch handelt es sich um eine private kapitalgedeckte Rentenversicherung, die steuerlich gefördert wird. Sie garantiert eine monatliche lebenslange Rente.

Beiträge und Steuer

Zudem können seit 2005 alle Steuerpflichtigen steigende Anteile ihrer Beiträge zur Altersvorsorge bei der Steuererklärung absetzen. In der Übergangsphase bis zum Jahr 2025 werden die Beiträge zunächst nur zu einem bestimmten Prozentsatz berücksichtigt. Im Jahr 2005 waren dies 60 Prozent. In den Folgejahren steigt dieser Satz jährlich um zwei Prozentpunkte an, bis im Jahr 2025 schließlich 100 Prozent erreicht sein werden. Die Beiträge für die Rürup-Rente können monatlich, jährlich oder als Einmalbetrag gezahlt werden. Im Gegenzug sind die Auszahlungen aus der Rürup-Rente steuerpflichtig. Der Anteil der zu versteuernden Rente steigt von 50 Prozent in 2005 um jeweils zwei Prozentpunkte bis 2020 und von 2021 bis 2040 jeweils um einen Prozentpunkt pro Jahr. Ab 2040 unterliegen die Zahlungen der Rürup-Rente komplett der Steuerpflicht.

Auszahlung

Diese staatliche Förderung der Rürup-Rente ist zudem noch an weitere Voraussetzungen geknüpft. So ist die Rürup-Rente nicht kapitalisierbar, das heißt, sie darf nicht auf einen Schlag, also in einer Summe, ausgezahlt werden, sondern ausschließlich als monatliche Rente. Die erste Auszahlung darf frühestens ab dem 60. Lebensjahr erfolgen. Stirbt der Versicherte frühzeitig, ist die gesamte angesparte Summe verloren. Die Rürup-Rente ist nicht übertragbar und nicht vererbbar: Die Renten werden nur an den Versicherten selbst ausgezahlt. Lediglich der Ehepartner und die minderjährigen Kinder der versicherten Person können gegen einen Aufpreis berücksichtigt werden. Soll eine Berufsunfähigkeitsversicherung eingeschlossen werden, kostet dies ebenfalls zusätzlich.

Die Rürup-Rente ist nicht beleihbar und nicht veräußerbar, kann aber auch nicht gepfändet werden. Das Sozialamt oder die Bundesagentur für Arbeit dürfen die Basisrente nicht anrechnen.
 

Weiterführende Informationen
» Web: Deutsche Rentenversicherung

Betriebliche Vorsorge – Gehaltsverzicht für später

Die betriebliche Altersversorgung in Deutschland wird vom Arbeitgeber organisiert und in der Regel auch finanziert. Sie trägt dazu bei, dass der Mitarbeiter bei Eintritt eines Versorgungsfalls, also bei Pensionierung oder Erwerbsminderung, besser abgesichert ist oder dass seine Hinterbliebenen im Falle seines Todes abgesichert sind.

Es handelt sich dabei um eine freiwillige Leistung, Das heißt das Unternehmen entscheidet, ob es einen finanziellen Beitrag zur betrieblichen Altersversorgung aufbringt, welcher Personenkreis davon profitiert und in welchem Umfang Kapital bereitgestellt wird. Der einzelne Arbeitnehmer hat seit 1. Januar 2002 jedoch das Recht, in gewissen Grenzen Leistungen der betrieblichen Altersversorgung zu verlangen. Vorausgesetzt, er ist bereit, zur Finanzierung einen Teil seines Lohns oder Gehalts (auch Urlaubs- oder Weihnachtsgeld sind möglich) in Beiträge umzuwandeln und so die Möglichkeit der Entgeltumwandlung zu nutzen. Mitglieder einer Gewerkschaft oder Beschäftigte, für die ein allgemein verbindlicher Tarifvertrag gilt, können ihren Tariflohn jedoch nur umwandeln, wenn der Tarifvertrag das ausdrücklich vorsieht.

