Geldanlage

Die Anlageentscheidung gut überdenken

Es ist nicht immer leicht, die optimale Mischung und den richtigen Zeitpunkt für Käufe oder Verkäufe einzelner Anlageprodukte zu finden. Jeder sollte sich deshalb vor einer größeren Geldanlage umfassend informieren oder beraten lassen.

 

Die Geldanlage muss zu den individuellen Vermögensverhältnissen, zur Risikobereitschaft und zu den Sparzielen passt. Man sollte sich deshalb unter anderem über diese Fragen im Klaren sein:

  • Wofür spare ich?
  • In welche Wertpapiere habe ich schon einmal investiert? Welche Wertpapiere kenne ich sonst?
  • Wie risikobereit bin ich?
  • Wie viel kann ich überhaupt im Monat sparen?
  • Wie lange kann ich auf das Geld verzichten?
Vor einem Beratungsgespräch ist es hilfreich, sich hierzu vorab einige Notizen zu machen. Denn der Berater wird neben den Anlagezielen auch zu bisherigen Erfahrungen mit Wertpapieren sowie den finanziellen Verhältnissen Fragen stellen. Denn nur auf Grundlage dieser Informationen kann die Bank eine konkrete Anlageempfehlung abgeben.
Um den Kunden bei seiner Entscheidung zu unterstützen, gibt die Bank dem Kunden verschiedene Informationen, unter anderen auch die so genannten Produktinformationsblätter. In einem Produktinfoblatt werden wichtige Informationen zu einem Wertpapier knapp und verständlich auf zwei bzw. maximal drei Seiten aufgeführt. Neben Daten zur Produktbeschreibung, dem Preis und den Kurs- und Bonitätsrisiken enthält es auch die Kosten für das jeweilige Wertpapier. Anleger sollten die neuen Produktinformationsblätter genau lesen und sich nicht scheuen, bei noch verbliebenen Unklarheiten ihren Bankberater anzusprechen.
Nach Abschluss einer Anlageberatung erhalten Kunden ein Beratungsprotokoll. Dieses enthält Informationen über den Anlass der Beratung, die Dauer des Gesprächs, die persönliche Situation des Kunden, seine Wünsche sowie über alle von der Bank ausgesprochenen Empfehlungen. Der Kunde sollte im eigenen Interesse kritisch prüfen, ob das Protokoll den Inhalt des Beratungsgespräches richtig wiedergibt. Wenn nicht, kann er widersprechen und um Berichtigung bitten. Grundsätzlich dient das Protokoll beiden Seiten als Erinnerungsstütze. Jeder Kunde kann so im Nachhinein erkennen, warum ihm ein bestimmtes Wertpapier empfohlen wurde. Zudem lässt sich leicht feststellen, ob ein empfohlenes Produkt auch den Anlagezielen des Kunden entspricht.

Finger weg von dubiosen Angeboten

In Zeiten der historisch niedrigen Zinsen, lassen sich Anleger auf der Suche nach höheren Renditen immer wieder auf dubiose Angebote ein. Zwar konnte die Polizei im Jahr 2012 fast alle erfassten Anlagebetrugsdelikte aufklären (96,6 Prozent). Doch die Geschädigten sahen ihr Geld meist nicht wieder.

Um sich zu schützen, sollten Anleger deshalb deutliche Warnsignale beachten:

  • Telefonkontakt: Obwohl gesetzlich verboten, knüpfen viele unseriöse Anbieter erste Kundenkontakte per Telefon. Hier gilt: Erst gar nicht auf ein Gespräch einlassen.
  • Gewinnversprechen: Astronomische Renditen blenden Anleger und verleiten zu unbedachten Entscheidungen. Orientierungshilfe: Sichere Anlagen bringen derzeit bis zu 2 Prozent Zinsen. Zehnjährige Bundesanleihen rentieren aktuell mit etwa 1,5 Prozent. Deutlich höhere Renditegarantien sind unseriös.
  • Provisionsregelungen: Überzogene Provisionsforderungen sprechen dafür, dass der „Anlagespezialist“ eher den eigenen Gewinn als den des Kunden im Sinn hat. Zeigt sich, dass Provisionen verschleiert oder falsch ausgewiesen sind, unbedingt die Finger von der Offerte lassen.
  • Auslandsadressen: Haben Vertragspartner oder Vermittler ihren Geschäftssitz in exotischen Ländern, können geschädigte Kunden rechtliche Ansprüche nur schwer durchsetzen.
  • Zeitdruck: Häufig setzen die schwarzen Schafe des Geldgeschäfts Anleger mit dem Argument unter Druck, nur ein sofortiger Entschluss garantiere Spitzengewinne. Doch die Erfahrung zeigt: Übereilte Entscheidungen werden oft bereut.
  • Folgegeschäfte: Um potenzielle Anleger zu ködern, schütten die vermeintlichen Geldprofis aus einem ersten Kontakt mit geringem Kapitaleinsatz stattliche Gewinne aus. Meist wird dem Kunden gleichzeitig ein neues Angebot unterbreitet, allerdings unter Einsatz einer erheblich größeren Anlagesumme. Auch hier gilt: Nicht auf solche Angebote einlassen.

Wer auf einen Anlagebetrüger hereingefallen ist, sollte sofort Anzeige bei der Polizei erstatten.

Weiterführende Informationen
» Web: Broschüre der BaFin "Wie Sie unseriöse Anbieter erkennen"

Anlagevarianten – die Qual der Wahl

Risiko, Rendite und Liquidität – das sind die drei Zauberworte, die für die Bewertung einer Geldanlage entscheidend sind. Und dabei gilt es, für jeden unter den zahlreichen Anlagemöglichkeiten die richtige Kombination zu finden. Denn: Eine Anlageform, die gleichzeitig eine hohe Rendite, kein Risiko und 100 Prozent Liquidität bietet, gibt es nicht. Viele Banken in Deutschland beraten beim Wertpapiergeschäft oder bieten auf Wunsch ihren Kunden auch an, auch an direkt zu handeln – beispielsweise auf dem Wege des Online Brokerage.

Wer sein Geld optimal anlegen will, sollte die Kombination verschiedener Anlageprodukte wählen. Es gilt die Faustregel: Je größer das Vermögen und je unterschiedlicher die Anlageziele, umso breiter muss das Vermögen gestreut sein. Der mögliche Ertrag einer Geldanlage ist für den Anleger ein besonders wichtiges Auswahlkriterium. Folgende Ertragsquellen können unterschieden werden:

  • ein fest vereinbarter oder variabler Zins,
  • eine Dividende auf Aktien,
  • eine Ausschüttung auf Investmentfondsanteile und
  • ein Kursgewinn bei Wertpapieren bzw. ein Wertzuwachs, etwa bei Lebensversicherungen, Grundstücken oder Edelmetallen.

Bei gleicher Bonität und gleichem Liquiditätsgrad sollte in aller Regel der Ertrag den Ausschlag geben. Ein korrekter Vergleich muss allerdings die Kosten sowie auch steuerliche Aspekte der Anlage berücksichtigen.

Die Rendite ist für den Anleger die wichtigste Kennzahl für den Erfolg seiner Geldanlage. Sie gibt Auskunft über die tatsächliche Verzinsung, also die Effektivverzinsung des eingesetzten Kapitals. Da Kapitaleinkünfte der Abgeltungsteuer unterliegen sind, ist für den Privatanleger vor allem die Rendite nach Steuern entscheidend.