Der Arbeitgeber entscheidet, auf welchem Durchführungsweg er eine Versorgungszusage trifft. Fünf Möglichkeiten gibt es:

  1. Bei der Direktversicherung schließt das Unternehmen eine Rentenversicherung zu Gunsten des Arbeitnehmers und seiner Familie ab.
  2. Pensionsfonds funktionieren im Prinzip wie Investmentfonds. Sie sind bei der Wahl der Kapitalanlagen freier als die übrigen Durchführungswege.
  3. Pensionskassen können von einem oder mehreren Unternehmen gemeinsam als rechtlich selbstständige Versorgungsgesellschaft gegründet werden. Sie sind oft für einen bestimmten Tarif oder die Beschäftigten einer bestimmten Branche maßgeschneidert.
  4. Auch die Unterstützungskassen sind rechtlich selbstständige Versorgungsträger, die von einem oder mehreren Arbeitgebern gegründet werden.
  5. Bei der Direktzusage verpflichtet sich die Firma, dem Arbeitnehmer im Alter bestimmte Leistungen unmittelbar zu zahlen. Diese Zusage wird in der Regel in den Arbeitsvertrag aufgenommen.
Sicher ist auf jeden Fall: Einmal geleistete Beiträge zur betrieblichen Vorsorge gehen im Fall einer Zahlungsunfähigkeit nicht verloren, da sie geschützt sind. Und auch bei einem Jobwechsel geht das Geld nicht verloren: Die Police ist grundsätzlich auch auf den neuen Arbeitgeber übertragbar – dies unter bestimmten Voraussetzungen.

Bei Verträgen, die ab 2005 abgeschlossen wurden, haben Arbeitnehmer drei Möglichkeiten: Entweder können sie in ihren alten Vertrag aus eigener Tasche weiter einzahlen, oder sie nutzen bei unverfallbaren Ansprüchen das neue Recht auf Portabilität und nehmen ihre Altersvorsorgeansprüche zum neuen Arbeitgeber mit. Oder last, but not least können sie die Verträge auch beitragsfrei stellen. Die Neuregelung gilt für Direktversicherung, Pensionsfonds und Pensionskassen. Rentenansprüche aus Direktzusagen und Unterstützungskassen können nur mitgenommen werden, wenn alter und neuer Arbeitgeber zustimmen.

Die Leistungen der betrieblichen Altersversorgung gehören grundsätzlich zum Arbeitslohn. Die Besteuerung kann – je nach Durchführungsweg – zu unterschiedlichen Zeitpunkten erfolgen und mit unterschiedlichen Vergünstigungen versehen sein. Darüber hinaus ist zu beachten, dass die gezahlten Beiträge unter Umständen der Sozialversicherungspflicht unterliegen. Die Durchführungswege Direktversicherung, Pensionsfonds und Pensionskassen können darüber hinaus im Rahmen der Riester-Vorsorge zusätzlich mit Zulagen und eventuell weiteren steuerlichen Vergünstigungen gefördert werden.

Einen Kurzüberblick über die wichtigsten Fakten, die seit 2005 gelten, gibt die folgende Tabelle:

Durch-
führungsweg
  Steuern +
Sozialabgaben
Riester-
förderung
möglich
Direkt-
versicherung

Beiträge







Renten-
zahlungen

Steuerfrei bis zu 4 % der Beitragsbemessungsgrenze plus 1.800 €.

Sozialabgabenfrei bis zu 4 % der Beitragsbemesssungsgrenze bis einschließlich 2008. Bei Arbeitgeber-finanzierung auch über 2008 hinaus.

Zu 100 % steuer- und sozialabgabenpflichtig

Ja
Pensions-
fonds
Ja
Pensions-
kassen
Ja
       
Unterstützungs-
kassen
Beiträge








Renten-
zahlungen
Unbegrenzt steuerfreie Beiträge aus Entgeltumwandlungen;
sozialversicherungsfrei für einen Beitrag in Höhe von 4 % der Beitragsbemessungsgrenze. Die Sozialabgabenfreiheit gilt bis einschließlich 2008. Bei Arbeitgeberfinanzierung unbegrenzt steuer- und sozialabgabenfrei.

Zu 100 % steuer- und sozialabgabenpflichtig.
Nein
Direkt-
zusage
Nein
 

Weiterführende Informationen
» Web: Bundesministerium für Arbeit und Soziales zur zusätzlichen Altersvorsorge