Eine Aktie verbrieft einen Anteil am Grundkapital einer Aktiengesellschaft (AG). Der Aktionär wird somit Mitinhaber eines Unternehmens, das sich durch die Ausgabe von Aktien Eigenkapital beschafft.

Rechte

Mit einer Aktie sind bestimmte Rechte verbunden, die durch das Aktiengesetz geschützt sind. Dies sind vor allem Vermögensrechte wie der Anspruch auf Gewinnausschüttung (Dividende) sowie Bezugsrechte bei Kapitalerhöhungen. Zudem ist der Aktionär berechtigt, in der Hauptversammlung des Unternehmens Auskünfte über die Geschäftsentwicklung zu verlangen sowie an Wahlen und Abstimmungen teilzunehmen. Diese Rechte kann er selbst wahrnehmen oder durch das Vollmachtstimmrecht auf Bevollmächtigte übertragen.

Risiken

Eine Investition in Aktien zählt zu den chancen-, aber auch risikoreicheren Formen der Geldanlage. Zum einen schwankt der Kurs an der Börse mitunter beträchtlich. Anleger sollten Zeit und auch eine gewisse Risikobereitschaft mitbringen, um Kursschwankungen an der Börse aussitzen zu können. Zum anderen ist auch die Dividende nicht garantiert, diese kann geringer ausfallen als erwartet oder in schlechten Geschäftsjahren ganz ausgesetzt werden. Und es kann auch nicht ganz ausgeschlossen werden, dass eine Aktiengesellschaft insolvent wird – als Mitinhaber trägt der Aktionär das unternehmerische Risiko, kann also nicht davon ausgehen, das eingesetzte Kapital zurückzuerhalten.

Kennzahlen

Mit einem ausgewogenen Aktiendepot, das Papiere verschiedener Unternehmen unterschiedlicher Branchen enthält, können Risiken gestreut werden. Für eine erfolgreiche Aktienanlage sind der richtige Zeitpunkt des Ein- und Ausstiegs entscheidend. Es gibt eine Reihe von Analysemethoden, die versuchen, einen „angemessenen“ Preis einer Aktie zu ermitteln, um auf diese Weise den besten Einstiegs- bzw. Ausstiegszeitpunkt zu finden. Dabei versucht man, möglichst viele Faktoren, die den Aktienkurs sowie die Marktentwicklung beeinflussen, zu berücksichtigen. Für den Anleger sind das Kurs-Gewinn-Verhältnis und auch die Dividendenrendite wichtige Kennzahlen für die Auswahl der Aktien.

Zehn goldene Regeln für eine erfolgreiche Aktienanlage:

  1. Nur Geld in Aktien anlegen, das langfristig investiert werden kann. Wer Geld investiert, das er kurzfristig wieder benötigt, geht ein großes Risiko ein. Die Erfahrung zeigt, dass Aktienanlagen auf lange Sicht überdurchschnittliche Renditechancen bieten. Kurzfristig muss der Anleger mit starken Wertschwankungen rechnen.
  2. Aktienanlagen breit streuen. Nur auf die Aktien eines Unternehmens zu setzen, ist zu riskant. Besser: das Geld auf Aktien verschiedener Wirtschaftszweige verteilen. So wird das Verlustrisiko gemindert.
  3. Auf Kosten achten. Für Kauf und Verkauf von Aktien entstehen Kosten. Üblich sind bis zu ein Prozent des Aktienwertes. Für „kleine“ Kaufaufträge gelten meist Mindestgebühren. Betragen diese z. B. 30 Euro pro Transaktion, macht es wenig Sinn, für 300 Euro Aktien zu kaufen. Außerdem sollten Anleger die Depotkosten vergleichen.
  4. Aktienfonds für Kleinanleger. Für kleinere Anlagebeträge sind Aktienfonds besser geeignet als Einzelaktien. Zudem kann man in Aktienfonds regelmäßig sparen: Schon mit beispielsweise 50 Euro monatlich lässt sich so breit gestreut in Aktien investieren.
  5. Die Abgeltungsteuer berücksichtigen. Auf Veräußerungsgewinne von Aktien, die nach 2008 erworben wurden, fällt beim Verkauf grundsätzlich Abgeltungsteuer an. Wurden die Aktien vor dem 1.1.2009 erworben, sind Kursgewinne dagegen steuerfrei. Veräußerungsverluste aus Aktien, die nach 2008 erworben wurden, können steuermindernd verrechnet werden.
  6. Keine Aktien auf Kredit kaufen. Derzeit sind nicht nur die Sparzinsen niedrig, sondern auch die Kreditzinsen. Anleger sollten sich dadurch jedoch nicht dazu verleiten lassen, Aktien auf Kredit zu kaufen. Fallen wider Erwartens die Kurse und geht die Spekulation schief, ist der finanzielle Schaden groß.
  7. Persönliche Risikobereitschaft nüchtern abwägen. Als Substanzwerte mit Inflationsschutz gehören Aktien in jedes breit gestreute Depot. Dabei sollte sich der Aktienanteil am Vermögen nach den individuellen Lebensumständen und der persönlichen Risikomentalität richten. Die Faustregel „Aktienanteil gleich 100 minus Lebensalter“ gilt nicht immer.
  8. „Hin und her macht Taschen leer.“ Gute Aktien ruhig liegen lassen. Nicht ständig von tagesaktuellen Nachrichten beirren lassen. Wer hektisch auf jede Meldung reagiert und ständig Aktien kauft und verkauft, erzielt oft nicht den gewünschten Gewinn, wohl aber hohe Kosten.
  9. Es gibt keine todsicheren Tipps. Aktiensparer sollten sich regelmäßig informieren. Doch Vorsicht vor angeblich sicheren Aktientipps, zumal wenn sie per E-Mail oder Telefon angepriesen werden. Niemand kann die Zukunft vorhersehen. Nutzen Sie die Beratungsangebote Ihrer Bank.
  10. Nur realisierte Gewinne sind echte Gewinne. Nach einem guten Kursverlauf sollte man Aktien auch mal verkaufen, um Gewinne zu sichern. Hat sich beispielsweise der Kurs einer Aktie verdoppelt, kann es nicht schaden, die Hälfte des Bestandes zu verkaufen.
Anleihen sind verzinsliche Wertpapiere, die auch als Rentenpapiere, Schuldverschreibungen oder Bonds bezeichnet werden. Anleihen haben eine feste oder variable Verzinsung sowie eine vorgegebene Laufzeit und Rückzahlungsform. Sie werden von öffentlichen Emittenten wie dem Bund, von Unternehmen und Kreditinstituten ausgegeben.

Der Käufer einer Anleihe gewährt dem Emittenten quasi einen Kredit über einen vorher festgelegten Zeitraum. Die Laufzeiten reichen von einem Jahr bis zu 15 Jahren, einige laufen sogar noch länger. Alle Details sind in den Emissionsbedingungen geregelt.

Anleihen eignen sich sowohl für den sicherheitsorientierten als auch den risikobewussten Anleger. Entscheidend ist vor allem die Bonität des Emittenten, also seine Kreditwürdigkeit. Vor dem Kauf einer Anleihe sollte man sich deshalb genau über die Bonität des Emittenten informieren. Grundsätzlich gilt: je höher der Zins oder die Rendite, desto größer das Risiko.

Bei Anleihen gibt es neben dem Zins eine weitere Ertragsquelle: Gewinnt die Anleihe während der Laufzeit an Wert, kann man bei Verkauf einen Gewinn erzielen. Viele Anleihen werden an der Börse notiert. Für die Kursentwicklung spielt neben Angebot und Nachfrage auch die allgemeine Zinsentwicklung am Kapitalmarkt eine Rolle. Steigt der Marktzins, wird der Kurswert der Anleihe sinken, sinkt der Marktzins, steigt der Verkaufswert der Anleihe. Wartet der Anleger bis zum Ende der Laufzeit der Anleihe, spielen diese Kursbewegungen aber keine Rolle mehr. Der Rückzahlungsbetrag der Anleihe ist von Anfang an festgelegt - die Anleihe muss vom Emittenten zum Nennwert zurückgezahlt werden.

Aktienanleihe

Bei Aktienanleihen hat der Emittent meist am Ende der Laufzeit ein Wahlrecht: Entweder zahlt er den Nominalbetrag zu 100 Prozent zurück oder er muss dem Inhaber der Anleihe eine bestimmte Anzahl Aktien liefern. Alle Details sind in den Emissionsbedingungen geregelt.

Als Ausgleich für die Ungewissheit über die Rückzahlungsform liegt die Verzinsung von Aktienanleihen üblicherweise über den Sätzen für Standardanleihen. Der Anleger sollte beim Kauf einer Aktienanleihe aber nicht nur die Verzinsung beachten, sondern grundsätzlich auch eine positive Einstellung zu der entsprechenden Aktie haben. Denn diese könnte am Fälligkeitstag zu den im Voraus festgelegten Konditionen in sein Depot geliefert werden.

Null-Kupon-Anleihe (Zero-Bond)

Null-Kupon-Anleihen sind Anleihen, die keine laufenden Zinserträge erbringen. Sie werden auch als Zero-Bonds bezeichnet. Die Differenz zwischen dem Kaufpreis der Anleihe und dem Betrag, der bei Fälligkeit gezahlt wird, stellt die Verzinsung dar. Null-Kupon-Anleihen werden in der Praxis meist mit einem hohen Abschlag (auch Disagio genannt) vom Nennwert ausgegeben und zum Ende der Laufzeit zu 100 Prozent („zu pari") zurückgezahlt.

Unternehmensanleihe

Anleihen werden häufig auch von Industrieunternehmen als Alternative zur Kreditaufnahme oder auch von Banken herausgegeben. Die Laufzeiten können bei bis zu zehn, 15 und teilweise sogar 20 Jahren liegen. Die Ausstattung dieser Anleihen ist unterschiedlich. Informationen hierzu findet der Anleger in den jeweiligen Emissionsbedingungen. Wichtig für den Anleger ist es, das Risiko einer Unternehmensanleihe einzuschätzen. Als Faustregel steht eine höhere Verzinsung als marktüblich auch hier für ein höheres Risiko, also eine geringere Bonität (Einschätzung über die Zahlungsfähigkeit) des Unternehmens.

Wandelanleihe

Eine Wandelanleihe ist ein verzinsliches Wertpapier, das üblicherweise von Aktiengesellschaften ausgegeben wird. Bei Wandelanleihen wird dem Inhaber das Recht eingeräumt, sie während ihrer Laufzeit zu einem vorher festgelegten Verhältnis zumeist in Aktien einzutauschen. Der letztmögliche Wandlungstag und das Wandlungsverhältnis sind festgelegt. Wird diese Option nicht genutzt, so wird die Anleihe am Ende ihrer Laufzeit vom Unternehmen zurückgezahlt. Steigen während der Laufzeit der Wandelanleihe die jeweiligen Aktienkurse, bieten Wandelanleihen die Chance auf einen zusätzlichen Ertrag im Vergleich zur „normalen“ Anleihe. Dafür ist die Verzinsung meist geringer als bei Standardanleihen.

Wer regelmäßig einen festen Betrag anlegen will, findet bei Banken ein unterschiedliches Angebot an Sparplänen. In klassische Banksparpläne zahlt der Kunde monatlich eine feste Summe für eine bestimmte Zeit ein. Am Ende der vereinbarten Laufzeit gibt es von der Bank zusätzlich zur Sparsumme und zu den Zinsen häufig noch einen Bonus.

Zahlreiche Banken bieten diese Sparprodukte unter Bezeichnungen wie zum Beispiel „Plus“-, „Bonus“-, „Festzins“-, „Wachstums“- oder „Extra“-Sparen an. Dabei zahlt der Anleger über einen festgelegten Zeitraum eine regelmäßige Sparrate ein.

Fondssparpläne

Neben den klassischen Sparverträgen können Anleger aber auch in andere Produkte – wie zum Beispiel Anteile an einem Investmentfonds - mit einem regelmäßigen Sparplan investieren. Für jüngere Berufstätige eignen sich beispielsweise Fondssparpläne, um mit regelmäßigen kleinen Beträgen fürs Alter vorzusorgen. Im Vergleich zu klassischen Sparplänen haben Fondssparpläne eine höhere Renditechance. Fondssparpläne sind zudem sehr flexibel. Der Anleger ist an keine feste Laufzeit gebunden und kann seine Sparraten jederzeit ändern oder bei Bedarf ganz aussetzen. Allerdings schwanken die Kurse von Fondsanteilen je nach Ausrichtung des Fonds, in den investiert wurde, nicht unerheblich. Wer zu einem bestimmten Zeitpunkt über eine feste Summe verfügen will, sollte die sichere Variante eines festverzinslichen Sparvertrages dem risikoreicheren Fondssparen vorziehen.

Ein Bausparvertrag sichert dem Sparer ein zinsgünstiges und zinsfestes Bauspardarlehen über die gesamte Laufzeit. Darüber hinaus erhalten Bausparer zusätzliche Unterstützung vom Staat.

Ansparphase

Ein Bausparvertrag kann bei einer Bank oder direkt bei einer Bausparkasse abgeschlossen werden. Beim Abschluss des Bausparvertrages werden die Bausparsumme und die Sparrate individuell an die Wünsche des Kunden angepasst. Der Bausparer zahlt mehrere Jahre lang regelmäßige Raten, bis er ein Mindestguthaben angespart und eine bestimmte Bewertungszahl erreicht hat. Diese Zahl richtet sich nach der Spardauer und der Höhe der Einzahlungen. Das Guthaben wiederum muss mindestens 40 bis 50 Prozent der Bausparsumme decken.

Normalerweise wird das Bausparguthaben durch monatliche Zahlungen angespart. Es ist allerdings auch möglich, Sonderzahlungen zu leisten oder das vertragliche Mindestbausparguthaben durch eine Einmalzahlung zu erbringen, um möglichst schnell alle Anforderungen für die Zuteilung des Darlehens zu erfüllen.

Verzinsung

Der Sparzins für den Bausparvertrag variiert je nach gewählter Tarifvariante und Marktlage. In einer Hochzinsphase mag die Verzinsung im Vergleich zu anderen Anlageformen niedriger sein, aber dafür hat man später auch die Möglichkeit, das Bauspardarlehen in Anspruch zu nehmen. In einer Niedrigzinsphase, wie wir sie in Deutschland in den vergangenen Jahren hatten, kann ein Bausparvertrag auch als reiner Sparvertrag – also ohne die Absicht, später ein Darlehen aufzunehmen – attraktiv sein.

Auszahlung

Der Bausparer kann aber auch auf die Auszahlung des Darlehens verzichten und erhält in der Folge rückwirkend höhere Zinsen. Umgekehrt ist eine Kündigung vor der Zuteilung möglich, bringt aber meist Zinsnachteile mit sich. Allerdings hat der Gesetzgeber eine Mindestwartezeit festgelegt, sodass die Zuteilung eines Bauspardarlehens frühestens 18 Monate nach Abschluss des Bausparvertrages erfolgen kann.

Staatlicher Zuschuss

Bausparen wird vom Staat mit der Arbeitnehmersparzulage bzw. der Wohnungsbauprämie unterstützt. Anspruch auf die Arbeitnehmersparzulage im Rahmen des Bausparens hat jeder Arbeitnehmer, dessen zu versteuerndes Einkommen nicht über 17.900 Euro bei Ledigen bzw. 35.800 Euro bei zusammen veranlagten Ehegatten liegt. Im Rahmen eines VL-Bausparvertrages (VL für vermögenswirksame Leistungen) kann jeder bezugsberechtigte Arbeitnehmer in der Anlage VL zu seiner Steuererklärung einen Zuschuss, die Arbeitnehmersparzulage, in Höhe von maximal 42,30 Euro pro Jahr beantragen. Zusätzlich zur Arbeitnehmersparzulage hat jeder Bausparer, dessen zu versteuerndes Jahreseinkommen nicht über 25.600 Euro (Ledige) bzw. 51.200 Euro (zusammen veranlagte Ehegatten) liegt, einen Anspruch auf die Wohnungsbauprämie. Diese beträgt maximal 45,06 Euro pro Jahr für Ledige und 90,11 Euro pro Jahr für zusammen veranlagte Ehegatten. Diese staatliche Bausparförderung steht jedem zu, der mindestens 16 Jahre alt ist.
 

Weiterführende Informationen
» Web: www.bausparkassen.de

Es gibt verschiedene Bundeswertpapiere, die im Folgenden hier erklärt werden.

Bundesanleihen

Bundesanleihen nehmen eine zentrale Stellung am Kapitalmarkt ein. Die Konditionen der Bundesanleihen gelten als wichtiger Indikator für die Entwicklung des Zinsniveaus in Deutschland. Bundesanleihen werden vom Bund unregelmäßig, aber mehrmals pro Jahr ausgegeben. Sie sind mit einem festen Nominalzins ausgestattet, die Laufzeit beträgt in der Regel zehn Jahre. Da sie an der Börse gehandelt werden, gibt es bei einem Kauf/Verkauf während der Laufzeit auch gewisse Kursschwankungen. Zum Ende der Laufzeit bekommt der Anleger aber den vollen Nennwert zurückgezahlt.

Bundesobligationen

Bundesobligationen werden vom Bund mit einer Laufzeit von fünf Jahren werden mit einem festen Nominalzins und variablen Ausgabekursen, die je nach Marktlage variieren, ausgegeben. Sie werden an der Börse gehandelt, können also während der Laufzeit zum aktuellen Kurswert gekauft bzw. verkauft werden. Kursschwankungen von Bundeswertpapieren sind dabei vergleichsweise gering. Die Rückzahlung erfolgt am Ende der Laufzeit immer zum Nennwert, also zu 100 Prozent.

Bundesschatzbriefe

Bundesschatzbriefe sind vom Bund herausgegebene festverzinsliche Wertpapiere, die nicht an der Börse gehandelt werden. Es gibt zwei Varianten: Typ A mit einer Laufzeit von sechs Jahren und jährlicher Zinsausschüttung und Typ B mit einer Laufzeit von sieben Jahren, bei dem die Zinsen während der Laufzeit angesammelt und erst zum Ende mit Zinseszinsen ausgezahlt werden. Die Rendite von Typ B liegt etwas über der von Typ A. Die Bundesschatzbriefe sind mit einem Festzins ausgestattet, der im Laufe der Anlagezeit steigt. Die Papiere können nach einer Frist von einem Jahr nach Kauf zum Nennwert zurückgegeben werden, sodass der Anleger bei steigenden Zinsen in höherverzinsliche Papiere wechseln kann. Die Möglichkeit der vorzeitigen Rückgabe ist auf maximal 5.000 Euro innerhalb von 30 Zinstagen beschränkt.

Tagesanleihen des Bundes

Das neueste Bundeswertpapier ist die von der Bundesfinanzagentur angebotene Tagesanleihe, bei der die tägliche Verfügbarkeit eines Tagesgeldkontos mit der Rückzahlungssicherheit einer Bundesanleihe kombiniert ist. Anteile der Tagesanleihe werden zum Tagespreis ausgegeben und zurückgenommen. Die Anleihe wird variabel verzinst, wobei der Zinssatz täglich angepasst wird. Die Verzinsung orientiert sich am EONIA-Satz, dem Zinssatz im Interbankenhandel. So wie sich steigende Marktzinsen auf das Anlegevermögen auswirken, sinkt die Verzinsung der Tagesanleihe aber auch, wenn der Marktzins fällt. Anlagen sind ab 50 Euro möglich. Die Laufzeit bestimmt der Anleger selbst, da er an jedem Geschäftstag über sein Geld verfügen kann.
 

Weiterführende Informationen
» Web: www.deutsche-finanzagentur.de

Genussscheine verbriefen in der Regel Gewinnansprüche an einem Unternehmen, ohne dabei mit Stimmrechten verbunden zu sein. Die konkreten Vermögensrechte sind in den jeweiligen Bedingungen des Genussscheins genannt.

Je nach Ausgestaltung ähneln Genussscheine mehr einer Aktie oder einem festverzinslichen Wertpapier. So gibt es Papiere, die eine feste Verzinsung bieten oder auch solche, deren Ausschüttung von der Ertragslage des jeweiligen Emittenten abhängt. Dementsprechend unterscheiden sich auch die mit einer Anlage in Genussscheine verbundenen Risiken. Beispielsweise können Anleger an eventuell entstehenden Verlusten des den Genussschein begebenden Unternehmens beteiligt sein, indem der eingesetzte Betrag nur teilweise zurückgezahlt wird.
Vor allem in unsicheren Zeiten flüchten Anleger oft ins Gold. Doch beim Gold kann man trotz seines Rufs als sicherer Hafen nicht von einer stabilen Preisentwicklung ausgehen. In der Vergangenheit bewegte sich der Goldpreis erheblich – nach unten wie nach oben.

Preisentwicklung

Wichtige Einflussfaktoren für die Goldpreisentwicklung sind generell der Euro-Dollar-Wechselkurs, der Ölpreis und das politische Umfeld. Zudem bringt Gold keine regelmäßigen Erträge, die Rendite ist nur aus einem steigenden Goldpreis zu erzielen. Experten raten deshalb zu einem Depotanteil von maximal fünf bis zehn Prozent.

Münzen und Barren

Münzen und Barren eignen sich wegen des vergleichsweise hohen Aufwands für Kauf und Lagerung weniger als Geldanlage. Einfacher und bequemer ist beispielsweise der Kauf von Goldzertifikaten oder auch Anteile von Goldindexfonds. Mit Zertifikaten erwirbt der Inhaber beispielsweise das Recht auf eine bestimmte Goldmenge zum aktuellen Preis. Vorteil für den Anleger: Die Transaktionskosten an der Börse sind geringer als beim Erwerb von physischem Gold.

Anlagegold

Goldbarren und Goldmünzen, die gesetzliches Zahlungsmittel sind oder waren und deren Marktpreis sich im Wesentlichen nach ihrem Goldgehalt bestimmt, zählen zum so genannten Anlagegold und können mehrwertsteuerfrei erworben werden. Das Bundesfinanzministerium verzeichnet in einer Liste, die auch über das Internet aufgerufen werden kann, gängige Goldmünzen, die zum Anlagegold zählen.
Für viele Anleger, die beispielsweise von den Renditechancen einer Aktienanlage profitieren möchten, ohne dabei ein gleich hohes Risiko einzugehen, sind Investmentfonds eine gute Alternative. In einem Investmentfonds bündelt eine Kapitalanlagegesellschaft die Gelder vieler Anleger, die in Aktien, Anleihen oder andere Vermögenswerten, wie zum Beispiel Immobilien, investiert werden. Ein Anleger wird durch seine Fondsanteil Miteigentümer vom Fondsvermögen. Der Wert eines Anteils entspricht dem Gesamtvermögen des Fonds dividiert durch alle ausgegebenen Anteile.

Fondssparplan

Anleger können mit einem Sparplan Fondsanteile auch regelmäßig kaufen. So ist es auch mit einem kleineren Geldbetrag möglich, in einen Investmentfonds monatlich zu investieren. Dies ist eine gute Möglichkeit, zum Beispiel für junge Berufstätige, über einen langen Zeitraum ein kleines Vermögen aufzubauen. Allerdings unterliegen Fonds je nach Ausrichtung und Marktentwicklung Wertschwankungen. Anleger müssen deshalb auch eine gewisse Risikobereitschaft und Zeit mitbringen, damit eventuelle Kurstiefs auch „ausgesessen“ werden können.

Fondsauswahl

Welcher Fonds für den Anleger der richtige ist, hängt unter anderem von der Anlageausrichtung des Fonds und auch der eigenen Risikobereitschaft ab. Man sollte sich in jedem Fall darüber informieren, in welche Wertpapiere oder auch andere Anlagewerte der Fonds investiert. Hier helfen neben den Verkaufsunterlagen auch die Produktinformationsblätter, in denen alle wichtigen Informationen zu Produktbeschreibung, Chancen und Risiken sowie Kosten zusammengestellt sind.

Es lassen sich folgende Typen von Investmentfonds unterscheiden:

Aktienfonds

Aktienfonds legen das Kapital der Anleger überwiegend in in- oder auch ausländischen Aktien an. Breit streuende Aktienfonds investieren dabei in die so genannten Standardwerte hoher Qualität – auch Blue Chips genannt - von Unternehmen aus verschiedenen Branchen. Bei spezialisierten Aktienfonds konzentriert sich der Fondsmanager dagegen auf Unternehmen einer bestimmten Region oder Branche wie z.B. Energie, Rohstoffe oder auch Biotechnologie. Durch die Konzentration auf eine Region oder Branche ist das Risiko allerdings größer als bei einem über verschiedene Wirtschaftszweige breit streuenden Aktienfonds. Branchenfonds können insbesondere als Beimischung zum Depot interessant sein, um an den wirtschaftlichen Entwicklungen einer Wirtschaftsbranche zu partizipieren. Aktienfonds sind für Sparer interessant, die gerne in Aktien investieren wollen, ohne sich mit einzelnen Titeln ein Depot aufbauen zu müssen. Aktienfonds tragen in der Regel zwar ein größeres Risiko als Renten- oder Immobilienfonds, bieten dafür langfristig aber auch größere Ertragschancen. Wichtig ist auch, dass der Anleger genau wie bei einer Direktanlage in Aktien nur das Geld investiert, das er nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt benötigt. Dann muss er seine Anteile nicht in schlechten Börsenphasen verkaufen, sondern kann warten, bis sich die Kurse wieder besser entwickeln. Mit Aktienfonds sollte der Anleger auf langfristige Wertsteigerungen setzen.

Rentenfonds

Rentenfonds investieren vor allem in verzinsliche Wertpapiere, wie zum Beispiel Staatsanleihen, Kommunalobligationen, Pfandbriefe, Wandel- oder Unternehmensanleihen. Klassische Rentenfonds sorgen bei der Auswahl der Rentenpapiere für eine breite Auswahl mit Papieren unterschiedlicher Zinssätze und (Rest-) Laufzeiten. Dabei werden meist festverzinsliche Wertpapiere mit guter und sehr guter Bonität des Emittenten ausgewählt. Es gibt aber auch Fonds, die sich auf bestimmte Marktsegmente konzentrieren, beispielweise nur in kurz- oder lang laufende Rentenpapiere investieren. Aufgrund der Fülle des Angebots sollte der Anleger sich über die Ausrichtung eines Fonds informieren (mittels Verkaufsunterlagen, Produktinformationsblatt, Jahresberichten) und prüfen, ob er zu seinen Anlageinteressen passt. Die wichtigste Ertragskomponente bei Rentenfonds sind Zinseinnahmen. Aber auch die Kursentwicklung sowie die Entwicklung der Wechselkurse spielen eine wichtige Rolle. Denn auch festverzinsliche Wertpapiere unterliegen Kursschwankungen. Diese fallen bei einem Rentenfonds durch den Mix aus verschiedenen Wertpapieren aber in der Regel geringer aus als im Vergleich zu den Schwankungen der Einzelwerte. Rentenfonds sind für Sparer mit mittelfristigem Anlagehorizont und mittleren Renditechancen interessant.

Immobilienfonds

Offene Immobilienfonds legen ihre Mittel in überwiegend gewerblich genutzten Objekten an. Das Portfolio besteht in der Regel aus zahlreichen Grundstücken bzw. Immobilien. Ein bestimmter Anteil des Vermögens wird auch in verzinslichen Wertpapieren gehalten. Zur Wertentwicklung tragen Miet- und Zinseinnahmen sowie die – in der Regel steuerfreien – Wertsteigerungen der Immobilien bei. Offene Immobilienfonds eignen sich als Baustein für die Vermögensanlage vor allem für langfristig orientierte Anleger. Auch aufgrund des im Vergleich zu Aktien- und Rentenfonds zumeist höheren einmaligen Ausgabeaufschlags lohnt sich eine kurzfristige Anlage in der Regel nicht.

Dachfonds

Dachfonds investieren in eine größere Zahl anderer Investmentfonds. Das Chance-Risiko-Verhältnis ist von der Anlagepolitik des einzelnen Dachfonds abhängig, je nachdem, ob der Fonds in Aktien-, Renten-, offene Immobilien- oder Mischfonds investiert. Durch die Aufteilung auf mehrere Fonds sind aber normalerweise Risiko und Chance geringer als beim Investment in einen Einzelfonds. Dachfonds ermöglichen eine standardisierte Vermögensverwaltung schon für geringe Geldbeträge. Sie sind für Sparer mit einem mittel- bis langfristigen Anlagehorizont geeignet.

Garantiefonds

Bei einem Garantiefonds wird dem Anleger die Rückzahlung seines Kapitals zu 100 Prozent oder zumindest eines bestimmten Prozentsatzes davon garantiert. Garantiefonds haben eine feste Laufzeit, wobei die Garantie in der Regel nur für einen bestimmten Stichtag am Ende der Laufzeit gilt. Während der Laufzeit kann der Kurs des Fonds sehr wohl schwanken. Verkauft der Anleger seine Anteile also vor dem festgelegten Zeitpunkt, kann auch ein Verlust eintreten. Als Preis für die Garantie muss der Anleger allerdings auch Abstriche bei der möglichen Rendite machen. Garantiefonds partizipieren zumeist nicht im selben Umfang von der Entwicklung des zugrunde liegenden Aktienmarktes wie ein entsprechender Aktienfonds. Grund: Ein Teil des Fondsvermögens wird zur Absicherung zum Beispiel in festverzinslichen Wertpapieren angelegt.

Geldmarktfonds

Geldmarktfonds sind Investmentfonds, die das Kapital der Anleger auf dem Geldmarkt anlegen. Diese Anlagen dürfen eine (Rest-)Laufzeit von höchstens zwölf Monaten haben bzw. müssen ihre Verzinsung während der gesamten Laufzeit regelmäßig, mindestens aber einmal in zwölf Monaten, marktgerecht anpassen. Geldmarktfonds eignen sich als sichere, täglich verfügbare Anlageform für das kurzfristige Parken von Geld, beispielsweise aus einer fälligen Anlage. Eine Alternative hierzu sind die Tagesgeldkonten der Banken.

Indexfonds

Börsengehandelte Indexfonds (Exchange Traded Funds) bilden den zugrunde liegenden Index, (z.B. DAX, Euro Stoxx, Dow Jones) möglichst genau nach. Der Wert eines Indexfonds entwickelt sich damit praktisch genauso wie der Index. Anders als bei einem aktiv gemanagten Fonds entscheidet nicht das Management über die Zusammensetzung des Fonds, maßgeblich ist allein die Indexstruktur. Zu einer Neuordnung kommt es nur dann, wenn sich auch die Zusammensetzung des Index oder die Gewichtung einzelner Werte ändert. Indexfonds werden deshalb auch als passiv gemanagte Fonds bezeichnet. Für die Anlegerentscheidung ist also der abgebildete Index entscheidend: Länderindizes, wie der DAX oder Dow Jones sind eine Zusammenstellung der größten Unternehmen eines Landes, während es auch Indizes für bestimmte Märkte (große oder kleine Unternehmen aus verschiedenen Regionen) oder auch Branchen gibt. Grundsätzlich unterschieden werden noch Kurs- oder Performance Indices: Ein Kursindex spiegelt die reine Kursentwicklung der Aktien wieder, in einen Performance-Index werden auch die ausgeschütteten Dividenden oder andere Erträge mit hineingerechnet. Indexfonds werden an der Börse gehandelt und können jederzeit gekauft und verkauft werden – im Unterschied zu herkömmlichen Fonds sogar mehrmals am Tag.

Mischfonds

Mischfonds – auch gemischte Fonds genannt – legen das vom Anleger eingezahlte Kapital sowohl in Aktien als auch in verzinslichen Wertpapieren an. Je nach sich bietenden Marktchancen und entsprechend der jeweiligen Vertragsbedingungen können Mischfonds den Schwerpunkt innerhalb der beiden Anlageformen variieren. Bestimmte Fonds dürfen bei ihrer Portfoliozusammensetzung auch Immobilienwerte einbeziehen. Mischfonds eignen sich für Anleger, die ein gewisses Maß an Sicherheit suchen, gleichzeitig aber auch die Chancen des Aktienmarktes nutzen wollen.
 

Weiterführende Informationen
» Web: www.bvi.de

Pfandbriefe zählen wie die Bundeswertpapiere zu den besonders sicheren festverzinslichen Wertpapieren, da sie im Insolvenzfall des Emittenten (Schuldners) nicht in die Insolvenzmasse fallen und durch erstrangige Hypotheken oder Kredite an den öffentlichen Sektor abgesichert sind. Seit Juli 2005 können Pfandbriefe von allen Banken, die eine entsprechende Lizenz der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) erhalten haben, emittiert werden.

Die Laufzeit von Pfandbriefen kann oftmals bis zu zehn Jahre oder mehr betragen. Die Zinsen werden regelmäßig jährlich gutgeschrieben. Bei Fälligkeit, also zum Ende der Laufzeit, wird der Pfandbrief zum vollen Nennwert eingelöst. Während der Laufzeit können Pfandbriefe an der Börse zum aktuellen Kurs gekauft oder verkauft werden, falls sie dort notiert sind.

Sparbriefe sind etwas für Anleger, die eine sichere und festverzinsliche Geldanlage suchen. Beim Sparbrief bleibt die Verzinsung während der gesamten Laufzeit fest. Veränderungen im Zinsniveau werden nur bei der Ausgabe neuer Papiere berücksichtigt. Daneben werden aber auch Sparbriefe mit einer Zinsstaffelung angeboten. Je länger der Anleger sein Geld festlegt, desto höher ist in der Regel die Verzinsung.

Sparbrief-Typen

Nach der Art der Verzinsung können drei verschiedene Typen von Sparbriefen unterschieden werden:

  • Beim Normaltyp werden die Zinsen jährlich oder halbjährlich ausgezahlt. Der Anleger zahlt beim Kauf des Briefs den vollen Nennwert, der auf der Urkunde aufgedruckt ist.
  • Beim Abzinsungstyp werden die anfallenden Zinsen und Zinseszinsen bereits vom Kaufpreis, das heißt vom Nominalbetrag, abgezogen. Nach Ablauf der Festlegungsfrist wird der Nominalbetrag ausgezahlt.
  • Beim Aufzinsungstyp werden die Zinsen dem Ausgabebetrag, der dem Nennbetrag entspricht, zugerechnet, mitverzinst und bei Fälligkeit mit ausgezahlt. Dieser Typ hat den Vorteil der sofortigen vollen Wiederanlage der Zinsen zum gleichen Zinssatz. Zins und Zinseszins bringen hier eine höhere Rendite.


Ausgabe

Sparbriefe werden meist zu einem Nennbetrag von 50 Euro oder einem Vielfachen ausgegeben. Die Laufzeit beträgt in der Regel vier Jahre. Es gibt aber auch Angebote mit längerer oder kürzerer Laufzeit. Sie können – abgesehen von Briefen mit gestaffeltem Zins – nicht vorzeitig ausgezahlt werden.

Das Sparbuch ist sicherlich die älteste und bekannteste Form der Geldanlage. Das Guthaben auf dem Sparkonto wird regelmäßig verzinst. Die Bedeutung des klassischen Sparbuchs mit gesetzlicher Kündigungsfrist hat in Zeiten des niedrigen Zinsniveaus an Bedeutung verloren. Alternativen zum klassischen Sparbuch sind für den sicherheitsorientierten Anleger die verschiedenen Sondersparformen mit ganz unterschiedlichen Bonusleistungen der Banken oder auch die Anlage auf Festgeld- und Tagesgeldkonten. Beim Vergleich der unterschiedlichen Angebote sollte auch die Einlagensicherung des jeweiligen Kreditinstituts berücksichtigt werden.

Von einem Sparkonto mit gesetzlicher – also dreimonatiger – Kündigungsfrist können innerhalb eines Kalendermonats ohne Kündigung bis zu 2.000 Euro abgehoben werden. Wer kurzfristig mehr Geld benötigt, muss auf den darüber hinausgehenden Betrag Vorschusszinsen an die Bank zahlen.

Zinsen aus dem vergangenen Jahr, die bis Ende Februar des aktuellen Jahres nicht abgehoben sind, werden dem Sparkapital zugeschlagen. Sparbuchbesitzer können also bis Ende Februar zusätzlich zu den 2.000 Euro die für das vergangene Jahr gutgeschriebenen Zinsen schadlos abheben.

Bei Sparkonten mit einer vereinbarten Kündigungsfrist kann der Anleger frühestens sechs Monate nach der Einzahlung des Sparbetrags von seinem Kündigungsrecht Gebrauch machen. Auch hier gilt: Wer will, kann auch früher über sein Geld verfügen, muss allerdings eine Kürzung der vereinbarten Zinsen um einen Vorschusszins in Kauf nehmen.

Auf Tagesgeldkonten liegt Geld täglich verfügbar wie auf einem Girokonto, mit regelmäßigen Zinsen wie auf einem Sparbuch und zugleich rentabler als bei diesen beiden Varianten. Tagesgeldkonten bieten sich deshalb für das kurz- bis mittelfristige Parken von Geld an, etwa wenn eine Anlage fällig wird oder eine Rücklage für unvorhersehbare Zahlungen auf dem Konto stehen bleiben soll.

Nach Eröffnung eines Tagesgeldkontos kann der Anleger täglich Geld abbuchen oder einzahlen. Die Konditionen unterscheiden sich von Bank zu Bank – ein Vergleich lohnt sich. Der Anleger sollte aber auch die Einlagensicherung des Anbieters berücksichtigen. Die Verzinsung ist zumeist variabel und wird der Marktlage – nach oben wie nach unten - angepasst.

Weiterführende Informationen
» Broschüre: Einlagensicherung der privaten Banken

Termineinlagen sind Gelder, die für einen bestimmten Zeitraum (zu einem bestimmten Termin) angelegt werden. Sie werden auch als Festgelder bezeichnet, weil der Sparer sein Geld für einen Zeitraum von einem Monat bis zu vier Jahren fest anlegt. Während der Laufzeit ändert sich der Zins nicht. Kunden können mit ihren Banken für das Ende der Befristung eine stillschweigende Verlängerung oder die Rückzahlung der Festgeldanlage vereinbaren.

Termin- bzw. Festgeldanlagen sind bei sicherheitsorientierten Anlegern als Alternative zu verschiedenen Sparprodukten geraden in Niedrigzinszeiten beliebt, um sich nicht zu lange zu binden. Anleger sollten die Einlagensicherung beim Vergleich der verschiedenen Angebote berücksichtigen.

Weiterführende Informationen
» Broschüre: Einlagensicherung der privaten Banken

Für Berufsanfänger sind die vermögenswirksamen Leistungen (VL) ihres Arbeitgebers ein willkommener Grundstock für die erste Vermögensbildung. Vom VL-Sparen spricht man, wenn Arbeitnehmer Teile ihres Lohnes oder tarifvertragliche Leistungen nach dem Vermögensbildungsgesetz anlegen. Dies ist auch für Teilzeitkräfte möglich, die von ihrem Arbeitgeber anteilig VL-Leistungen bekommen. Sogar Studierende können profitieren – vorausgesetzt, sie jobben neben der Uni und ihr Arbeitgeber zahlt VL.

Nicht jeder bekommt allerdings die VL in voller Höhe von seinem Arbeitgeber. Wie hoch die monatliche VL-Überweisung ausfällt, hängt vom Tarifvertrag der Branche ab, in der der Anleger beschäftigt ist.

Arbeitnehmer-Sparzulage

Aber auch, wenn der Chef nichts dazugibt, kann man einen VL-Vertrag abschließen und in diesen regelmäßig einzahlen. Denn dann legt unter Umständen der Staat mit der Arbeitnehmer-Sparzulage noch etwas obendrauf. Um die Arbeitnehmer-Sparzulage zu bekommen, muss der Sparer einige Voraussetzungen erfüllen: Das Einkommen des Sparers darf bestimmte Grenzen nicht überschreiten (17.900 Euro für Ledige bzw. 35.800 Euro für Verheiratete, bzw. 20.000 Euro/40.000 Euro, wenn in Aktienfonds angelegt wird). Und der Anleger muss einen Bausparvertrag oder einen VL-Sparvertrag zum Erwerb von Aktienfonds abschließen. Für die Sparbeträge gilt dann eine gesetzliche Sperrfrist von sieben Jahren.

Sind die Voraussetzungen erfüllt, erhalten VL-Bausparer vom Staat jährlich eine Förderung von neun Prozent für ihre Einzahlungen von 470 Euro, also bis zu 42 Euro. Alternativ oder auch zusätzlich können VL-Sparer einen Fondssparplan abschließen und bekommen 20 Prozent auf Spareinlagen von maximal 400 Euro, also bis zu 80 Euro im Jahr.

Zertifikate sind vergleichsweise neue und teilweise sehr komplexe Anlageprodukte. Es gibt sie in sehr vielen Ausgestaltungen, die mit unterschiedlichen Chancen und Risiken verbunden sind. Geeignet sind Zertifikate deshalb vor allem für Anleger, die bereits Erfahrungen mit Wertpapieren gesammelt haben. Denn ein Anleger sollte prinzipiell kein Wertpapier kaufen, das er nicht versteht. Rechtlich gesehen sind Zertifikate Anleihen. Die Bonität des Emittenten der Anleihe – anhand derer sich die Wahrscheinlichkeit bemisst, dass dieser das Geld zurückzahlt – ist daher ein wichtiges Entscheidungskriterium für eine Anlage.

Zertifikate können über die Börse oder direkt beim Emittenten gekauft und verkauft werden. Die Wertentwicklung eines Zertifikates ist jeweils an die Entwicklung eines Basiswerts geknüpft. Dieser Basiswert kann zum Beispiel eine Aktie, ein Index, ein Rohstoff oder eine Währung sein. Zertifikate laufen zumeist über mehrere Jahre, können aber auch ohne feste Begrenzung ausgegeben werden. Wegen der unterschiedlichen Risiken und der teils komplexen Konstruktion von Zertifikaten sollte der Anleger die Verkaufsunterlagen und das Produktinformationsblatt aufmerksam lesen und sich bei Bedarf beraten lassen, um Risiken und Chancen der Anlage richtig einschätzen zu können.
Folgende Zertifikattypen gibt es unter anderem, wobei deren Bezeichnungen durchaus unterschiedlich sind. Alle Details eines bestimmten Zertifikats sind in den jeweiligen Emissionsbedingungen geregelt:

Discountzertifikate

Beim Discountzertifikat erwirbt der Anleger eine Aktie oder einen Index mit einem Abschlag, dem Discount. Wenn der Abschlag unter dem aktuellen Kurswert liegt, können die Zertifikate einen teilweisen Schutz vor Kursverlusten oder auch höhere Gewinnchancen bieten. Jedoch ausschließlich bis zu einem vorher festgelegten Höchstbetrag (Cap). Darüber hinaus partizipieren die Sparer nicht mehr an einer weiteren Wertentwicklung.

Bonuszertifikate

Bonuszertifikate bieten zum Ende der Laufzeit zusätzlich zum Nennwert einen Bonus. Für diese Bonuszahlung muss die Entwicklung des Basiswerts aber bestimmte – vorher festgelegte – Kriterien erfüllen.

Expresszertifikate

Expresszertifikate haben in der Regel eine mehrjährige Laufzeit, bieten jedoch abhängig von der Kursentwicklung des Basiswertes die Möglichkeit einer vorzeitigen Rückzahlung.

Hebelzertifikate

Die Preise von Hebelzertifikaten liegen deutlich unter dem Preis des Basiswerts, vollziehen aber dessen Preisentwicklung nahezu eins zu eins nach. Sie haben meist eine so genannte Knock-out-Schwelle: Wird diese erreicht, wird das Zertifikat sofort fällig. Je nach Ausgestaltung verfällt das Zertifikat dann – wird also wertlos – oder der Emittent zahlt einen vorab festgelegten Betrag aus.

Garantiezertifikat

Mit einem Garantiezertifikat wird den Anlegern ein Produkt angeboten, das bei Fälligkeit einen zuvor festgelegten Rückzahlungsbetrag bietet und gleichzeitig die Chance auf einen zusätzlichen Ertrag erlaubt. Diese Art von Zertifikat ist ein Vollgarantieprodukt. Unter einem Teilgarantieprodukt ist ein Garantiezertifikat zu verstehen, das lediglich die Garantie auf einen Verlustschutz innerhalb einer gewissen Bandbreite gibt.

Weiterführende Informationen
» Web: Deutscher Derivate Verband

Steuerliche Aspekte verdienen Aufmerksamkeit

Bei Finanzentscheidungen sollten Sparer und Anleger auch steuerliche Aspekte berücksichtigen.

Seit Anfang 2009 gibt es mit Einführung der Abgeltungsteuer nur noch einen einheitlichen Steuersatz von 25 Prozent für alle Kapitalerträge (Zinsen, Dividenden, Kursgewinne).
Banken und Sparkassen ziehen die anfallende Steuer gleich bei der Gutschrift der Erträge ab. Hinzu kommen der Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent sowie gegebenenfalls die Kirchensteuer, sodass die endgültige Belastung bei 28 Prozent bis 29 Prozent liegen kann. Die Abgeltungsteuer fällt jedoch nur an, wenn der Sparer-Pauschbetrag in Höhe von insgesamt 801 Euro pro Person und Jahr überschritten wird.
Mit einem Freistellungsauftrag kann der Sparer seine Bank beauftragen, dass Kapitalerträge bis zur Höhe des Sparer-Pauschbetrages von 801 Euro jährlich ohne Abzug der Abgeltungsteuer gutgeschrieben werden. Für zusammenveranlagte Ehepaare gilt das Doppelte.

Seit 2010 können Eheleute wählen, ob sie einen gemeinsamen Freistellungsauftrag bis zur Höhe des gemeinsamen Sparer-Pauschbetrages von 1.602 Euro oder Einzel-Freistellungsaufträge bis zu jeweils 801 Euro erteilen möchten. Einzel-Freistellungsaufträge gelten allerdings nicht für Gemeinschaftskonten und -depots. Sie kommen vor allem in Betracht, wenn Ehegatten getrennt steuerlich veranlagt werden.

Bankkunden können ihre Freistellungsaufträge jederzeit ändern oder neu stellen. Sinnvoll ist es darüber hinaus noch vor Jahresende zu prüfen, ob die frei gestellten Beträge auf Konten und Depots weiterhin optimal aufgeteilt sind. Denn wer mehrere Bankverbindungen hat, kann auch mehrere Freistellungsaufträge erteilen. Dabei ist darauf zu achten, dass die insgesamt frei gestellten Beträge den Gesamtbetrag von 801 Euro pro Person im Jahr nicht überschreiten.
Wer auf Grund seiner geringen Einkünfte (Grundfreibetrag 8.130 Euro im Jahr plus Sonderausgaben-Pauschbetrag 36 Euro) keine Einkommensteuer zahlt, unterliegt nicht der Abgeltungsteuer und kann eine Nichtveranlagungsbescheinigung beim Finanzamt beantragen.

Liegt der Bank eine solche NV-Bescheinigung vor, kann sie Zinsen und andere Kapitalerträge in voller Höhe ohne Steuerabzug auszahlen – eben auch dann, wenn der Sparer-Pauschbetrag bereits überschritten ist.

Anträge zur Ausstellung einer NV-Bescheinigung gibt es als Vordruck beim zuständigen Finanzamt. Der Antrag ist leicht auszufüllen: Für das Antragsjahr sind lediglich Angaben zum voraussichtlich zu versteuernden Einkommen zu machen. Das Finanzamt stellt eine NV-Bescheinigung jedem aus, der voraussichtlich keine Einkommensteuer zahlen muss. Diese Freistellung ist in der Regel drei Jahre gültig.

Rentner können Zinsen und andere Kapitaleinkünfte über den Sparer-Pauschbetrag von 801 Euro hinaus steuerfrei einnehmen. Voraussetzung ist, dass das jährliche Einkommen den Betrag von derzeit 8.268 Euro (Grundfreibetrag 8.130 Euro zuzüglich Werbungskostenpauschale 102 Euro, zuzüglich Sonderausgaben-Pauschbetrag 36 Euro) nicht überschreitet.

Als Einkommen im steuerrechtlichen Sinn gilt nicht die gesamte Rente, sondern nur der niedrigere so genannte Ertragsanteil. Dieser wurde für die gesetzliche Rente im Jahr 2005 auf 50 Prozent festgesetzt und seitdem jedes Jahr um zwei Prozentpunkte angehoben; bei erstmaligem Rentenbezug im Jahr 2013 beträgt er dementsprechend 66 Prozent. Da nur ein Teil der Rente steuerpflichtig ist, schöpfen viele Rentner den Freibetrag bei der Einkommensteuer nicht aus. Er kann deshalb für Kapitaleinkünfte genutzt werden, die über dem Sparer-Pauschbetrag liegen.

Steuern sparen kann man auch mit Kindern: Kindern stehen genauso wie den Eltern jährliche Freibeträge bei der Einkommensbesteuerung zu. Auf Grund dieser Freibeträge sind für Kinder Zinsen und andere Einnahmen aus Kapitalvermögen derzeit bis zur Höhe von 8.967 Euro im Jahr steuerfrei, sofern sie nicht noch andere Einkünfte beziehen:
 

  • Grundfreibetrag 8.130 Euro
  • Sparer-Pauschbetrag 801 Euro
  • Sonderausgaben-Pauschbetrag 36 Euro
Insgesamt steuerfrei (pro Kind) 8.967 Euro

Die Schenkung von Kapitalvermögen an Kinder ist bis zu einer Summe in Höhe von 400.000 Euro schenkungsteuerfrei. Dieser Betrag gilt pro Kind und kann jeweils nach Ablauf von zehn Jahren erneut in Anspruch genommen werden. Eine Vermögensübertragung innerhalb der Familie wird aber nur anerkannt, wenn sie den bürgerlich-rechtlichen Vorschriften entspricht. Das heißt, Eltern können nicht mehr ohne weiteres auf Kapital und Zinsen für eigene Zwecke zurückgreifen, sobald sie ein Konto oder Depot auf den Namen eines Kindes einrichten. Ansonsten werden ihnen die Zinsen selbst zugerechnet.

Zu beachten ist auch, dass der Nachwuchs mit hohen Kapitaleinkünften eigene Beiträge in die gesetzliche Krankenversicherung zahlen muss. Auch für andere Fördermaßnahmen wie zum Beispiel Bafög müssen bestimmte Einkommens- und Vermögensgrenzen berücksichtigt werden.